Kurz und knapp – darum geht’s
Er ist jung, gewinnend und weiß genau, wie man Frauen für sich einnimmt – um sich wenige Tage später mit ihrem Ersparten davonzumachen: Dietrichs, ein Mann um die 25, hat sein Studium hinter sich gelassen und schlägt sich als Hochstapler und gelegentlicher Museumsdieb durch. Bei Oberleutnant Jürgen Hübner und Leutnant Vera Arndt gehen eine Anzeige nach der anderen ein, und immer scheint derselbe Unbekannte dahinterzustecken, mal als Architekt, mal als Kunstwissenschaftler. Zugleich verschwinden aus Ausstellungen kostbare Originale. Dann aber lernt der Schwindler die Bibliothekarin Irene Born kennen, und zum ersten Mal meint er es ernst. An ihrer Seite spürt er, wie weit er sich vom Leben der anderen entfernt hat – doch den Absprung schafft er nicht …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Konzert für einen Außenseiter“
Ein Klavierkonzert aus dem Radio einer Fernfahrergaststätte an der F 180 – und ein junger Mann, der es sich um jeden Preis anhören will: So beiläufig beginnt im Polizeiruf 110 „Konzert für einen Außenseiter“ die Spur eines Mannes, der nirgends lange bleibt. Per Anhalter ist er hier gelandet, und kaum hat er sich gesetzt, versucht er sein Glück bei der Kellnerin. Die lässt ihn zwar abblitzen, doch eine merkwürdige Bemerkung bleibt hängen: Das Schumann-Konzert, sagt er, würde er gern einmal sehen.
Währenddessen tappen Oberleutnant Hübner und Leutnant Arndt im Dunkeln. Mehrere Frauen haben Anzeige erstattet, alle mit einer ähnlichen Geschichte: Ein neuer Bekannter zog für ein paar Tage bei ihnen ein, verschwand dann ohne Abschied – und mit ihm das Geld. Die Beschreibungen gleichen sich, Namen und Berufe dagegen wechseln ständig. Mal gibt sich der Fremde als Student aus, mal als Kunstwissenschaftler, immer aber als jemand aus der Welt der Kunst. Auffällig ist zudem, dass in den Orten, an denen er auftaucht, die Museen wertvolle Originalstücke vermissen.
Einen ersten Anhaltspunkt liefert Margitta Lüders aus Mittenwalde. Ihr hat sich der Mann als Dieter Zahn vorgestellt, von Beruf angeblich Architekt. Charmant sei er gewesen, erzählt sie – bis er sich eines frühen Morgens mitsamt ihrem Bargeld aus dem Staub machte. Viel weiter bringt das die Ermittler allerdings nicht, ihre Arbeit gleicht eher einem mühsamen Puzzle, bei dem die entscheidenden Teile fehlen.
Der Gesuchte ist inzwischen längst weitergezogen. Irene Born, Bibliothekarin aus Zwickau, nimmt ihn im Auto mit in ihre Stadt, und diesmal ist alles anders. Hier nennt er sich Peter Bachmann und behauptet, im Kunsthandel tätig zu sein. Irene verliebt sich in ihn, und auch der notorische Herzensbrecher empfindet zum ersten Mal echte Zuneigung. Plötzlich ist sogar von einem gemeinsamen, sesshaften Leben die Rede.
Doch gerade in Irenes Nähe wird ihm bewusst, wie sehr er außerhalb der Gesellschaft steht – und wie schwer es ist, alte Gewohnheiten abzulegen. Den Mut, wirklich neu anzufangen, bringt er nicht auf. Zumal Irenes Familie mit Paul Meißner befreundet ist, dem Direktor des Zwickauer Schumann-Museums, wo der Fremde schon bald einen Fund macht, der ihn nicht mehr loslässt: die Originalpartitur jenes Klavierkonzerts, das ihn seit der Raststätte begleitet. Und während Hübner und Arndt dem unbekannten Charmeur im DDR-Krimi „Konzert für einen Außenseiter“ immer näher rücken, wächst die Versuchung …
Hinter den Kulissen
„Konzert für einen Außenseiter“ ist die 22. Folge der Reihe Polizeiruf 110, Regie führte Werner Röwekamp. Für Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) ist es der neunte Fall, Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) ermittelt bereits zum 18. Mal. Den Hochstapler spielt Christian Steyer, Friederike Aust ist als Bibliothekarin Irene Born zu sehen. Die Musik stammt von Reinhard Lakomy.
Gedreht wurde vom 6. September bis zum 20. Oktober 1973 in Rheinsberg, in Mittenwalde und Umgebung, in Muldenhammer und Schönheide sowie in Zwickau, unter anderem am und im Robert-Schumann-Haus. Produziert wurde die Folge vom Fernsehen der DDR.
Ein Detail für aufmerksame Zuschauer: Am Heckfenster des Škoda, mit dem der Hochstapler unterwegs ist, klebt noch ein Nationalitätskennzeichen „D“. Dieses war in der DDR bis 1973 üblich; zum 1. Januar 1974 wurde es durch das eigene Unterscheidungszeichen „DDR“ ersetzt.
Musik
Robert Schumann – Klavierkonzert a-Moll
Besetzung
Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
„Peter Bachmann“ – Christian Steyer
Irene Born, Bibliothekarin – Friederike Aust
Melanie Steinhövel – Marga Legal
Paul Meißner, Direktor des Schumann-Museums – Otto Dierichs
Margitta Lüders – Jalda Rebling
Bruno Schrader – Werner Kamenik
Frau Schrader – Georgia Kullmann
Herr Schneider – Horst Gill
Gisela – Evelyn Cron
Fernfahrer – Arnim Mühlstädt
Museumsdirektor – Siegfried Göhler
Betrunkener – Heinz Drewniok
Wirt – Karl Heinz Oppel
Garderobenfrau – Evamaria Labenz
Hauptmann – Hans Maikowski
Fahrer – Wolfgang Franke
u. v. a.
Stab
Regie – Werner Röwekamp
Drehbuch (Szenario) – Gert Lindner, Heinz-Dieter Ziesing
Produktion – Gert Klisch, Heinz Wennemann
Musik – Reinhard Lakomy
Kamera – Walter Küppers
Schnitt – Silvia Hebel
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR










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