Kurz und knapp – darum geht’s
Not, Schrottklau und ein Mord, der als Selbstmord getarnt wurde: In ihrem letzten gemeinsamen Fall suchen die Schweriner Kommissare Jens Hinrichs und Markus Tellheim den Mörder von Boris Schuldzeck, der mit einer osteuropäischen Metall-Mafia Geschäfte gemacht hat. Die Handlanger Kurt Ratgaus und Harry Bolten sind ebenso schnell gefunden wie Jan Körner, der den Diebstahl organisiert. Nachweisen lässt sich der Mord allerdings keinem von ihnen. Dann stellt sich heraus, dass Ratgaus’ elfjähriger Sohn Mika die Tat beobachtet haben könnte. Für die russischen Hintermänner, die nicht einmal davor zurückschrecken, ein Kind zu töten, wird der Junge damit zum Risiko – und seine Mutter Rose will nicht tatenlos zusehen …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Die armen Kinder von Schwerin“
In einer stillgelegten Fabrikhalle in Schwerin wird Boris Schuldzeck erhängt aufgefunden. Was auf den ersten Blick wie ein Selbstmord aussieht, hält einem zweiten nicht stand: Nirgends steht ein Stuhl, nirgends eine Leiter, auf die der Mann hätte steigen können. Den Kommissaren Jens Hinrichs und Markus Tellheim ist schnell klar, dass hier jemand eine Szene arrangiert hat. Die Obduktion gibt ihnen recht, denn Schuldzeck ist gewaltsam erstickt worden. Im Polizeiruf 110 „Die armen Kinder von Schwerin“ jagen die beiden also einen Mörder, der kaltblütig genug war, seine Tat zu verschleiern.
Wer war der Tote? Schuldzeck stand seit Langem ohne Job da und verdiente sein Geld mit zwielichtigen Geschäften: Er arbeitete einer osteuropäischen Buntmetall-Mafia zu. Die Drecksarbeit erledigten Helfer wie Kurt Ratgaus, Wachmann Harry Bolten und Wirt Rudi Matschke. Bei ihnen allen reicht das Geld hinten und vorne nicht, und mit gestohlenem Schrott verdienen sie sich etwas dazu. Es ist ein Netz kleiner Leute, die für wenig Lohn viel riskieren. Organisiert wird der Metalldiebstahl von Jan Körner, der früher mit Schuldzeck zusammengearbeitet hat.
Hinrichs und Tellheim haben die Beteiligten rasch beisammen, doch der vermeintliche Ermittlungserfolg erweist sich als trügerisch. Keinem der Verdächtigen lässt sich der Mord nachweisen, und wer in diesem Geschäft mitmischt, hält der Polizei gegenüber lieber dicht. Kein Wunder: Hinter den Schweriner Schrottdieben stehen russische Auftraggeber, mit denen nicht zu spaßen ist.
Wie tief die Not in manche Familien hineinreicht, zeigt sich bei den Ratgaus. Kurt und seine Frau Rose müssen jeden Cent umdrehen, und am härtesten trifft die Armut die Kinder. Vor allem der elfjährige Mika möchte seinen Eltern helfen, wo er nur kann. Dann aber verdichten sich im NDR-Polizeiruf „Die armen Kinder von Schwerin“ die Hinweise, dass ausgerechnet er den Mord mit angesehen haben könnte. Für die Ermittler wäre ein solcher Zeuge ein Glücksfall, für den Jungen selbst wird es lebensgefährlich.
Denn die Männer im Hintergrund sind Berufsverbrecher, denen ein Menschenleben wenig bedeutet, auch das eines Kindes nicht. Rose ist krank vor Sorge um ihren Sohn und setzt Kurt so lange zu, bis er seinen Widerstand aufgibt und einwilligt, mit der Polizei zusammenzuarbeiten. Damit haben Hinrichs und Tellheim endlich einen Verbündeten aus dem Kreis der Bande, doch die Zeit arbeitet gegen sie. Ein falscher Schritt, und Mika bezahlt dafür – jede Stunde könnte über sein Leben entscheiden …
Hinter den Kulissen
Mit „Die armen Kinder von Schwerin“, der 302. Folge der Reihe „Polizeiruf 110“, verabschieden sich die Kriminalhauptkommissare Jens Hinrichs (Uwe Steimle) und Markus Tellheim (Felix Eitner). Für Hinrichs ist es der 31. Fall, für Tellheim der siebte. Für beide ist es zugleich der letzte Einsatz.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Familie Ratgaus: Kurt Ratgaus (Lars Eidinger), seine Frau Rose (Fritzi Haberlandt) und Sohn Mika (Joël Eisenblätter). Außerdem gehören Tom Jahn als Wachmann Harry Bolten, Uwe Preuss als Wirt Rudi Matschke und Joram Voelklein als Jan Körner zum Ensemble.
Regie führte Christine Hartmann, die gemeinsam mit Eckhard Theophil auch das Drehbuch schrieb. Produziert wurde der Kriminalfilm von AllMedia Pictures im Auftrag des NDR. Gedreht wurde in Schwerin.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Kriminalhauptkommissar Markus Tellheim – Felix Eitner
Kurt Ratgaus – Lars Eidinger
Rose Ratgaus – Fritzi Haberlandt
Mika Ratgaus – Joël Eisenblätter
Lilly Ratgaus – Paraschiva Dragus
Harry Bolten, Wachmann – Tom Jahn
Hinrichs’ Vater – Hermann Beyer
Rudi Matschke, Wirt – Uwe Preuss
Frau Schuldzeck – Edith Konrath
Boris Schuldzeck – Hubertus Hiess
Jan Körner – Joram Voelklein
Matilda Schuldzeck – Thamea Winterfeld
Lewandowsky – Sergey Bricko-Steven
Christoph Drescher – Nikolai Svesnilov
u. v. a.
Stab
Regie – Christine Hartmann
Drehbuch – Eckhard Theophil, Christine Hartmann
Produktion – Heike Richter-Karst
Musik – Fabian Römer
Kamera – Henner Besuch
Schnitt – Cosima Schnell
Produktionsunternehmen – AllMedia Pictures im Auftrag des NDR





Kommentieren ab sofort in ca. 43 Std. möglich.
Noch keine Kommentare vorhanden.