Kurz und knapp – darum geht’s
Seit drei Jahren tötet ein Unbekannter Prostituierte, und die zuständige Sonderkommission aus Berlin kommt einfach nicht voran. Für den Schweriner Hauptkommissar Jens Hinrichs ist das Ansporn genug, sich selbst an den Fall zu wagen: Er hat moderne Profiling-Methoden aus Amerika im Gepäck und mit der Prostituierten Nina eine Informantin, deren Freundin das jüngste Opfer ist. Sein Kollege Kurt Groth kommentiert den Übereifer mit feiner Ironie, hält aber trotzdem zu ihm. Bald geraten zwei Männer ins Visier: der verhaltensauffällige Arzt Dr. Siggi Langer und der selbsternannte „Handy-Künstler“ Daniel Blind, der sich für Nina interessiert. Was die beiden Kommissare nicht wissen: Auch die SOKO hat Nina längst für ihre Zwecke eingespannt …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Rasputin“
Drei Jahre, mehrere tote Frauen und noch immer keine heiße Spur: Ein Serienmörder hat es auf Prostituierte abgesehen, und bei jeder Tat war eine hohe Dosis Morphium im Spiel. Eigentlich liegt der Fall in den Händen einer Sonderkommission aus Berlin, doch deren Fahnder treten seit Jahren auf der Stelle. Für Hauptkommissar Jens Hinrichs von der Schweriner Kripo ist das Grund genug, sich der Sache selbst anzunehmen, teils im Dienst und teils nach Feierabend. Sein Werkzeug ist das neueste Know-how aus den USA, mit dem er ein Täterprofil erstellen und den Gesuchten dingfest machen will.
Bei einer Überprüfung des Bordells „Relax“ lernt Hinrichs die junge Nina kennen. Ihre Freundin war das letzte Opfer des Unbekannten, und so bittet der Kommissar die Prostituierte, ihm als Informantin zur Seite zu stehen. Die beiden treffen sich immer öfter, und zwar privat. Um Eindruck zu machen, gibt sich Hinrichs als Leiter eines eigenen Ermittlungsteams aus. Dahinter steckt allerdings mehr als bloßer Ehrgeiz. Dass er seine Vorurteile dabei nicht immer herunterschlucken kann, macht die Annäherung nicht gerade einfacher.
Oberkommissar Kurt Groth verfolgt den Feuereifer seines Partners mit spöttischem Blick, lässt ihn aber nicht im Regen stehen. Gemeinsam nehmen die beiden zunächst einen Mann unter die Lupe, der schon im Alltag gründlich aus der Reihe tanzt: Dr. Siggi Langer. Der niedergelassene Arzt feiert die Nächte durch und bekommt seine Praxis am nächsten Morgen kaum je pünktlich auf. Seine Mitarbeiter hat er per Vertrag dazu verpflichtet, ihn abends nach Hause zu begleiten, ihm beim Einschlafen zu helfen oder ihm die Hausarbeit abzunehmen. Auch seine Behandlungsmethoden sind im TV-Krimi „Rasputin“ alles andere als gewöhnlich.
Doch Langer bleibt nicht der einzige Name auf der Liste. Von Nina erfährt Hinrichs von einem Bekannten namens Daniel, mit dem sie kurz liiert war und der ihr seither nachstellt. Daniel Blind nennt sich selbst „Handy-Künstler“ und lässt die junge Frau nicht aus den Augen.
Was weder Hinrichs noch Groth ahnen: Nina arbeitet nebenher auch für die SOKO, die sie als Lockvogel einsetzt. Die Berliner Ermittler nehmen dabei wenig Rücksicht. Zugleich stößt Hinrichs mit seinem amerikanischen Profiling an Grenzen, als es um die Frage geht, wer der Mörder sein könnte. Erst Groth zieht aus den Unterlagen seines Kollegen einen entscheidenden Hinweis hervor. Doch gerade als sich die beiden kurz vor dem Durchbruch glauben, schiebt die SOKO sie im NDR-Polizeiruf „Rasputin“ kurzerhand aufs Abstellgleis. Und Ninas Lage wird gefährlicher, als irgendeiner der Beteiligten auch nur ahnt …
Hinter den Kulissen
Für Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs (Uwe Steimle) und Oberkommissar Kurt Groth (Kurt Böwe) ist „Rasputin“ der zwölfte gemeinsame Fall. Innerhalb der Reihe Polizeiruf 110 trägt der Film die Folgennummer 210. Julia Richter spielt die Prostituierte Nina. Als Arzt Dr. Siggi Langer ist Edgar Selge zu sehen, Thommi Baake verkörpert Daniel Blind. In weiteren Rollen wirken unter anderem Hans-Helmut Müller als Dr. Stuber, Horst Frank als Pathologe und Armin Rohde als Urologe Willem mit.
Regie führte Hans-Erich Viet, der zusammen mit Edmund Grote auch das Drehbuch schrieb. Produziert wurde der Krimi von der Polyphon Film- und Fernseh GmbH im Auftrag des NDR. Die Kostüme entwarf Heidi Plätz, für die Filmbauten war Marion Strohschein verantwortlich.
Gedreht wurde im November 1998 in Schwerin und Umgebung. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 15,9 Prozent.
Besetzung
Oberkommissar Kurt Groth – Kurt Böwe
Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Nina, Prostituierte – Julia Richter
Dr. Siggi Langer, Arzt – Edgar Selge
Daniel Blind, „Handy-Künstler“ – Thommi Baake
Sabine – Heike Falkenberg
Pathologe – Horst Frank
Natascha Graf
SOKO-Beamter Wegener – Hubertus Hartmann
Dr. Stuber, Hinrichs’ Vorgesetzter – Hans-Helmut Müller
Wolfgang Rau
Spezialagent Paul – Uwe Rohde
Schmitz-Bollinger – Sabine Wegner
Stephanie – Pamela Großer
Urologe Willem – Armin Rohde
u. v. a.
Stab
Regie – Hans-Erich Viet
Drehbuch – Edmund Grote, Hans-Erich Viet
Musik – Kambiz Giahi
Kamera – Udo Franz
Schnitt – Birgit Levin
Kostüm – Heidi Plätz
Filmbauten – Marion Strohschein
Produktionsunternehmen – Polyphon Film- und Fernseh GmbH, im Auftrag des NDR



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