Kurz und knapp – darum geht’s
Wer sich während der Kur in Bad Kösen einen Seitensprung gönnt, riskiert mehr als nur ein schlechtes Gewissen: Irgendjemand filmt die heimlichen Treffen der Patienten und erpresst die Untreuen anschließend mit den Aufnahmen. Die Hauptkommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider vermuten die Täter unter dem Klinikpersonal – und Schmücke checkt kurzerhand selbst als Patient ein, getarnt als verheirateter Restaurantbesitzer. Statt Erholung erwarten ihn allerdings eine strenge Diät, anstrengende Anwendungen und lange Nächte auf dem Beobachtungsposten. Während Schneider ihn mit Überwachungstechnik versorgt und draußen recherchiert, sucht sich Schmücke einen eigenen Kurschatten, um die Erpresser anzulocken. Dann wird eine Krankenschwester ermordet, und den Ermittlern dämmert, dass die Erpressungen weit größere Kreise ziehen als gedacht …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Kurschatten“
Erholung und ein wenig Abstand vom Alltag – so stellt man sich eine Kur vor. In einer Klinik im Kurort Bad Kösen kann der Aufenthalt allerdings zum teuren Vergnügen werden, zumindest für jene Patienten, die sich zu einem Seitensprung hinreißen lassen. Ihre heimlichen Schäferstündchen landen auf Video, und mit den Aufnahmen werden sie hinterher unter Druck gesetzt. Die Hauptkommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider haben einen klaren Verdacht: Wer so raffiniert vorgeht, gehört zum Personal des Hauses.
Eigentlich fällt Erpressung gar nicht in die Zuständigkeit der beiden. Doch Schmücke wittert eine Gelegenheit, auf die er lange gewartet hat: einen Kuraufenthalt, diesmal sogar dienstlich. Also schleust er sich als Patient in die Klinik ein, gibt sich als verheirateter Restaurantbesitzer aus und erklärt Edith Reger zur Tarnung kurzerhand zu seiner Ehefrau. Schneider wiederum taucht als Pharmavertreter auf – eine Rolle, die ihm unauffällige Treffen mit seinem Kollegen ermöglicht.
Der Klinikalltag hält für den verdeckten Ermittler allerdings vor allem Strapazen bereit. Kaum hat er sein Zimmer bezogen, wird Schmücke rigoros auf Diät gesetzt, und dass er ausgerechnet im Diät-Kochzirkel der Klinik mitwirkt, macht die Portionen auch nicht größer. Tagsüber schleppt er sich von einer kräftezehrenden Therapieanwendung zur nächsten, nachts legt er sich auf die Lauer und hält Ausschau nach allem, was verdächtig wirken könnte. Mit Schonung hat das wenig zu tun.
Um den Erpressern einen lohnenden Köder zu präsentieren, braucht der Kommissar im Polizeiruf 110 „Kurschatten“ eine Kurbekanntschaft – und findet sie in der attraktiven Lehrerin Dorle Mikisch, die nicht ahnt, dass sie ihm als Lockvogel dienen soll. Über sie gerät er in eine bunt gemischte Runde von Kurgästen: Zu ihr gehören der Bankier Taube, der Schokoladenfabrikant Suchon, der Pferdeliebhaber Theodor Illgen sowie Bauunternehmer Achim Zoch, der sich seinerseits mit Patricia Kniestedt die Zeit vertreibt.
Gleich in der ersten Nacht beobachtet Schmücke, wie Patricia Kniestedt einen Briefumschlag in einem Versteck ablegt. Als er nachsehen will, bekommt er eins übergezogen – von Zoch, der dort selbst dem Erpresser auflauern wollte. Aus dem nächtlichen Zusammenstoß erwächst ein Zweckbündnis: Zoch hält den Kommissar über den Stand der Erpressung auf dem Laufenden, im Gegenzug schweigt Schmücke über die Affäre.
Unterstützung kommt auch von außen: Schneider beliefert seinen Kollegen mit modernster Überwachungstechnik und hört sich jenseits des Klinikgeländes gründlich um. Die entscheidende Spur aber ergibt sich erst aus einem Verbrechen, mit dem niemand gerechnet hat – eine sympathische Krankenschwester wird ermordet. Plötzlich ist aus dem diskreten Erpressungsfall im MDR-Polizeiruf „Kurschatten“ weit mehr geworden, und die beiden Kommissare beginnen zu begreifen, wie weit das dreiste Geschäft mit der Untreue tatsächlich reicht …
Hinter den Kulissen
Mit „Kurschatten“ feierte der Polizeiruf 110 seinen 30. Geburtstag: Die 231. Folge der Reihe ist zugleich der 17. gemeinsame Fall von Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler). Zum Jubiläum stehen zahlreiche ehemalige und damals aktuelle Polizeiruf-Ermittler vor der Kamera – allerdings in ganz anderen Rollen.
So spielt Sigrid Göhler, von 1971 bis 1983 als Leutnant Vera Arndt im Einsatz, die Restaurantbesitzerin Frau Raven. Andreas Schmidt-Schaller, einst Oberleutnant Thomas Grawe, ist als Bauunternehmer Achim Zoch zu sehen, Günter Naumann, früher Hauptkommissar Günter Beck, als Kurdirektor Dr. Honig. Uwe Steimle, in der Reihe als Hauptkommissar Jens Hinrichs bekannt, mischt als Pferdewettspezialist Theodor Illgen unter den Kurgästen mit. Andere Kollegen sind nur kurz präsent: Til Schweiger, 1995 als Kommissar Martin Markwardt im Dienst, taucht zu Beginn in einem Fernsehausschnitt auf, und am Ende erinnern Fotos an Peter Borgelt, Jürgen Frohriep und Kurt Böwe, die als Peter Fuchs, Jürgen Hübner und Kurt Groth über Jahre ermittelten.
Produziert wurde der Film von der Saxonia Media Filmproduktion im Auftrag des MDR. Gedreht wurde größtenteils im Kurort Bad Kösen sowie in Naumburg (Saale).
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Rosamunde Weigand, Kriminaltechnikerin – Marie Gruber
Achim Zoch, Bauunternehmer – Andreas Schmidt-Schaller
Ferdinand Taube, Bankier – Oliver Stritzel
Dorle Mikisch, Lehrerin – Anne Kasprik
Valentin Kleefisch, Masseur – Oliver Stokowski
Suchon, Schokoladenfabrikant – Dieter Montag
Theodor Illgen, Pferdeliebhaber – Uwe Steimle
Frau Raven, Restaurantbesitzerin – Sigrid Göhler
Direktor Dr. Honig – Günter Naumann
Tanja Schiefel, Kurschwester – Kathrin Angerer
Edith Reger – Marita Böhme
Schwester Agatha – Susanne Böwe
Patricia Kniestedt – Arianne Borbach
Frau Taube – Heidemarie Fabian
Zimmermann, Kurgast – Manfred Möck
Gaffke – Thomas Rühmann
Masseur – Dirk Schoedon
Frau Gaffke – Angela Stresemann
Krankenschwester – Karin Ugowski
Bankdirektor – Jürgen Zartmann
Kriminalassistentin – Dennenesch Zoudé
u. v. a.
Stab
Regie – Marco Serafini
Drehbuch – Scarlett Kleint, Michael Illner
Produktion – Susanne Wolfram
Musik – Gast Waltzing
Kamera – Bernd Neubauer
Schnitt – Ilana Goldschmidt
Produktionsunternehmen – Saxonia Media, im Auftrag des MDR




















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