Kurz und knapp – darum geht’s
Ein nächtlicher Einbruch bei einem Juwelier stellt Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt vor ein Rätsel. Zur Beute gehört ein Ring mit einem blauen Saphir, und für diesen Schmuck interessieren sich auf einmal erstaunlich viele Leute. Die Methode des Täters erinnert an den Strafgefangenen Maschulla, einst ein Spezialist für Gold. Deshalb rücken auch seine früheren Zellengenossen ins Blickfeld, darunter der Elektriker Walter König, der gerade erst aus der Haft zu Frau und Tochter zurückgekehrt ist. Während seiner Abwesenheit hat seine Frau Marlies allerdings eine Affäre mit ihrem Kollegen Rudolf Hagedorn begonnen. Und auch der Nebenbuhler gerät bald ins Visier der Kriminalisten …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Der Ring mit dem blauen Saphir“
Durch die Ladentür ist der Einbrecher nicht gekommen. Er nahm den Weg von oben: Über das darüberliegende Geschäft verschaffte er sich Zugang und sägte von dort ein Loch in die Decke des Juweliergeschäfts. Um möglichst keine Spuren zu hinterlassen, trug er Handschuhe und hatte sich obendrein Lappen um die Schuhe gewickelt. Ein Gelegenheitsdieb war hier ganz sicher nicht am Werk.
Umso merkwürdiger ist, was der Unbekannte mitgenommen hat – und was nicht. Aus einem Safe holte er Silberschmuck und weitere Stücke, die Goldkollektion in der Vitrine dagegen, immerhin 30.000 Mark wert, ließ er liegen. Dabei sorgt das Geschäft von Juwelier Siegel gewöhnlich vor: Zum Ladenschluss werden die Originale gegen Imitate getauscht, sodass nachts nur Nachbildungen in der Vitrine liegen. Ausgerechnet an diesem Abend ist das unterblieben. Trotzdem beläuft sich der Schaden auf 12.000 Mark, und unter dem verschwundenen Schmuck befindet sich auch ein Ring mit einem blauen Saphir. Die Kripo ist im Polizeiruf 110 „Der Ring mit dem blauen Saphir“ vorerst ratlos.
Einen ersten Anhaltspunkt liefert die Arbeitsweise des Täters. Genau so ist früher Maschulla vorgegangen, ein ehemaliger Goldspezialist, der allerdings nach wie vor im Gefängnis sitzt. Verdächtig sind deshalb nicht nur er selbst, sondern auch zwei Männer, die einst mit ihm die Zelle teilten: Hans-Peter Zackel und Walter König.
Für Walter König hat sich zu Hause einiges verändert. Nach drei Jahren Haft ist er zu seiner Frau Marlies und der gemeinsamen Tochter Susanne zurückgekehrt. Die frühere Hausfrau hat sich in dieser Zeit beruflich etwas aufgebaut – und eine Affäre mit ihrem Kollegen Rudolf Hagedorn angefangen. Walter setzt alles daran, den Rivalen wieder loszuwerden. Als die Ermittler bei den Königs vorsprechen, versichert Marlies, ihr Mann habe in der Tatnacht geschlafen.
Um Zackel kümmert sich Vera Arndt auf ihre Weise: Ohne sich als Polizistin zu erkennen zu geben, sucht sie ihn in einem Nachtclub auf, in dem seine Freundin Catherin Sylvius als Sängerin auftritt. Der verschwundene Schmuck scheint im DDR-Polizeiruf „Der Ring mit dem blauen Saphir“ ohnehin die unterschiedlichsten Leute anzuziehen. Doch im Laufe der Ermittlungen scheiden Zackel und seine Geliebte aus dem Kreis der Verdächtigen aus.
Stattdessen gerät Rudolf Hagedorn ins Blickfeld: Sein Trabant stand in der Tatnacht unweit des Juweliers im Halteverbot, und seine erste Erklärung dafür klingt wenig glaubwürdig. Schließlich bleiben für Fuchs und Arndt nur noch zwei Männer übrig, die ausgerechnet um dieselbe Frau konkurrieren: Walter König und Rudolf Hagedorn. Den Kriminalisten ist klar, dass sie den Fall nur lösen können, wenn sie herausfinden, wer den Saphirring besitzt. Doch dann wird Marlies König tot aufgefunden – und an ihrem Finger steckt der gesuchte Ring …
Hinter den Kulissen
Im 18. Film der Reihe Polizeiruf 110 ermitteln Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) und Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) bereits zum 14. Mal gemeinsam. In weiteren Rollen sind unter anderem Günter Naumann als Walter König, Marylu Poolmann als dessen Frau Marlies und Rolf Ludwig als Rudolf Hagedorn zu sehen. Fred Delmare spielt den Häftling Maschulla.
Dagmar Frederic, die die Nachtclubsängerin Catherin Sylvius verkörpert, singt im Film die Lieder „Weil ich dich vielleicht niemals wieder seh“ und „Ganz Paris träumt von der Liebe“. Begleitet wird sie dabei von Reinhard Lakomy und Band; Lakomy steuerte auch die Filmmusik bei.
Regie führte Norbert Büchner, der das Drehbuch zusammen mit Dorothea Kleine verfasste. Gedreht wurde vom 25. Februar bis zum 19. April 1973, unter anderem in Pirna, Heidenau, Freital sowie in den Dresdner Stadtteilen Pieschen und Reick. Die Kostüme entwarf Ruth Karge, die Filmbauten stammen von Hans Völker. Produziert wurde der Krimi vom Fernsehen der DDR.
Musik
Dagmar Frederic – Weil ich dich vielleicht niemals wieder seh
Dagmar Frederic – Ganz Paris träumt von der Liebe
Besetzung
Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Walter König, Elektriker – Günter Naumann
Marlies König – Marylu Poolmann
Rudolf Hagedorn – Rolf Ludwig
Hans-Peter Zackel – Jürgen Zartmann
Catherin Sylvius, Sängerin – Dagmar Frederic
Juwelier Siegel – Arthur Jopp
Hausmeister Kupke – Gerhard Vogt
Häftling Maschulla – Fred Delmare
Zimmerwirtin – Gertrud Brendler
Conferencier – Heinz-Uwe Haus
Meister – Peter Hölzel
Abschnittsbevollmächtigter – Lothar Krompholz
Spurensicherer – Günter Kurze
Wirt – Curt W. Franke
u. v. a.
Stab
Regie – Norbert Büchner
Drehbuch – Norbert Büchner, Dorothea Kleine
Produktion – Hans-Jörg Gläser
Musik – Reinhard Lakomy
Kamera – Tilman Dähn
Schnitt – Silvia Hebel
Kostüm – Ruth Karge
Filmbauten – Hans Völker
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR









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