Kurz und knapp – darum geht’s
Ein Arzt mit einem Herz für die Mittellosen liegt tot in seiner Praxis in Halle: Dr. Thomas Kugler hat Patienten behandelt, die weder versichert waren noch Geld hatten – darunter auch Menschen, die ohne Papiere in Deutschland leben. Einbruchspuren und fehlende Medikamente scheinen auf einen Junkie hinzudeuten, und tatsächlich ist ein junger Mann zur Tatzeit aus der Praxis geflohen. Doch je länger die Kommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider ermitteln, desto weniger passt das Bild vom Raubmord. Warum will die Sprechstundenhilfe den Flüchtigen nie gesehen haben, obwohl er Kuglers Patient war? Und als in der Saale eine junge Ukrainerin tot geborgen wird, führt die Spur zu einem Unternehmer, der mit dem Arzt im Streit lag …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Schatten“
Eben noch eine Anlaufstelle für Menschen, die sonst nirgends Hilfe finden, nun ein Tatort: In seiner Praxis in Halle wird der Allgemeinmediziner Dr. Thomas Kugler tot aufgefunden. Die Spuren scheinen eine klare Sprache zu sprechen – jemand ist eingebrochen, und aus dem Bestand des Arztes fehlen Medikamente. Für Kommissar Herbert Schmücke und seinen Kollegen Herbert Schneider sieht zunächst alles danach aus, als sei der Arzt einem Süchtigen in die Quere gekommen, der es auf Arzneimittel abgesehen hatte. Dazu passt, dass Zeugen einen jungen Mann beobachtet haben, der zur Tatzeit Hals über Kopf aus dem Gebäude gerannt ist. Mit einem Phantombild nehmen die Ermittler die Fahndung auf.
Schon die ersten Recherchen zeigen allerdings, dass Kugler kein gewöhnlicher Hausarzt war. Unter seinen Patienten finden sich auffallend viele Ausländer, Abrechnungen mit einer Krankenkasse sucht man bei ihnen jedoch vergeblich: Der Mediziner hat aus humanitären Gründen Menschen versorgt, die weder eine Versicherung noch Geld besaßen – und manche von ihnen leben ohne Aufenthaltserlaubnis in Deutschland. Liegt der Schlüssel zum Fall also in genau diesem Kreis? Schmücke und Schneider konzentrieren sich zunächst auf diese Spur.
Die Jagd nach dem Flüchtigen im Polizeiruf 110 „Schatten“ findet jedoch ein jähes Ende, bevor die Kommissare ihn zu fassen bekommen: Leonid Tscherkassow, so heißt der junge Mann, will einer Polizeikontrolle ausweichen und verunglückt dabei schwer. Seither liegt er im Koma, eine Befragung ist ausgeschlossen. Schon herauszufinden, wer er überhaupt ist, kostet die Ermittler einige Mühe. Fest steht am Ende nur, dass er bei Dr. Kugler in Behandlung war.
Umso merkwürdiger erscheint das Verhalten von Marion Menge. Die Sprechstundenhilfe des Toten beteuert, den jungen Mann noch nie zu Gesicht bekommen zu haben – eine Aussage, die nicht recht zu dem passen will, was die Polizei inzwischen weiß. Und auch an anderer Stelle bekommt die Junkie-Theorie Risse: Als die verschwundenen Medikamente wieder auftauchen, sieht sich Schmücke in seiner Vermutung bestätigt. Den Einbruch hat jemand bloß inszeniert.
Dann nimmt der Fall im MDR-Polizeiruf „Schatten“ eine Richtung, mit der niemand gerechnet hat: Aus der Saale wird die Leiche einer jungen Frau geborgen. Auch Ira, wie die Tote heißt, lebte ohne Papiere in Halle – und sie war die Freundin von Leonid Tscherkassow. Beide haben in einer Recyclingfirma gearbeitet, die ausgerechnet Robert Menge gehört, dem Ehemann der Sprechstundenhilfe. Weil Menge mit Dr. Kugler im Streit lag, rückt er für die beiden Herberts in den Kreis der Mordverdächtigen. Doch hängen die beiden Todesfälle tatsächlich zusammen, und welche Rolle spielt das Schicksal der jungen Ukrainerin im Fall Kugler …
Hinter den Kulissen
„Schatten“ ist die 308. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und zugleich der 42. Fall für das Hallenser Ermittlerduo Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler). Eine Eigenheit des eingespielten Teams steckt schon in den Namen: Beide Kriminalhauptkommissare tragen den Vornamen Herbert. Unterstützt werden sie von Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand (Marie Gruber).
In den Episodenrollen sind unter anderem Floriane Daniel als Sprechstundenhilfe Marion Menge, Michael Schenk als ihr Ehemann Robert Menge und Leon Palamarciuc als Leonid Tscherkassow zu sehen. Johannes Gabriel spielt den toten Arzt Dr. Thomas Kugler.
Regie führte Jorgo Papavassiliou, das Drehbuch stammt von Renate Ziemer und Hans-Werner Honert. Produziert wurde der Krimi von der Saxonia Media Filmproduktion im Auftrag des MDR, für die Produktion zeichnete Peter Gust verantwortlich. Gedreht wurde in Halle.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Dr. Doris Kugler – Sandra Speichert
Marion Menge, Sprechstundenhilfe – Floriane Daniel
Dr. Lothar Winter – Markus Knüfken
Robert Menge, Inhaber einer Recyclingfirma – Michael Schenk
Rosamunde Weigand, Kriminaltechnikerin – Marie Gruber
Gabi Rössner – Karin Düwel
Jacob – Albrecht Schuch
Dr. Thomas Kugler, Allgemeinmediziner – Johannes Gabriel
Rudi Winnig – Manfred Richter
Dr. Stabroth – Jochen Schropp
Leonid Tscherkassow – Leon Palamarciuc
Dr. Kluge, Krankenhausarzt – Stephan Korves
Frau Tereschkowa – Artemis Chalkidou
René – Michael Wiesner
u. v. a.
Stab
Regie – Jorgo Papavassiliou
Drehbuch – Renate Ziemer, Hans-Werner Honert
Produktion – Peter Gust
Musik – Andreas Koslik
Kamera – Vladimir Subotic
Schnitt – Margrit Schulz
Produktionsunternehmen – Saxonia Media, im Auftrag des MDR













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