Kurz und knapp – darum geht’s

Blutend liegt Eishockeyspieler Gerald Oetzmann nach dem Training auf der Eisfläche des Hallenser Stadions. Hätte ihn der Hallenwart nicht zufällig entdeckt, wäre er dort in der Nacht erfroren. Für Kommissar Schmücke ist die Sache eindeutig ein Mordversuch. Sein Kollege Schneider will das kaum glauben, schließlich ist er selbst eingetragenes Mitglied bei den „Penguins“. Als in der Tasche des Opfers Dopingmittel auftauchen, führt eine erste Spur mitten in den Verein, wo Spieler und Fans den neugierigen Ermittlern die kalte Schulter zeigen. Und weil Schmücke mit Sport nichts am Hut hat, Schneider dagegen vor dem Bildschirm leidenschaftlich mitfiebert, knirscht es auch zwischen den beiden. Doch ob der Handel mit verbotenen Substanzen tatsächlich hinter der Tat steckt, ist längst nicht ausgemacht …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Blutiges Eis“

Wo sonst Schläger klappern und die Anhänger der „Penguins“ ihre Mannschaft lautstark nach vorn treiben, herrscht an diesem späten Abend Stille. Nur durch Zufall entdeckt Hallenwart Kober nach dem Vereinstraining eine reglose Gestalt auf dem Eis: Gerald Oetzmann, Spieler des Hallenser Eishockeyclubs, blutüberströmt und mit einer Schnittwunde am Hals. Die Verletzung allein ist nicht tödlich, eine ganze Nacht auf der gefrorenen Fläche hätte der Mann jedoch nicht überlebt. Für Kommissar Schmücke liegt deshalb auf der Hand, dass jemand Oetzmann dem Kältetod überlassen wollte.

Dass Schmücke und Schneider im Polizeiruf 110 „Blutiges Eis“ ausnahmsweise auch einen Mordversuch übernehmen, hat einen persönlichen Grund: Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider ist eingetragenes Mitglied der „Penguins“, und der Fall geht ihm entsprechend nahe. Dass ausgerechnet in seinem Verein jemand einem Spieler nach dem Leben trachten soll, mag er zunächst gar nicht wahrhaben. Während der verletzte Eishockeystar auf der Intensivstation liegt, wagen sich die beiden Kommissare auf das ungewohnte Terrain des Eisstadions.

Ein erster Anhaltspunkt findet sich in der Tasche des Opfers, denn dort stoßen die Ermittler auf Dopingmittel. Schneider fackelt nicht lange und schickt die komplette Mannschaft zur Kontrolle. Mit Martin Lüthje und Benno Thiess fallen zwei Spieler durch und werden für die nächste Partie gesperrt. Trainer Wolfgang Sänger ist darüber so aufgebracht, dass er beide kurzerhand aus dem Verein wirft. Thiess versteht die Welt nicht mehr: Mehr als Hustensaft will er nicht eingenommen haben. Für das Duo steht fest, dass die Geschäfte mit unerlaubten Substanzen unter den Spielern reichlich Zündstoff bergen.

Beliebt machen sich die Kommissare damit nicht. Spieler wie Fans können es nicht leiden, dass die Polizei im Vereinsleben herumstochert, und lassen die beiden das unmissverständlich spüren. Doch auch zwischen den Kollegen kommt es zu so mancher Reiberei, denn ihr Verhältnis zum Sport könnte kaum unterschiedlicher sein: Der eine hält sich davon fern, wo er nur kann, der andere ist ein begeisterter Zuschauer vor dem Fernseher.

In der Halle trainiert nicht nur die Eishockeymannschaft. Veronika Sänger, die Frau des Trainers, betreut dort die fünfzehnjährige Litauerin Lisa, ein junges Nachwuchstalent im Eiskunstlauf, das sogar bei dem Ehepaar wohnt. Als die Ermittler im MDR-Polizeiruf „Blutiges Eis“ der Dopingspur weiter folgen, stoßen sie auch auf die junge Läuferin, denn Lisa ist in der Vergangenheit selbst unter Dopingverdacht geraten.

Doch je länger Schmücke und Schneider zwischen Stadion und Klinik hin- und herpendeln, desto größer wird ihr Zweifel, ob Oetzmanns Handel mit verbotenen Mitteln tatsächlich der Grund für den Anschlag auf ihn war. Unter der glatten Oberfläche des Vereins scheint sich noch etwas ganz anderes zu verbergen …

Hinter den Kulissen

„Blutiges Eis“ ist die 214. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und der elfte gemeinsame Fall der halleschen Kriminalhauptkommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler). Regie führte Dietmar Klein, das Drehbuch stammt von Scarlett Kleint und Michael Illner.

Prominente Unterstützung kommt aus dem Sport: Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko spielt in diesem Polizeiruf sich selbst. Ebenfalls als er selbst zu sehen ist Kammersänger Reiner Süß, als Patient in jenem Krankenhaus, in dem sich auch Kommissar Schmücke behandeln lassen muss. Die Nebenrolle des Eishockeyspielers Benno Thiess übernimmt Thomas Rudnick, der in den Tatort-Folgen aus Dresden und Leipzig als Sohn von Kommissar Ehrlicher auftritt.

Produziert wurde der Film vom Mitteldeutschen Filmkontor (MDF) im Auftrag des MDR. Gedreht wurde in Halle und Leipzig.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Veronika Sänger – Thekla Carola Wied
Wolfgang Sänger, Trainer – Jürgen Heinrich
Kober, Hallenwart – Ingo Naujoks
Lisa – Marie-Ernestine Worch
Tanja Szewczenko – Tanja Szewczenko
Edith Reger – Marita Böhme
Karl Kaminski – Torben Liebrecht
Martin Lüthje – Roman Rossa
Benno Thiess – Thomas Rudnick
Sabine Kramer, Krankenschwester – Ute Loeck
Kriminaltechnikerin – Cathlen Gawlich
Reiner Süß, Patient – Reiner Süß
Streifen-Polizist – Urs Fabian Winiger
Arzt – Walter Jäckel
Polizist – Stefan Mehren
u. v. a.

Stab

Regie – Dietmar Klein
Drehbuch – Scarlett Kleint, Michael Illner
Produktion – Emmo Lempert
Musik – Claus Quidde
Kamera – Michael Hammon
Schnitt – Hans-Otto Krüger
Produktionsunternehmen – Mitteldeutsches Filmkontor (MDF), im Auftrag des MDR