Kurz und knapp – darum geht’s
Ein Klingelstreich mit unheimlichem Nachhall: Kaum haben ein paar Schüler an einem Hochhaus wahllos die Knöpfe der Gegensprechanlage gedrückt, dringen daraus Schreie und ein Pistolenschuss. Die Befragung der Bewohner bringt die Ermittler Robert Grosche und Carol Reeding allerdings keinen Schritt weiter, zumal sie ohnehin alle Hände voll mit einem Erpresser zu tun haben, der einen Supermarkt mit vergiftetem Hundefutter erpresst. Erst als im nahen Wald Teile einer Leiche auftauchen, nehmen sie die Mieter genauer unter die Lupe. Pikant: Auch ihr Kollege Rene Schlosser wohnt in dem riesigen Haus – und sein Verhalten wirft immer mehr Fragen auf, bis die beiden ihn schließlich zum Kreis der Tatverdächtigen zählen müssen …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Schellekloppe“
Es ist ein Streich, wie ihn Kinder seit jeher lieben: Am Eingang eines Hochhauses drückt eine Gruppe Schüler auf mindestens zwanzig Klingelknöpfe auf einmal – und nimmt dann Reißaus. Ein Rollstuhlfahrer beobachtet die Szene, und was er unmittelbar danach hört, hat mit einem harmlosen Kinderspaß nichts mehr zu tun: Aus der Gegensprechanlage dringen heftige Schreie, dann knallt ein Pistolenschuss. Der Mann alarmiert die Polizei.
Hauptkommissar Robert Grosche und Kommissarin Carol Reeding machen sich daraufhin an die mühsame Befragung der Hausbewohner – immerhin 315 Menschen leben in dem gewaltigen Mietshaus. Doch nirgends stoßen die beiden auf einen Hinweis, dass hier tatsächlich ein Verbrechen geschehen ist, geschweige denn darauf, aus welcher Wohnung der Schuss gekommen sein könnte. Eine Überraschung erleben sie dann doch: Ausgerechnet ihr Kollege, Hauptkommissar Rene Schlosser, gehört zu den Mietern. Und der hält es für denkbar, dass irgendwo bloß ein Luftballon geplatzt ist.
Allzu großen Eifer legen die Ermittler im Polizeiruf 110 „Schellekloppe“ in dieser Sache ohnehin nicht an den Tag, denn eigentlich haben sie ganz andere Sorgen: Ein Unbekannter hat es mit vergifteter Hundenahrung auf einen Supermarkt abgesehen und setzt das Geschäft massiv unter Druck. Also lassen die Polizisten die rätselhaften Geräusche aus der Sprechanlage vorerst auf sich beruhen und konzentrieren sich darauf, dem Erpresser das Handwerk zu legen.
Das ändert sich schlagartig, als in einem Waldstück unweit des Wohnblocks Teile einer menschlichen Leiche gefunden werden. Nun ist klar, dass der Anruf des Rollstuhlfahrers alles andere als falscher Alarm war. Grosche und Reeding nehmen sich die Hausbewohner ein zweites Mal vor, diesmal deutlich gründlicher, und lernen dabei so manchen eigenwilligen Zeitgenossen kennen. Routinemäßig lässt Grosche ermitteln, wer im Haus eine Waffe besitzt – davon ist auch Schlosser nicht ausgenommen.
Überhaupt wird der Kollege für das Duo zunehmend zum Rätsel. Ausgerechnet im Zuge dieser Ermittlungen zeigt Schlosser ein Verhalten, auf das sich Grosche und Reeding kaum einen Reim machen können. Dabei hat er das Haus nach eigener Aussage gerade deshalb gewählt, weil man in der Masse anonym bleibt und ihn dort niemand kennt. Als dann noch einige seltsame Umstände ans Licht kommen, müssen sich die beiden der unbequemen Erkenntnis stellen, dass ihr eigener Kollege in diesem Mordfall zu den Tatverdächtigen gehört.
Und während sie noch mit diesem Gedanken ringen, schmiedet der Supermarkterpresser im HR-Polizeiruf „Schellekloppe“ einen ausgefeilten Plan für die Geldübergabe, der die Polizei gehörig auf Trab hält …
Hinter den Kulissen
„Schellekloppe“ ist die 208. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110 und der zweite Fall des Ermittlertrios um Hauptkommissar Rene Schlosser (Dieter Montag), Kommissarin Carol Reeding (Chantal de Freitas) und Hauptkommissar Robert Grosche (Oliver Stokowski). Statt eines Duos steht damit ein Trio im Zentrum der Ermittlungen.
Produziert wurde der Krimi 1999 vom HR. Regie führte Michael Knof, das Drehbuch stammt von Rudolf Bergmann und Rolf Silber. Hinter der Kamera stand Eckhard Lübke, für die Musik zeichnete Rainer Böhm verantwortlich, den Schnitt besorgte Elke Herbener.
Der Titel geht auf einen Ausdruck aus dem hessischen Raum zurück: Als „Schellekloppe“ bezeichnet man dort die Unsitte von Kindern, an fremden Türen zu klingeln und anschließend davonzulaufen. Andernorts in Deutschland ist derselbe Unfug als Klingelstreich oder Klingelzug bekannt.
Besetzung
Hauptkommissar Robert Grosche – Oliver Stokowski
Hauptkommissar Rene Schlosser – Dieter Montag
Kommissarin Carol Reeding – Chantal de Freitas
Regina Kahl – Jessica Kosmalla
Benno Kahl – Friedrich-Karl Praetorius
Vitus Urban – Hans-Martin Stier
Violetta – Daniela Hoffmann
Herr Ziemer – Udo Kroschwald
Herr Walter – Manfred Möck
Guido „Tommy“ Brenner – Kai Schulze
Herr Diestel – Martin Seifert
Alfred – Bernd Stempel
Schorschie – Martin Semmelrogge
u. v. a.
Stab
Regie – Michael Knof
Drehbuch – Rudolf Bergmann, Rolf Silber
Musik – Rainer Böhm
Kamera – Eckhard Lübke
Schnitt – Elke Herbener
Produktionsunternehmen – HR






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