Kurz und knapp – darum geht’s

Ausgerechnet ein Bestatter stirbt einen grausamen Tod: Hartmut Preusler wird in seiner eigenen Sauna eingesperrt, bis sein Kreislauf versagt. Für die Schweriner Kommissare Jens Hinrichs und Tobias Törner beginnt ein Fall ohne erkennbares Motiv, denn das Geschäft des Toten lief bestens, und sein Umfeld wirkt aufrichtig erschüttert. Auch ein ins Holz geritztes „J“ hilft kaum weiter, zu viele Menschen in Preuslers Nähe kommen dafür infrage. Als die Witwe Johanna bedroht wird, zieht Törner zu ihrem Schutz auf das Anwesen und entdeckt dort eine Affäre. Hinrichs wiederum stößt ausgerechnet im Altenheim seines Vaters auf eine Spur, die ein höchst fragwürdiges Licht auf die Geschäfte des Toten wirft …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Winterende“

Ein Mann, der jahrelang gut vom Sterben anderer gelebt hat, findet selbst ein schreckliches Ende: Bestattungsunternehmer Hartmut Preusler kommt in der Sauna seines Hauses ums Leben. Jemand hat das Thermostat auf 120 Grad gedreht und die Tür verkeilt – für den Eingeschlossenen gibt es kein Entkommen, schließlich versagt sein Kreislauf. In seinen letzten Minuten ritzt Preusler noch einen einzelnen Buchstaben ins Holz: ein „J“.

Für Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs und seinen Kollegen Tobias Törner beginnt damit ein Fall, der sich zunächst jeder Erklärung entzieht. Während die Branche insgesamt schwächelt, florierte Preuslers Unternehmen, und wer ihn kannte, scheint ehrlich getroffen von seinem Tod. Seine Frau Johanna beschreibt ihn als durch und durch gutherzigen Menschen, dem niemand Böses gewollt haben könne – sie glaubt fest an eine Verwechslung. Auch die eingeritzte Initiale bringt die Ermittler im Polizeiruf 110 „Winterende“ nicht entscheidend weiter, denn im Umfeld des Toten gibt es gleich mehrere, auf die sie passen könnte.

Wenige Tage nach dem Mord erhält Johanna Preusler einen Drohanruf. Die verängstigte Witwe will auf keinen Fall allein bleiben und überredet Törner, zu ihrem Schutz bei ihr einzuziehen. Der Kommissar lässt sich darauf ein und lernt das Haus des Toten bald von einer Seite kennen, die so gar nicht zu dem makellosen Bild passt, das Johanna von ihrem Mann gezeichnet hat. Die Preuslers beschäftigen ein polnisches Ehepaar als Hausangestellte, und Törner findet heraus, dass der Hausherr mit Frau Jawlenski eine Affäre hatte. Die Ehefrau wusste davon. Hat der Fall damit endlich sein Motiv?

Hinrichs plagen derweil ganz private Sorgen. Sein Vater ist erst vor Kurzem in ein Altenheim gezogen und fühlt sich dort alles andere als wohl, weshalb der Sohn fast täglich bei ihm vorbeischaut. Bei diesen Besuchen macht er eine Entdeckung, die ihn hellhörig werden lässt: Pavel Jawlenski, der Mann der Hausangestellten und Hausmeister bei den Preuslers, arbeitet auch in dem Heim. Weil er bei dem Bestatter in der Kreide stand, hat er ihm regelmäßig zugetragen, welche Bewohner im Sterben lagen – so konnte Preusler sich frühzeitig an die Angehörigen wenden und die Aufträge sichern. Ein ebenso diskreter wie makabrer Handel, der im TV-Krimi „Winterende“ ein neues Licht auf den angeblichen Ehrenmann wirft.

Offen ist außerdem, welche Rolle die Grabrednerin Marianne Dammers spielt, deren Firma mit Preuslers Tod wieder vollständig an sie zurückfällt. Je mehr die Kommissare über das Leben des Toten erfahren, desto dichter wird das Geflecht aus Geschäft, Liebe und Abhängigkeit, in dem er sich bewegte. Liegt der Schlüssel zum Mord in dem Tauschhandel mit den Sterbenden – oder weist das „J“ im Saunaholz in eine ganz andere Richtung …

Hinter den Kulissen

„Winterende“ ist die 259. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und entstand im Auftrag des NDR, produziert von AllMedia Pictures. Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs (Uwe Steimle) ermittelt hier bereits zum 22. Mal, für seinen Kollegen Tobias Törner (Henry Hübchen) ist es der dritte Fall in Schwerin.

Hinter der Kamera fand sich ein eingespieltes Team wieder: Regisseur Andreas Kleinert und Drehbuchautorin Beate Langmaack hatten zuvor gemeinsam mit Steimle und Hübchen bereits den Polizeiruf „Verloren“ realisiert. Diesmal stehen Altwerden, Sterben und Trauer im Mittelpunkt – und das Bestattungswesen als Wirtschaftszweig. Die Anregung zu diesem Thema stammte von Hinrichs-Darsteller Uwe Steimle selbst.

In weiteren Rollen sind Marlen Diekhoff als Witwe Johanna Preusler, Birge Schade als Grabrednerin Marianne Dammers und Hermann Beyer als Hinrichs’ Vater zu sehen. Die Kamera führte Johann Feindt, die Musik schrieb Andreas Hoge.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Tobias Törner – Henry Hübchen
Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Johanna Preusler, Preuslers Ehefrau – Marlen Diekhoff
Marianne Dammers, Grabrednerin – Birge Schade
Greta Gerber – Helga Göring
Hinrichs’ Vater – Hermann Beyer
Anjeschka Jawlenski, Hausangestellte – Agnieszka Piwowarska
Jansen – Johannes Terne
Pavel Jawlenski, Hausmeister – Marek Wlodarczyk
Ärztin – Anna Stieblich
u. v. a.

Stab

Regie – Andreas Kleinert
Drehbuch – Beate Langmaack
Produktion – Heike Richter-Karst
Musik – Andreas Hoge
Kamera – Johann Feindt
Schnitt – Gisela Zick
Produktionsunternehmen – AllMedia Pictures, im Auftrag des NDR