Kurz und knapp – darum geht’s

Ausgerechnet ein kleiner Hund bringt Kommissar Thomas Keller in Bad Homburg auf die Spur eines Vermisstenfalls. Das Frauchen des Tieres, Helene Karlow, hat im Casino den Jackpot geknackt und ist seither wie vom Erdboden verschluckt. Für Keller ist das kein Fall wie jeder andere, denn die Verschwundene ist die Mutter seines Schulfreundes Peter, genannt „Monte Carlo“, der vor vielen Jahren bei einem Unglück ums Leben kam. Während der Kommissar alte Bekannte wiedertrifft, stellt seine Freundin Sophie Stein eigene Nachforschungen an – und kommt dabei Edgar Dobler nahe, einem früheren Kollegen ihres ermordeten Vaters. Mit wachsender Eifersucht beobachtet Keller die Vertrautheit der beiden und beginnt, in Doblers Vergangenheit zu graben …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Die Mutter von Monte Carlo“

Beschaulicher könnte ein Fall kaum beginnen: Eines Morgens sitzt im Restaurant von Sophie Stein ein kleiner Hund, allein und offenbar ausgebüxt. Kommissar Thomas Keller, der sich in Bad Homburg mittlerweile gut eingelebt hat und eigentlich nie so ganz außer Dienst ist, nimmt sich des Ausreißers an. Er will das Tier kurzerhand zu seinem Besitzer zurückbringen. Doch aus dem kleinen Freundschaftsdienst wird schnell mehr als gedacht.

Denn die Halterin des Hundes, Helene Karlow, wird vermisst – und die Umstände lassen aufhorchen. Die alte Dame hat im Casino von Bad Homburg den Jackpot gewonnen, danach fehlt von ihr jede Spur. Wer plötzlich so viel Geld besitzt, wird schnell zur Zielscheibe, und so liegt der Gedanke an ein Verbrechen nicht fern. Im Polizeiruf 110 „Die Mutter von Monte Carlo“ wird die Sache für Keller zudem höchst persönlich: Die Verschwundene ist die Mutter seines früheren Schulfreundes Peter Karlow, den alle nur „Monte Carlo“ nannten und der mit 17 Jahren bei einem tragischen Unglück starb.

Noch am selben Abend holt die Vergangenheit den Kommissar ein weiteres Mal ein. Als er Sophie von der Chorprobe abholt, entpuppt sich der Chorleiter als alter Bekannter: Kantor Paul Bertram, ein Jugendfreund Kellers, den er lange nicht gesehen hat. Das Wiedersehen wird ausgiebig gefeiert, und im Laufe des Abends kommt so manches zur Sprache. Um Bertrams Finanzen steht es nicht zum Besten. Außerdem erfährt Keller, dass sein Freund nach Karlows Tod dessen Freundin geheiratet hat – eine junge Frau, die damals schwanger war.

Sophie wiederum mag nicht an ein harmloses Verschwinden glauben. Sie ist überzeugt, dass Helene Karlow einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, und macht sich ohne Absprache selbst auf die Suche nach Antworten. Ihre Recherche führt sie ins Casino, wo sie auf Edgar Dobler trifft: einen langjährigen Freund der Familie, der einst gemeinsam mit ihrem ermordeten Vater im Polizeidienst stand. Der ehemalige Beamte kannte die Vermisste gut, denn er hatte sich mit Helene Karlow angefreundet.

Keller passt es gar nicht, wie eng Sophie und der frühere Polizist miteinander umgehen. Misstrauisch beäugt er die beiden – und lässt es nicht dabei bewenden. Im HR-Polizeiruf „Die Mutter von Monte Carlo“ fährt der Kommissar nach Frankfurt zu seinem Kollegen Fritz Dellwo, um dort in Doblers alter Polizeiakte zu blättern. Was er darin findet, will nicht recht zusammenpassen und wirft neue Fragen auf. Doch bevor Keller sich einen Reim darauf machen kann, wird aus dem Schlossteich von Bad Homburg eine Leiche gezogen …

Hinter den Kulissen

In „Die Mutter von Monte Carlo“ ermittelt Kommissar Thomas Keller (Jan-Gregor Kremp) zum zweiten Mal in Bad Homburg. Die Episode aus dem Jahr 2006 ist eine Produktion des HR und die 273. Folge der Reihe Polizeiruf 110. An Kremps Seite spielt Inga Busch die Restaurantbesitzerin Sophie Stein, Gustav Peter Wöhler ist als Kellers Jugendfreund Paul Bertram zu sehen und Rüdiger Vogler als ehemaliger Polizist Edgar Dobler.

Für eine besondere Begegnung zweier Krimireihen sorgt Jörg Schüttauf: Er hat einen Gastauftritt als Fritz Dellwo, jener Kommissar, den er im Frankfurter Tatort verkörpert. Keller sucht ihn im Laufe der Ermittlungen in Frankfurt auf.

Titus Selge schrieb das Drehbuch und führte auch Regie. Hinter der Kamera stand Frank Blau, den Schnitt übernahm Elke Herbener, die Musik stammt von KAB Fischer. Als Produzent zeichnete Jörg Himstedt verantwortlich.

Besetzung

Kriminalkommissar Thomas Keller – Jan-Gregor Kremp
Sophie Stein, Restaurantbesitzerin – Inga Busch
Paul Bertram, Chorleiter – Gustav Peter Wöhler
Edgar Dobler, ehemaliger Polizist – Rüdiger Vogler
Vera – Karin Baal
Fritz Dellwo, Kommissar in Frankfurt – Jörg Schüttauf
Norbert, Polizist – Felix Vörtler
Teske, Bestatter – Matthias Scheuring
Monika Bertram – Petra Zieser
Angelina / Andrea – Jasmin Schwiers
Heinrich Keller – Jürgen Stössinger
Pino – Giuseppe Schiliro
u. v. a.

Stab

Regie – Titus Selge
Drehbuch – Titus Selge
Produktion – Jörg Himstedt
Musik – KAB Fischer
Kamera – Frank Blau
Schnitt – Elke Herbener
Produktionsunternehmen – HR