Kurz und knapp – darum geht’s
Eine Explosion in einem stillgelegten Schacht zerreißt die Ruhe des Harzdorfes Leimerode: Zwei Männer kommen unter Tage ums Leben, und in einem Nebenstollen entdeckt die Grubenwacht eine weitere Leiche. Es ist die erwürgte Claudia Lorenz, die erst vor Kurzem in ihren Heimatort zurückgekehrt war. Die Kommissare Schmücke und Schneider müssen klären, was hinter den Todesfällen steckt, die mit der Verfüllung des alten Bergwerks zusammenhängen. Ist es ein Giftmüllunfall oder ein privates Drama? Im Dorf stoßen die beiden auf eisernes Schweigen, während hinter den Fassaden Familienhass, Erbschleicherei und Eifersucht gären. Gut, dass die örtliche Hauptwachtmeisterin Käthe Weber den Ermittlern zur Seite steht, denn dieser Fall hat eine lange Vorgeschichte …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Böse Wetter“
Das alte Bergwerk von Leimerode, einem kleinen Ort am Rande des Harzes, soll verfüllt werden. Dann erschüttert eine Explosion einen längst stillgelegten Schacht. Für zwei Männer kommt jede Hilfe zu spät: Sie fallen im Stollen den bösen Wettern zum Opfer. Bei der Bergung macht die Grubenwacht allerdings eine Entdeckung, die aus dem vermeintlichen Grubenunglück einen Kriminalfall werden lässt. In einem Nebenstollen liegt eine dritte Leiche, eine Frau. Die Würgemale an ihrem Hals lassen keinen Zweifel daran, dass sie nicht durch die Explosion gestorben ist.
Die Tote ist in Leimerode keine Unbekannte. Claudia Lorenz war nach Jahren in ihren Heimatort zurückgekehrt, und schon ihre Ankunft hatte im Dorf für reichlich Gesprächsstoff gesorgt, nicht zuletzt deshalb, weil sie überzeugt war, dass auf dem Totenschein ihres vor drei Jahren verstorbenen Großvaters falsche Angaben stehen. Für die Kommissare Schmücke und Schneider, die in den Harz gerufen werden, liegt zunächst eine andere Erklärung nahe: Wollten die beiden toten Männer die Leiche im Schacht verschwinden lassen? Ein Motiv gäbe es, denn Claudia Lorenz hatte vor einigen Jahren Karl Bauer, den Bruder eines der Verunglückten, mit Aids angesteckt.
Frau Bauer hält diese Theorie für ausgemachten Unsinn. Ihr Sohn Kurt soll ein Mörder sein? Er sei mit Messgeräten zum Stollen aufgebrochen, weil er dort nach etwas suchen wollte, beteuert die Mutter. Damit rückt eine Frage in den Mittelpunkt, die über den Einzelfall hinausweist: Haben es die Ermittler im MDR-Polizeiruf „Böse Wetter“ mit einem Giftmüllunfall rund um die Verfüllung des Bergwerks zu tun, oder mit einer privaten Tragödie, die sich hinter verschlossenen Türen abgespielt hat?
Um der Sache auf den Grund zu gehen, teilt sich das Duo auf. Während Schneider in Leimerode die Stellung hält, fährt Schmücke nach Halle, wo Claudia Lorenz eine Wohnung hatte. Dort ist ihm jemand zuvorgekommen und hat alles durchwühlt. Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand soll die Räume gründlich untersuchen. Kaum ist Schmücke zurück im Harz, folgt die nächste Überraschung: In die Praxis des Dorfarztes Dr. Beuse ist eingebrochen worden. Verschwunden sind ausgerechnet Krankenakten, die die Familie Lorenz betreffen.
Je mehr Fragen die Kommissare stellen, desto weniger Antworten bekommen sie. Die Dorfbewohner halten zusammen und schweigen. Dabei brodelt es unter der Oberfläche gewaltig, und nach und nach zeichnet sich ab, dass es um Familienhass, Erbschleicherei und Eifersucht geht. Ein echter Glücksfall ist da die örtliche Hauptwachtmeisterin Käthe Weber. Sie kennt die Verhältnisse im Ort aus erster Hand und kümmert sich auch nach Feierabend rührend um das Wohl von Herbert Schneider.
Was nach einem Grubenunglück aussah, wird im Polizeiruf 110 „Böse Wetter“ zu einer Suche, die Schmücke und Schneider tief in die Vergangenheit des Dorfes führt. Irgendwo dort hat jemand offenbar sehr viel zu verbergen …
Hinter den Kulissen
„Böse Wetter“ ist die 217. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und der zwölfte gemeinsame Fall für Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider (Wolfgang Winkler). Die beiden Ermittler haben nicht nur denselben Dienstgrad, sondern auch denselben Vornamen. In Leimerode unterstützt sie die örtliche Polizistin Käthe Weber (Simone von Zglinicki), in Halle sichert Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand (Marie Gruber) die Spuren.
In weiteren Rollen sind unter anderem Barbara Schnitzler als Bürgermeisterin Anita Lorenz, Michael Greiling als Hubert Lorenz, Vadim Glowna als Dr. Beuse, Nadine Seiffert als Birgit Kunze und Julia Thurnau als Claudia Lorenz zu sehen.
Regie bei dem Kriminalfilm aus dem Jahr 2000 führte Marco Serafini, das Drehbuch schrieb Peter Scheibler. Produziert wurde die Folge von Hans-Werner Honert für Saxonia Media im Auftrag des MDR. Gedreht wurde in Langenstein, Derenburg und Wernigerode, an der Hochschule Harz, im Schaubergwerk Rammelsberg sowie in Goslar.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Polizeikommissarin Käthe Weber – Simone von Zglinicki
Anita Lorenz, Bürgermeisterin – Barbara Schnitzler
Hubert Lorenz – Michael Greiling
Dr. Beuse, Dorfarzt – Vadim Glowna
Birgit Kunze, Sprechstundenhilfe – Nadine Seiffert
Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand – Marie Gruber
Claudia Lorenz – Julia Thurnau
Begleiter von Kurt Bauer im Bergwerk – Holger Stockhaus
Bäcker – Florian Müller-Mohrungen
Frau Bauer – Christine Flegel
Gaby Krüger – Rhoda Kaindl
Kerstin Guldner – Judith Klein
Anna, Bedienung – Marie Anne Fliegel
Heinz W. Krückeberg
Stammtischbruder – Ralf Roßmann
Bauarbeiter – Stefan Wolfram
Bauarbeiter – Klaus Heinker
Max Krüger – Günter Hutsch
Kurt Bauer – Jürgen W. Schmidt
Hilke Altefrohne
u. v. a.
Stab
Regie – Marco Serafini
Drehbuch – Peter Scheibler
Produktion – Hans-Werner Honert
Musik – Michael Hofmann de Boer
Kamera – Bernd Neubauer
Schnitt – Ilana Goldschmidt
Produktionsunternehmen – Saxonia Media im Auftrag des MDR






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