Kurz und knapp – darum geht’s

Nach dem abendlichen Training liegt die junge Tänzerin Isabel Rösler erschlagen im Tanzsaal des hallischen Ballhauses. Die Kommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider stehen vor einem Tatort voller Fragen: Was hat es mit den Abdrücken von Krücken auf sich, die sie dort entdecken? Und warum trug die Tote eine so stattliche Summe Bargeld bei sich? Zunächst gerät Tanzlehrer Guido Schmidt ins Visier, mit dem Isabel heimlich ein Verhältnis hatte. Doch der Verdacht hält nicht stand, und kurz darauf trifft es ein weiteres Mitglied der Tanzgruppe: Frank Uhlich wird schwer verletzt aufgefunden, wieder mit Krückenspuren am Tatort. Unter den Tänzern wächst die Furcht, und die Tänzerin Sandra scheint mehr zu wissen, als sie zunächst preisgibt …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Tod im Ballhaus“

Wo sonst zu Musik geprobt wird, herrscht an diesem Abend eisige Stille: Im Tanzsaal des hallischen Ballhauses liegt nach dem Training die Leiche der jungen Tänzerin Isabel Rösler. Jemand hat sie mit einem Metallrohr erschlagen und ihr obendrein die Knie zertrümmert. Die herbeigerufenen Kriminalhauptkommissare Schmücke und Schneider stoßen am Tatort auf Abdrücke, die nach Krücken aussehen – ein seltsames Detail an einem Ort, an dem sich alles um Beweglichkeit und Körperbeherrschung dreht. Kaum weniger rätselhaft ist der dicke Packen Bargeld in Isabels Tasche.

Schnell rückt das Privatleben der Toten in den Mittelpunkt. Isabel, selbst verheiratet, hatte eine heimliche Affäre mit ihrem Tanzlehrer Guido Schmidt, der seinerseits eine Ehefrau hat. Dazu kommt, dass sie im dritten Monat schwanger war. Ist Eifersucht das Motiv? Marion Schmidt jedenfalls macht den Kommissaren gegenüber keinen Hehl daraus, wer in ihrer Ehe die Fäden in der Hand hält: Das Ballhaus gehört ihr, und beruflich ist ihr Mann von ihr abhängig. Ein naheliegender Verdächtiger wäre der Tanzlehrer also – doch im Polizeiruf 110 „Tod im Ballhaus“ erhärtet sich der Verdacht gegen ihn nicht.

Auch Isabels Computer gibt den Ermittlern Rätsel auf, denn jemand hat die Festplatte ausgebaut, und sämtliche Disketten sind spurlos verschwunden. Was mag darauf gespeichert gewesen sein? Parallel tauchen Schmücke und Schneider in die Geschichte des Tanzsportvereins ein. Früher, so erfahren sie, beherrschten zwei Paare das Parkett: Sandra Geissler mit Helge Dombrowski und Isabel Rösler mit Frank Uhlich. Traten diese vier an, war für alle anderen nichts zu holen. Doch die glanzvollen Zeiten sind vorbei – Dombrowski wurde bei einem Unfall schwer verletzt.

Noch während die Kommissare das Geflecht aus Beziehungen zu durchschauen versuchen, schlägt der Täter erneut zu. Diesmal trifft es Frank Uhlich, Isabels einstigen Tanzpartner. Auch ihm wird die Kniescheibe zertrümmert, schwer verletzt landet er im Krankenhaus. Und wieder entdeckt das hallische Duo am Tatort die inzwischen bekannten Krückenspuren. Wer hat es ausgerechnet auf die Stars von einst abgesehen? Im Ballhaus macht sich Angst breit, denn niemand weiß, wen es als Nächstes erwischt.

Erst eine Aussage der Tänzerin Sandra Geissler bringt die Ermittlungen im MDR-Polizeiruf „Tod im Ballhaus“ schließlich in Bewegung. Allmählich beschleicht die beiden Kriminalisten ein Gedanke, der alles bisher Erreichte auf den Kopf stellt: Was, wenn die Krückenabdrücke gar keine echte Spur sind, sondern ein gezielt gelegter Köder, der die Polizei in die Irre führen soll? Und Sandra weiß offenbar mehr über Isabel und die Herkunft des Geldes, als sie bislang verraten hat. Viel Zeit bleibt Schmücke und Schneider allerdings nicht, denn wer auch immer hinter den Anschlägen steckt, schreckt vor nichts zurück …

Hinter den Kulissen

„Tod im Ballhaus“ ist die 275. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110 und bereits der 31. gemeinsame Fall für die hallischen Kriminalhauptkommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler). Regie führte Hans Werner, der gemeinsam mit Peter Kahane auch das Drehbuch verfasste.

In den Episodenrollen sind unter anderem Luise Bähr als Tänzerin Sandra Geissler, Florian Fitz als Tanzlehrer Guido Schmidt und Antje Schmidt als dessen Ehefrau Marion zu sehen. Helmut Zierl spielt Lothar Brückner, Henning Baum verkörpert René Rösler, den Ehemann des Opfers. Tom Beck ist als Frank Uhlich, Kristian Kiehling als Helge Dombrowski und Loretta Stern als Isabel Rösler besetzt. Als Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand steht Marie Gruber den Kommissaren zur Seite.

Produziert wurde der Film von Saxonia Media im Auftrag des MDR. Gedreht wurde vom 18. Oktober bis zum 18. November 2005 in Halle (Saale).

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Sandra Geissler – Luise Bähr
Lothar Brückner – Helmut Zierl
Guido Schmidt – Florian Fitz
Marion Schmidt – Antje Schmidt
René Rösler, Ehemann des Opfers – Henning Baum
Helge Dombrowski – Kristian Kiehling
Rosamunde Weigand, Kriminaltechnikerin – Marie Gruber
Frank Uhlich – Tom Beck
Vater Dombrowski – Hans-Heinrich Hardt
Marcel Krause – Thorsten Kramer
Frau Gebhard, Schneiderin – Margot Nagel
Klinikpatient – Peter Obermann
Käufer der Brückner’schen Villa – Herbert Olschok
Rolle ohne Angabe – Ralph Richter
Dr. Klaus Riepe – Klausjürgen Steinmann
Isabel Rösler, Opfer – Loretta Stern
Maik – Rayk Gaida
u. v. a.

Stab

Regie – Hans Werner
Drehbuch – Peter Kahane, Hans Werner
Produktion – Susanne Wolfram
Musik – Markus Lonardoni
Kamera – James Jacobs
Schnitt – Claudia Fröhlich
Produktionsunternehmen – Saxonia Media, im Auftrag des MDR