Kurz und knapp – darum geht’s

Ihr dritter gemeinsamer Fall beginnt für Katrin König und Alexander Bukow im Verhörraum, und Bukow sitzt dabei auf der falschen Seite des Tisches: Die LKA-Beamtin geht einem Korruptionsvorwurf gegen ihren Kollegen nach, der in seiner Berliner Zeit mit dem serbischen Bandenchef Zoran Subocek zu tun hatte. Dann stirbt in Rostock ein Serbe, und die Spur führt zu Lutz Brückmann. Der verzweifelte Vater kämpft seit Jahren gegen einen mächtigen Pharmakonzern, den er für den Tod seiner kleinen Tochter verantwortlich macht. Als Subocek persönlich in der Hansestadt auftaucht, steckt Bukow in der Zwickmühle zwischen seinen eigenen Interessen und seiner Pflicht als Polizist …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Feindbild“

Eigentlich sollten Kollegen einander nicht so gegenübersitzen: Kriminalhauptkommissar Alexander Bukow muss sich einer Befragung durch Katrin König vom LKA stellen, und das nicht als Partner, sondern als Beschuldigter. Einige Fälle haben die beiden bereits zusammen gelöst, doch nun untersucht König einen Korruptionsvorwurf, der aus Bukows Berliner Dienstzeit stammt. Damals hatte er es mit dem serbischen Bandenchef Zoran Subocek zu tun, und der behauptet heute, der Kommissar sei sein Informant gewesen. Tatsächlich ist Beweismaterial gegen den Serben verschwunden, kurz nachdem Bukows Sohn im Auftrag Suboceks für einige Tage entführt worden war. Wem man das Verschwinden der Beweise anlastet, liegt auf der Hand.

Dass die Vergangenheit Bukow längst eingeholt hat, zeigen aufgetauchte Fotos: Subocek lässt den Kommissar und seine Familie offenbar auch in Rostock überwachen. Der Mann, der die Bilder von Bukow und König aufgenommen hat, heißt Miroslaw Badza, ein serbischer Sicherheitsmann. Kurz darauf wird er ermordet aufgefunden. Für einen Moment hält König es sogar für denkbar, dass ihr Kollege gegenüber dem Mann handgreiflich geworden ist.

Doch die Ermittlungen im Polizeiruf 110 „Feindbild“ schlagen schnell eine andere Richtung ein. Zuletzt gesehen wurde das Opfer mit Lutz Brückmann, und damit rückt ein Mann in den Fokus, der seit Jahren einen einsamen Kampf führt. Er will den mächtigen Rostocker Pharmakonzern von Dr. Ferdinand Geiger für den Tod seiner Tochter zur Rechenschaft ziehen. Das fünfjährige Mädchen war nach einer Impfung gegen Zecken gestorben, und wie die Kommissare herausfinden, war das Serum nicht ausreichend getestet worden. Bislang sind all seine Versuche im Sande verlaufen, aus dem Anliegen des Vaters ist längst eine erbitterte persönliche Fehde geworden.

Dann bekommt Brückmann plötzlich handfeste Beweise gegen den Konzern zugespielt. Was nach dem lang ersehnten Durchbruch aussieht, entpuppt sich als brandgefährlich, denn er hat sich mit einem Gegner angelegt, der über Macht und Mittel verfügt. In Gefahr gerät damit nicht nur er selbst, sondern auch seine Exfrau Teresa. Während König und Bukow versuchen, seiner Fährte zu folgen, scheint Brückmann ihnen stets einen Schritt voraus zu sein.

Und als wäre das nicht schon genug, ruft der Tod Badzas einen Mann auf den Plan, dem Bukow lieber nie wieder begegnet wäre: Der Ermordete war ein Cousin von Zoran Subocek, und der Mafiachef reist persönlich nach Rostock. Bukow kennt seinen alten Widersacher gut genug, um zu wissen, dass Brückmanns Leben nun keinen Pfifferling mehr wert ist. Für den Kommissar wird es im NDR-Polizeiruf damit selbst eng, denn er muss abwägen, was schwerer wiegt: seine Pflicht als Polizist oder seine eigenen Interessen. Und an seiner Seite steht eine Kollegin, die jeden seiner Schritte genau beobachtet …

Hinter den Kulissen

„Feindbild“ ist die 316. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und der dritte Fall für Kriminalhauptkommissar Alexander Bukow (Charly Hübner) und LKA-Beamtin Katrin König (Anneke Kim Sarnau). Die Beziehung des Rostocker Duos ist von Beginn an angespannt: König wurde vom LKA beauftragt, ihren Kollegen zu beobachten, weil es in Bukows Vergangenheit Unklarheiten gibt, die schließlich in einem Korruptionsvorwurf gipfeln. Dieser Konflikt zieht sich auch durch die weiteren gemeinsamen Fälle der beiden.

Die zentralen Gastrollen übernehmen Andreas Patton als Lutz Brückmann, Jürg Löw als Konzernchef Dr. Ferdinand Geiger und Aleksandar Jovanovic als Bukows Widersacher Zoran Subocek. Maja Schöne ist als Brückmanns Exfrau Teresa zu sehen.

Regie führte Eoin Moore, der auch das Drehbuch schrieb, hinter der Kamera stand Martin Farkas. Produziert wurde der Film von Filmpool im Auftrag des NDR. Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau erhielten 2012 eine Nominierung für den Grimme-Preis („Spezial“).

Besetzung

LKA-Beamtin Katrin König – Anneke Kim Sarnau
Kriminalhauptkommissar Alexander Bukow – Charly Hübner
Anton Pöschel – Andreas Guenther
Henning Röder – Uwe Preuss
Lutz Brückmann – Andreas Patton
Dr. Ferdinand Geiger, Leiter eines Pharmakonzerns – Jürg Löw
Zoran Subocek, serbischer Bandenchef – Aleksandar Jovanovic
Volker Thiesler – Josef Heynert
Staatsanwalt Evers – Kai Scheve
Teresa Brückmann, Brückmanns Exfrau – Maja Schöne
Vivian Bukow – Fanny Staffa
Veit Bukow – Klaus Manchen
Limousinenfahrer – Klaudiusz Kaufmann
Miroslaw Badza – Luca Maric
Polizistin – Anika Wangard
Nachbarin – Claudia Eisinger
Dr. Lindner – Ingrit Dohse
u. v. a.

Stab

Regie – Eoin Moore
Drehbuch – Eoin Moore
Produktion – Iris Kiefer, Ilka Förster (Producerin)
Musik – Warner Poland, Kai-Uwe Kohlschmidt, Wolfgang Glum
Kamera – Martin Farkas
Schnitt – Dagmar Lichius
Produktionsunternehmen – Filmpool, im Auftrag des NDR