Kurz und knapp – darum geht’s
Statt eines Mordfalls beschert der Dienst dem Schweriner Kommissar Tobias Törner diesmal ein Pflegekind: Kurz bevor sich ein Häftling im Gefängnis das Leben nimmt, bittet er ausgerechnet den Mann, der ihn hinter Gitter gebracht hat, sich um seine 18-jährige Tochter Lilly zu kümmern. Törner ist von der Aufgabe wenig angetan, findet aber zu seiner eigenen Überraschung Gefallen an der kessen jungen Frau. Was er nicht ahnt: Lilly nutzt seine Gutmütigkeit gezielt aus. Während Kollege Jens Hinrichs sich mit einem gestohlenen Koi-Karpfen herumschlägt, gerät Törner auch dienstlich unter Druck – sein rabiates Vorgehen gegen einen festgenommenen Neonazi hat das Innenministerium auf den Plan gerufen. Und ausgerechnet Hinrichs beginnt, dem eigenen Partner hinterherzuspionieren …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Resturlaub“
Mord und Totschlag? Fehlanzeige. In Schwerin geht es diesmal ausgesprochen ruhig zu, zumindest auf den ersten Blick. Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs muss sich mit Eigentumsdelikten begnügen und fahndet allen Ernstes nach einem entwendeten Koi-Karpfen. Seinem Kollegen Tobias Törner dagegen fällt eine Aufgabe zu, die so gar nicht in sein Berufsbild passt – er soll sich als Ersatzvater bewähren.
Der Auftrag kommt von einem Häftling, den Törner einst selbst ins Gefängnis gebracht hat. Kurz bevor der Mann sich das Leben nimmt, bittet er ausgerechnet den Kommissar, sich seiner Tochter Lilly anzunehmen. Mit 18 Jahren ist die junge Frau eigentlich längst erwachsen, und Törner hat auf die Rolle des Aufpassers herzlich wenig Lust. Weil Hinrichs aber ohnehin mit seinem Fischdiebstahl beschäftigt ist, trifft er sich doch mit ihr – und stellt zu seinem eigenen Erstaunen fest, dass ihm ihre kesse, unbekümmerte Art gefällt. Mehr noch: Im Polizeiruf 110 „Resturlaub“ regen sich in dem Ermittler plötzlich beinahe väterliche Gefühle.
Lilly allerdings hat ihre eigenen Absichten. Kaum hat sie dem Kommissar unbemerkt die Schlüssel abgenommen, macht sie sich auf den Weg zu seiner Wohnung und durchkämmt sie auf der Suche nach Geld. Beim nächsten Wiedersehen schmuggelt sie ihm den Schlüssel ebenso heimlich wieder zurück und gibt sich hilflos, ganz und gar auf Unterstützung angewiesen. Törner schöpft keinerlei Verdacht und beschließt, dem Mädchen zu helfen.
Unterdessen braut sich im Präsidium etwas zusammen. Hinrichs wird ins Innenministerium zitiert, wo man von ihm eine Stellungnahme zu seinem Partner verlangt: Törner soll bei einem verhafteten Neonazi so unsanft zur Sache gegangen sein, dass nun der Verdacht des Amtsmissbrauchs im Raum steht. Belastendes über den Kollegen kann Hinrichs zwar nicht berichten – trotzdem behält er Törner von nun an heimlich im Auge.
Der kümmert sich derweil weiter um seinen Schützling. Er verschafft Lilly eine Stelle als Kurierfahrerin und quartiert sie vorübergehend sogar bei sich ein. Als die junge Frau dann auch noch verkündet, ohne Bezahlung gespendete Kleidung zu einem Waisenhaus in Litauen bringen zu wollen, scheint für Törner festzustehen: Das Mädchen hat die Kurve gekriegt.
Umso härter trifft ihn, was er durch Zufall herausfindet. Mit Nächstenliebe hat Lillys Fahrt nämlich nichts zu tun – im NDR-Polizeiruf „Resturlaub“ entpuppt sich die angebliche Hilfslieferung als Tarnung, denn heimlich bringt Lilly gestohlene Limousinen für einen Ring von Autoschiebern nach Litauen. Törner ist zutiefst enttäuscht und stellt die junge Frau zur Rede. Doch kann er dem Mädchen, das ihn von Anfang an getäuscht hat, überhaupt noch ein Wort glauben …
Hinter den Kulissen
Für Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs (Uwe Steimle) ist „Resturlaub“ bereits der 23. Fall, sein Kollege Tobias Törner (Henry Hübchen) ermittelt zum vierten Mal in Schwerin. Die 266. Folge der Krimireihe kommt ganz ohne Mordfall aus: Im Mittelpunkt steht stattdessen die Beziehung zwischen Törner und der jungen Lilly (Anna Brüggemann). Ihren Vater verkörpert Martin Seifert, in der Rolle des Neonazis ist Alexander Speck zu sehen.
Regie führte Hannu Salonen, das Drehbuch schrieb Beate Langmaack. Hergestellt wurde der Fernsehfilm von der Produktionsfirma AllMedia Pictures im Auftrag des NDR, für die Produktion zeichnete Heike Richter-Karst verantwortlich.
Hinter der Kamera stand Andreas Doub, den Schnitt übernahm Julia Oehring. Die Musik stammt von Karim Sebastian Elias.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Tobias Törner – Henry Hübchen
Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Lilly – Anna Brüggemann
Robert Flegel – Wilfried Dziallas
Erster Dezernent – Hannes Hellmann
Lillys Vater – Martin Seifert
Taxifahrer – Max Hopp
Zweiter Dezernent – Stephan Möller-Titel
Beamter – Joachim Schweizer
Neonazi – Alexander Speck
u. v. a.
Stab
Regie – Hannu Salonen
Drehbuch – Beate Langmaack
Produktion – Heike Richter-Karst
Musik – Karim Sebastian Elias
Kamera – Andreas Doub
Schnitt – Julia Oehring
Produktionsunternehmen – AllMedia Pictures, im Auftrag des NDR
















Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 08.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 2 Tagen).
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