Kurz und knapp – darum geht’s

Mitten in der Unterrichtsstunde wird an einer Schule in Brandenburg eine Lehrerin niedergestochen. 28 Zeugen gibt es, doch keiner will verraten, wer zugestochen hat. Hauptkommissarin Wanda Rosenbaum und Revierpolizist Horst Krause beißen bei den Jugendlichen auf Granit. Die tote Katja Kamp war bei ihren Schülern ausgesprochen unbeliebt. Je genauer die Ermittler ihre letzten Stunden nachzeichnen, desto deutlicher wird, wie viel Groll sich in dieser Klasse angestaut hat. Für Krause wird der Fall zur Zerreißprobe, denn seine Nichte Jana gehört zu genau dieser Klasse. Ausgerechnet an diesem Morgen hat sie verschlafen, und das offenbar mit Absicht. Rosenbaum wiederum ringt privat um die Nähe zu ihrer Tochter, die nichts mehr von ihr wissen will …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Bei Klingelzeichen Mord“

Ein Schulmorgen wie jeder andere, so scheint es zunächst. Polizeihauptmeister Horst Krause bringt seine Nichte Jana zu spät zum Unterricht. Doch kaum hat er das Schulgebäude betreten, kommt ihm Lehrerin Katja Kamp aus Janas Klassenzimmer entgegen und bricht vor seinen Augen zusammen. Sie hat eine Stichwunde, und jede Hilfe kommt zu spät. Die Tat geschah während der Stunde, mitten unter ihren Schülern, an einem Ort, der eigentlich zu den sichersten überhaupt zählen sollte.

Kriminalhauptkommissarin Wanda Rosenbaum übernimmt die Ermittlungen im Polizeiruf 110 „Bei Klingelzeichen Mord“ und sieht sich einer Klasse gegenüber, die geschlossen schweigt. Niemand will etwas gesehen haben, niemand will einen Namen nennen. Damit steht zunächst jeder der Jugendlichen im Verdacht, die Lehrerin getötet zu haben. Rosenbaum trifft auf verschlossene Gesichter und demonstrative Abwehr. Rasch zeigt sich, dass die Tote an der Schule kaum Freunde hatte. Ihre Schüler empfanden die Pädagogin als zynisch, und von Trauer ist bei ihnen wenig zu spüren.

Als Rosenbaum und Krause die letzten Stunden im Leben des Opfers rekonstruieren, tritt zutage, wie vergiftet das Verhältnis zwischen der Lehrerin und ihrer Klasse war. Über lange Zeit hat sich einiges angestaut, von Gleichgültigkeit und Verzweiflung bis zu Rachegelüsten und unverhohlenem Hass. Am naheliegendsten scheint zunächst eine Spur zu Alexander Jahn. Kamp hatte den Schüler von ihrem Unterricht suspendiert, Grund für Groll hätte er also reichlich. Seine Mitschüler versichern jedoch einhellig, Alexander sei zur Tatzeit gar nicht im Raum gewesen.

Für Krause wird die Sache unterdessen sehr persönlich. Er findet heraus, dass Jana an jenem Morgen nicht aus Versehen verschlafen hat, sondern ganz bewusst. Sie war auch nicht die Einzige: Weitere Schüler fehlten ausgerechnet in dieser Stunde. Offenbar wusste die ganze Klasse, dass etwas vorfallen würde. Diese Erkenntnis stürzt den Revierpolizisten in einen tiefen Zwiespalt, denn plötzlich zählt die eigene Nichte zum Kreis der Verdächtigen, für die er sich verantwortlich fühlt.

Auch Wanda Rosenbaum trägt ihre eigene Last mit sich herum. Immer wieder sucht sie den Kontakt zu ihrer erwachsenen Tochter, doch die beiden haben sich über die Jahre weit voneinander entfernt. Nach der Scheidung hatte Rosenbaum ihr Kind in ein Internat gegeben. Inzwischen studiert die Tochter nicht mehr und will ihr Leben nach eigenen Vorstellungen führen. Die Annäherungsversuche ihrer Mutter weist sie zurück, und so muss die Kommissarin erfahren, wie schwer der Zugang zu einem jungen Menschen werden kann, der sich verschlossen hat.

Derweil wächst unter den Jugendlichen im TV-Krimi „Bei Klingelzeichen Mord“ der psychische Druck, und das gemeinsame Schweigen wird für jeden Einzelnen zur Belastung. Wer hält ihm am längsten stand, und was ist an jenem Morgen hinter der Tür des Klassenzimmers wirklich geschehen …

Hinter den Kulissen

„Bei Klingelzeichen Mord“ ist die 227. Folge der Reihe und der zweite Fall für Kriminalhauptkommissarin Wanda Rosenbaum (Jutta Hoffmann) und Polizeihauptmeister Horst Krause (Horst Krause), dessen Figur den Namen ihres Darstellers trägt. Ihren ersten Einsatz hatte Rosenbaum in „Mörderkind“.

In weiteren Rollen sind Lisa Maria Potthoff als Krauses Nichte Jana, Gudrun Gabriel als Lehrerin Katja Kamp, Christian Blümel als Schüler Alexander Jahn, Peter Prager als Schuldirektor Brumme sowie Uwe Kockisch als Michael Bättcher zu sehen.

Regie führte Andreas Kleinert, bekannt unter anderem durch „Klemperer – Ein Leben in Deutschland“. Das Drehbuch schrieb Stefan Kolditz, hinter der Kamera stand Thomas Plenert, die Musik komponierte Andreas Hoge. Produziert wurde der Film von der Thomas Wilkening Filmgesellschaft im Auftrag des ORB.

Besetzung

Kriminalhauptkommissarin Wanda Rosenbaum – Jutta Hoffmann
Polizeihauptmeister Horst Krause – Horst Krause
Michael Bättcher – Uwe Kockisch
Lilly – Pauline Knof
Jana, Krauses Nichte – Lisa Maria Potthoff
Alexander Jahn – Christian Blümel
Konrad – Jesco Wirthgen
Katja Kamp, Lehrerin – Gudrun Gabriel
Anette Rosenbaum – Bettina Kurth
Schuldirektor Brumme – Peter Prager
Lehrerin – Simone von Zglinicki
Alexander Jahns Mutter – Ursula Andermatt
Konrads Vater – Joachim Lätsch
Älterer Herr – Roland Kuchenbuch
Lehrer – Hans-Heinrich Hardt
Lehrerin – Margarete Hamm
Andrea – Susanne Bohlmann
Sandra – Julia Mahnecke
Mark – Steven Borski
Robert – Anselm Wagner
Jüngerer Schüler – Ludwig Trepte
Katja Kamps Sohn – Jonathan Dümcke
u. v. a.

Stab

Regie – Andreas Kleinert
Drehbuch – Stefan Kolditz
Produktion – Thomas Wilkening
Musik – Andreas Hoge
Kamera – Thomas Plenert
Schnitt – Gisela Zick
Produktionsunternehmen – Thomas Wilkening Filmgesellschaft, im Auftrag des ORB