Kurz und knapp – darum geht’s

Eigentlich hat sich Kriminalhauptkommissarin Johanna Herz auf ein paar romantische Tage mit ihrem Lebensgefährten Robert Beck gefreut. Stattdessen landet sie mitten im Schlachtgetümmel: In Großbeeren wird der Sieg der Preußen über Napoleon von 1813 nachgestellt, und der Historiker Robert ist ganz in seinem Element. Zusammen mit der Bibliothekarin Amelie Wieland jagt er einer historischen Enthüllung hinterher – einem fast 200 Jahre alten Auftragsmord, hinter dem der französische Kaiser stecken soll. Johanna kann dem Treiben wenig abgewinnen und denkt schon an die Heimreise, als ein Fall aus der Gegenwart sie einholt: Der fränkische Weinhändler Hajo Porst, Sponsor der Veranstaltung und ein alter Freund Amelies, wird tot aufgefunden. Für Herz und Polizeihauptmeister Horst Krause beginnen mühsame Ermittlungen …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Die Schlacht“

Zweisamkeit hatte sich Johanna Herz anders vorgestellt. Der gemeinsame Ausflug mit Robert Beck führt sie nicht an einen stillen Ort auf dem Land, sondern geradewegs ins Jahr 1813: Im brandenburgischen Großbeeren wurde Napoleon damals zum ersten Mal geschlagen, und bis heute feiern die Preußen ihren Triumph, indem sie Leben und Sterben der Soldaten von einst nachspielen. Biwaks, Exerzierübungen, Lagerfeuer – für die Kommissarin ist das alles andere als ein Wochenende nach ihrem Geschmack.

Ihr Freund dagegen blüht regelrecht auf. Der Historiker glaubt, auf eine echte Sensation gestoßen zu sein: Napoleon soll das Gefecht genutzt haben, um einen lästigen Rivalen beseitigen zu lassen – einen Leutnant, der sich ausgerechnet in eine Mätresse des Kaisers verliebt hatte. Aufgestöbert hat diese Geschichte Amelie Wieland, die im Ort als Bibliothekarin arbeitet. Robert steckt so häufig mit ihr zusammen, dass sie ihm beinahe näher zu sein scheint als seine eigene Freundin.

Johanna lässt die Begeisterung kalt. Ein Mord, der fast zwei Jahrhunderte zurückliegt, befohlen von einem Mann, den sie schlicht für einen Massenmörder hält – wozu die ganze Aufregung? Als sie abends am Feuer sitzt und Suppe aus einem Blechnapf löffeln soll, reicht es ihr endgültig, und sie will abreisen. Doch daraus wird nichts, denn plötzlich gibt es einen Toten, der nicht ins 19. Jahrhundert gehört: Hajo Porst, ein Weinhändler aus Franken und einer der Geldgeber des Schlachtfests, ist einem Mord zum Opfer gefallen.

Aus dem missglückten Kurzurlaub wird im ORB-Polizeiruf „Die Schlacht“ ein Arbeitseinsatz, der es in sich hat. Gemeinsam mit Polizeihauptmeister Horst Krause muss Herz sämtliche Mitwirkenden und Verantwortlichen des Spektakels nach ihrem Alibi befragen – und davon gibt es reichlich. Obendrein haben Diebe in einem der Lager zugeschlagen: Verschwunden sind Ausrüstungsgegenstände, darunter preußische Infanteriesäbel und Gewehre. Die Kommissarin hat eine ebenso schlichte wie gewitzte Idee und schleust ihren Kollegen kurzerhand als Rekruten bei den Teilnehmern ein. Zwischen Drill und Lagerleben soll Krause die Ohren offen halten und nebenbei nach dem Diebesgut suchen.

Derweil stellt sich heraus, dass der Tote in Großbeeren alles andere als ein Fremder war. Amelie Wieland war eng mit ihm befreundet, und Robert kennt eine alte Geschichte, die die Bibliothekarin, ihren Schwager Frank Wieland und den Weinhändler miteinander verbindet. Auch geschäftlich sind die Männer verbandelt, denn Frank Wieland bezieht seine Ware von Porst. Je mehr Johanna im TV-Krimi „Die Schlacht“ über das Geflecht der Beteiligten erfährt, desto deutlicher spürt sie, dass hier Vergangenheit und Gegenwart enger ineinandergreifen, als ihr lieb sein kann. Und während Robert unbeirrt seinem jahrhundertealten Rätsel nachjagt, zeigt sich, dass auch in der Gegenwart manches noch längst nicht ausgestanden ist …

Hinter den Kulissen

Mit „Die Schlacht“ erreicht die Krimireihe Polizeiruf 110 ihre 246. Folge. Für Kriminalhauptkommissarin Johanna Herz (Imogen Kogge) ist es erst der zweite Fall, während Polizeihauptmeister Horst Krause (Horst Krause) bereits zum sechsten Mal ermittelt – in einer Rolle, die den Namen ihres Darstellers trägt. Diesmal rückt auch das Privatleben der Kommissarin ins Bild: Ihren Lebensgefährten Robert Beck spielt Peter Prager, die Bibliothekarin Amelie Wieland verkörpert Julia Jäger.

In einer Nebenrolle ist Ulrike Folkerts zu sehen, die in der Krimireihe Tatort als Kommissarin Lena Odenthal ermittelt. Im Polizeiruf übernimmt sie den Part der Irene Porst.

Produziert wurde der Film von der DOKfilm Fernsehproduktion GmbH und der Degeto Film im Auftrag des ORB. Regie führte Thomas Bohn, das Drehbuch schrieben Scarlett Kleint und Michael Illner, hinter der Kamera stand Peter W. Tost. Gedreht wurde in Großbeeren selbst sowie in Fresdorf, Diedersdorf und Genshagen.

Besetzung

Kriminalhauptkommissarin Johanna Herz – Imogen Kogge
Polizeihauptmeister Horst Krause – Horst Krause
Amelie Wieland, Bibliothekarin – Julia Jäger
Robert Beck, Historiker – Peter Prager
Jochen Wieland – Michael Roll
Frank Wieland – Hans Kremer
Tamara, Kriminaltechnikerin – Kathrin Angerer
Hauptmann – Jürgen Schornagel
Irene Porst – Ulrike Folkerts
Frank – Manfred Möck
Französischer Gegenspieler – Andreas Schmidt
Mischke – Michael Trischan
Hajo Porst, Weinhändler – Frank Röth
Rezeptionist – Ennio Cacciato
Paul Wieland – Dario Fosca
Friederike Wieland – Julia Reinecke
u. v. a.

Stab

Regie – Thomas Bohn
Drehbuch – Scarlett Kleint, Michael Illner
Produktion – Frank Schmuck
Musik – Hans Franek
Kamera – Peter W. Tost
Schnitt – Karola Mittelstädt
Produktionsunternehmen – DOKfilm Fernsehproduktion, im Auftrag des ORB