Kurz und knapp – darum geht’s
Ein erfolgreicher Architekt liegt erschlagen in seiner Wohnung, nichts deutet auf einen Einbruch hin: Die hallischen Kommissare Schmücke und Schneider müssen davon ausgehen, dass Dieter Fritsch seinen Mörder gekannt hat. Gefunden hat ihn ausgerechnet seine Ex-Frau Mira Bruns – einst eine bekannte Schauspielerin, heute ohne Engagements und finanziell auf den Toten angewiesen, mit dem sie, Tochter Anna und ihr deutlich jüngerer Liebhaber Lukas Stelzer über die Runden kommen. Ebenso verdächtig ist Claudia Fritsch, die junge Ehefrau des Architekten: Sie hat sich am Tag des Mordes heftig mit ihm gestritten und ist seither nicht aufzufinden. Doch Miras Aussagen passen nicht zusammen, und bald zeigt sich, dass in der Wohnung des Toten noch mehr geschehen ist …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Jugendwahn“
Unten die Firma, oben die Privatwohnung – und dort ein grausiger Fund: Als die Schauspielerin Mira Bruns ihren Ex-Mann Dieter Fritsch in seiner Wohnung aufsuchen will, liegt der Architekt leblos am Boden. Erschlagen wurde er mit einem Kaminhaken, der sich noch am Tatort befindet, allerdings ohne einen einzigen Fingerabdruck. Spuren eines Einbruchs gibt es ebenso wenig. Für die Kommissare aus Halle spricht im Polizeiruf 110 „Jugendwahn“ deshalb alles dafür, dass Fritsch seinen Mörder gekannt haben muss. An der Leiche entdecken Schmücke und Schneider zudem ein Detail, das die Finderin selbst in Erklärungsnot bringt: Spuren ihres Lippenstifts.
Ein Blick ins Umfeld des Toten offenbart eine verzwickte Vorgeschichte. Seit Jahren sind Fritsch und Mira Bruns geschieden, und doch ist die Verbindung nie abgerissen. Einst, auf der Höhe ihres Erfolgs, hatte die Schauspielerin ihrem Mann die eigene Firma finanziert. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Rollenangebote bleiben seit Jahren aus, denn für die Branche ist Mira schlicht nicht mehr jung genug. Monat für Monat muss sie ihren Ex-Mann um Unterhalt bitten – und der fällt keineswegs bescheiden aus, schließlich lebt sie nicht nur mit Tochter Anna zusammen, sondern auch mit ihrem jugendlichen, sportlichen Liebhaber Lukas Stelzer. Bei den wiederholten Befragungen treffen die Ermittler die einstige Diva kaum einmal nüchtern an, und nach und nach wird klar, dass sie den Toten noch immer geliebt hat.
Doch Mira ist nicht die einzige Frau im Leben des Architekten. Zuletzt war Fritsch mit der jungen, attraktiven Claudia verheiratet – und die ist nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann wie vom Erdboden verschluckt. Erst spät am Abend erreicht Schmücke sie. Was sie zu erzählen hat, wirft ein seltsames Licht auf diese Ehe: Claudia hat alles darangesetzt, ihrem Mann die geliebte Ex-Frau zu ersetzen, hat sich gekleidet wie Mira, eine Perücke getragen und dasselbe Make-up benutzt. Die Angst, Fritsch über kurz oder lang doch an seine Verflossene zu verlieren, hat sie ständig begleitet. Etwas antun, beteuert sie, hätte sie ihm jedoch niemals können.
Damit stehen die beiden Kriminalhauptkommissare im MDR-Polizeiruf „Jugendwahn“ vor einem doppelten Rätsel: Keine der zwei Frauen hat ein Alibi, und beide benutzen denselben Lippenstift. Zu allem Überfluss verstrickt sich Mira Bruns immer wieder in Widersprüche, die den Fall gehörig ins Stocken bringen. Bewegung kommt erst hinein, als sich herausstellt, dass aus der Wohnung des Toten wertvoller Schmuck verschwunden ist. Ein Raubmord also? Einen Fremden schließen Schmücke und Schneider als Täter allerdings aus, und auch die Untersuchungen von Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand führen sie zurück in den engsten Kreis der Familie. Immer stärker richtet sich der Verdacht gegen Miras jungen Liebhaber, der sich an den Juwelen vergriffen haben soll. Doch Schmuck zu stehlen ist eine Sache, einen Menschen zu erschlagen eine ganz andere – und die Frage, wer in jener Wohnung tatsächlich zugeschlagen hat, ist noch längst nicht beantwortet …
Hinter den Kulissen
„Jugendwahn“ ist der 15. Fall für die hallischen Kriminalhauptkommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler); innerhalb der Reihe Polizeiruf 110 trägt der Krimi die Folgennummer 225. Unterstützt werden die beiden Herberts von Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand (Marie Gruber) und Gerichtsmediziner Dr. Klaus Riepe (Klaus-Jürgen Steinmann).
Im Mittelpunkt der Episodenbesetzung steht Andrea Jonasson als einstige Erfolgsschauspielerin Mira Bruns. Tom Mikulla spielt ihren jungen Liebhaber Lukas Stelzer, Alexandra Schalaudek ihre Tochter Anna. Julia Thurnau ist als Claudia Fritsch zu sehen, die junge Ehefrau des getöteten Architekten.
Regie führte Bodo Fürneisen, das Drehbuch schrieb Wolfgang Hesse. Produziert wurde der Kriminalfilm aus dem Jahr 2001 vom Mitteldeutschen Filmkontor (MDF) im Auftrag des MDR, die Produktion lag bei Emmo Lempert. Die Kamera führte Dieter Chill, den Schnitt besorgte Margrit Schulz, und für die Musik war Rainer Oleak zuständig.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Mira Bruns, Schauspielerin – Andrea Jonasson
Lukas Stelzer – Tom Mikulla
Anna Fritsch – Alexandra Schalaudek
Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand – Marie Gruber
Claudia Fritsch – Julia Thurnau
Edith Reger – Marita Böhme
Golffreundin – Dorit Gäbler
Irene, Sekretärin – Alexa Maria Surholt
Gerichtsmediziner Dr. Klaus Riepe – Klaus-Jürgen Steinmann
u. v. a.
Stab
Regie – Bodo Fürneisen
Drehbuch – Wolfgang Hesse
Produktion – Emmo Lempert
Musik – Rainer Oleak
Kamera – Dieter Chill
Schnitt – Margrit Schulz
Produktionsunternehmen – Mitteldeutsches Filmkontor (MDF), im Auftrag des MDR

















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