Kurz und knapp – darum geht’s

Suizid oder Mord? Vor dieser Frage stehen die Schweriner Kriminalhauptkommissare Jens Hinrichs und Tobias Törner, nachdem der junge Synchronspringer Sven Kröger an einer Vergiftung gestorben ist. Das Gift, sogenanntes Pseudo-Chlor, stammt aus dem Schwimmbad, wo es für jeden greifbar lagerte. Vieles spricht für einen Freitod, denn Kröger hatte kurz zuvor seinen Sprungpartner bei einem Autounfall verloren, und mit ihm schien auch die Karriere beendet. Doch eine Spur nach Berlin, wo im Vorjahr zwei Synchronspringerinnen einem Anschlag entgingen, und eine seltsame Kurznachricht auf Hinrichs’ Handy wecken Zweifel. Dabei hat der Kommissar privat schon genug Sorgen: Seine Ehe steckt in der Krise. Und für Törner ist es der letzte gemeinsame Einsatz …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Vorwärts wie rückwärts“

Im Schweriner Kommissariat geht es in diesen Tagen ungewöhnlich zu: Tobias Törner hat einem indigenen Nordamerikaner, den er bei einer Fortbildung kennengelernt hat, kurzerhand eine Unterkunft in der Dienststelle angeboten. Sein Kollege Jens Hinrichs trägt derweil schwer an den Problemen zu Hause. Er hat eine Eheberaterin aufgesucht, und seitdem kaut er im Stillen auf einem Sinnspruch herum, den sie ihm mit auf den Weg gegeben hat.

Mit der Grübelei ist es vorbei, als die Nachricht vom Tod eines Synchronspringers eintrifft – jetzt sind beide Kommissare gefragt. Der 22-jährige Sven Kröger ist an Pseudo-Chlor gestorben, das sich in seiner Trinkflasche befand. Die Chemikalie wird im Schweriner Schwimmbad aufbewahrt, und zwar an einer Stelle, an die praktisch jeder herankommt. Ein Verbrechen kommt damit ebenso in Betracht wie ein Suizid, und einiges im Polizeiruf 110 „Vorwärts wie rückwärts“ spricht zunächst für Letzteres: Erst vor Kurzem ist Krögers Partner und Freund bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Ohne ihn stand die Laufbahn des jungen Sportlers vor dem Aus.

Ungefähr zur selben Zeit landet auf Hinrichs’ Handy eine merkwürdige SMS von einem unbekannten Absender. Der Kommissar, ohnehin mit seinem Eheproblem beschäftigt, hält den Text für eine weitere Lebensweisheit seiner Therapeutin. Er heftet ihn an seine Pinnwand und verschwendet keinen weiteren Gedanken daran.

Um ein Tötungsdelikt sicher ausschließen zu können, folgen Hinrichs und Törner einem Hinweis nach Berlin. Dort ist im Vorjahr ein Mordanschlag auf zwei Synchronspringerinnen verübt worden – kurz nachdem die beiden öffentlich bekannt gegeben hatten, künftig getrennte Wege zu gehen. Die Akte wurde damals geschlossen, weil sich weder ein Motiv noch ein Täter fand. Das Gespräch mit den Sportlerinnen bringt die Schweriner allerdings kaum weiter: Die angekündigte Trennung war nichts als ein PR-Gag. Und weil die ehrgeizigen jungen Frauen nur ihren Erfolg im Blick hatten, lag ihnen wenig daran, dass der gescheiterte Anschlag aufgeklärt wird.

Bewegung kommt in den NDR-Polizeiruf „Vorwärts wie rückwärts“ erst durch einen Zufall: Hinrichs bemerkt, dass sich die Nachricht an seiner Pinnwand von vorn genauso lesen lässt wie von hinten – ein Palindrom. Von seiner Therapeutin stammt der Text keineswegs, hier hat jemand eine versteckte Botschaft hinterlassen. Hat also doch ein Täter Sven Kröger auf dem Gewissen? Immerhin spielt Symmetrie auch beim Synchronspringen eine zentrale Rolle. Nach und nach dämmert den beiden Ermittlern, dass sie es mit einem gefährlichen Psychopathen zu tun haben. Um ihm auf die Schliche zu kommen, schmieden sie einen Plan, der alles andere als ungefährlich ist …

Hinter den Kulissen

Mit „Vorwärts wie rückwärts“, der 271. Folge der Reihe, endet ein Kapitel des Schweriner Polizeirufs: Für Kriminalhauptkommissar Tobias Törner (Henry Hübchen) ist es nach fünf Einsätzen der letzte Fall. Sein Kollege Jens Hinrichs (Uwe Steimle) ermittelt dagegen bereits zum 24. Mal. Törners Abschied steht in der Geschichte selbst nicht im Vordergrund, schwingt im Film insgesamt aber mit.

Das Thema Trennung zieht sich auf mehreren Ebenen durch den Krimi – nicht zuletzt durch die Ehekrise, mit der Hinrichs zu kämpfen hat.

Regie führte Hannu Salonen, das Drehbuch schrieb Beate Langmaack. Hinter der Kamera stand Andreas Doub, die Musik komponierte Karim Sebastian Elias. Produziert wurde der Film von AllMedia Pictures im Auftrag des NDR; für die Produktion zeichneten Heike Richter-Karst und Producerin Nathalie Scriba verantwortlich.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Tobias Törner – Henry Hübchen
Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Garcia – Tim Sikyea
Kröger – Ursula Karusseit
Karsten Blohmberg – Robert Gallinowski
Verena Matthiesen – Suzanne von Borsody
Svenja – Anjorka Strechel
Gesche – Olivia Klemke
Britta – Zoé Anna Weiland
Synchronspringerin – Sabrina Rattey
Schwimmbadtechniker – Hendrik Arnst
Lehmann, Journalist – Thomas Wehling
Otto Renner – Jörg Panknin
Sven Kröger – Konstantin Prochorowski
Jette, Berliner Kollegin – Bettina Kramer
u. v. a.

Stab

Regie – Hannu Salonen
Drehbuch – Beate Langmaack
Produktion – Heike Richter-Karst, Nathalie Scriba (Producerin)
Musik – Karim Sebastian Elias
Kamera – Andreas Doub
Schnitt – Julia Oehring
Produktionsunternehmen – AllMedia Pictures, im Auftrag des NDR