Kurz und knapp – darum geht’s

Für die 18-jährige Claudia Schmidt endet ein ausgelassenes Dorffest in Brandenburg im Albtraum: Auf dem Heimweg steigt sie zu zwei Männern ins Auto und wird in einem Waldstück von Bauunternehmer Frank Göber vergewaltigt. Hauptkommissarin Johanna Herz kann Göber und seinen Kumpel Alex Kohler noch in derselben Nacht festnehmen – doch schon am nächsten Tag sind beide wieder auf freiem Fuß. Mangels Beweisen wird es kein Verfahren geben. Kurz darauf wird Kohler tot aufgefunden, kastriert und verblutet. Hat jemand Rache genommen? An möglichen Verdächtigen fehlt es nicht, und während Herz, ihre Assistentin Katrin Schubert und Polizeihauptmeister Horst Krause unter Hochdruck ermitteln, wächst die Sorge, dass auch der zweite Mann längst im Visier ist …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Vergewaltigt“

Auf dem Dorffest fließt der Alkohol, die Musik spielt, und Claudia Schmidt tanzt, als gäbe es kein Morgen – zu ausgelassen für den Geschmack ihres Freundes Martin Koch. Zwischen den beiden fliegen die Fetzen, und am Ende macht sich die junge Frau allein auf den Heimweg. Als ein Wagen neben ihr hält und zwei Männer anbieten, sie mitzunehmen, wirkt das zunächst wie ein Glücksfall. Doch die Fahrt führt nicht nach Hause, sondern in einen Wald. Dort vergewaltigt der Bauunternehmer Frank Göber die 18-Jährige. Bevor sich auch sein Kumpan Alex Kohler an ihr vergehen kann, gelingt Claudia die Flucht.

Hauptkommissarin Johanna Herz reagiert schnell: Noch in derselben Nacht kann sie die beiden Männer festnehmen. Claudia dagegen steht sichtlich unter Schock und bringt kaum ein Wort heraus. Im Krankenhaus werden zwar Spermaspuren gesichert, nennenswerte Abwehrverletzungen finden sich jedoch nicht. Göber und Kohler bleiben bei ihrer Version, der Sex sei einvernehmlich gewesen. Und dann erlebt die Kommissarin im Polizeiruf 110 „Vergewaltigt“ eine böse Überraschung: Der Haftrichter lässt beide schon am nächsten Tag wieder laufen. Aus Mangel an Beweisen wird es nicht einmal ein Verfahren geben.

Martin ist außer sich, und auch Herz kann kaum fassen, dass die beiden Männer ungeschoren davonkommen sollen. Ausgerechnet jetzt meldet sich Göbers Sekretärin bei der Polizei: Ihr Chef habe auch sie vergewaltigt, vor einem Jahr schon. Damals schwieg sie aus Angst, ihre Stelle zu verlieren. Doch auch diese Anzeige verläuft im Sande – die Tat liegt schlicht zu lange zurück.

Dann kippt der Fall im TV-Krimi „Vergewaltigt“ von einem Moment auf den anderen: Alex Kohler wird tot aufgefunden, kastriert und verblutet. Dass hier jemand Vergeltung geübt hat, drängt sich auf, und naturgemäß richtet sich der erste Verdacht gegen Claudia selbst. Ihre Chefin verschafft ihr allerdings ein Alibi. Dass gleichzeitig auch Martin beteuert, zur Tatzeit mit Claudia zusammen gewesen zu sein, lässt die Kommissarin aufhorchen – zwei Alibis für eine Person sind eines zu viel. Und dann sind da noch Claudias Eltern, die eine Metzgerei betreiben und mit Messern bestens umzugehen wissen. Haben sie das Unrecht an ihrer Tochter auf eigene Faust gesühnt?

Für Herz, Kriminalassistentin Katrin Schubert und Polizeihauptmeister Horst Krause beginnt im rbb-Polizeiruf ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn wer auch immer Kohler auf dem Gewissen hat, dürfte mit einem Opfer kaum zufrieden sein. Und so muss ausgerechnet Frank Göber, der eben noch straffrei davongekommen ist, plötzlich um sein eigenes Leben fürchten …

Hinter den Kulissen

„Vergewaltigt“ ist die 268. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und entstand im Auftrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb). Für Hauptkommissarin Johanna Herz (Imogen Kogge) ist es der fünfte Fall, ihr Partner, Polizeihauptmeister Horst Krause (Horst Krause), ermittelt bereits zum neunten Mal. Regie führte Christian von Castelberg, das Drehbuch schrieb Stefan Kolditz.

Produziert wurde der Film von der Thomas Wilkening Filmgesellschaft mbH, gedreht in Gröben (Ludwigsfelde).

Ein Blick auf die Besetzungsliste lohnt sich: Gleich sechs Darsteller standen hier vor der Kamera, die später selbst als Ermittler bekannt wurden. Anna Maria Mühe übernahm als Zielfahnderin Nora Weiss die Hauptrolle in „Solo für Weiss“, Caroline Peters spielte Kriminaloberkommissarin Sophie Haas in „Mord mit Aussicht“, Devid Striesow wurde Kriminalhauptkommissar Jens Stellbrink im Saarland-Tatort. Marie-Luise Schramm ermittelte als Kriminaloberkommissarin Sandra Schwartenbeck in „Morden im Norden“, Swetlana Schönfeld als Kriminalhauptkommissarin Hannah Gereg in „Rentnercops“. Hinnerk Schönemann schließlich verkörpert in „Nord bei Nordwest“ Hauke Jacobs, einen ehemaligen Polizisten und verdeckten Ermittler, der als Tierarzt arbeitet.

Besetzung

Kriminalhauptkommissarin Johanna Herz – Imogen Kogge
Polizeihauptmeister Horst Krause – Horst Krause
Kriminalassistentin Katrin Schubert – Anja Franke
Claudia Schmidt – Anna Maria Mühe
Frank Göber, Bauunternehmer – Harald Schrott
Jana Krause – Marie-Luise Schramm
Alex Kohler – Sven Pippig
Katja Göber – Caroline Peters
Martin Koch, Claudias Freund – Hinnerk Schönemann
Staatsanwalt Dr. Freitag – Devid Striesow
Leitz, Göbers Sekretärin – Laura Schuhrk
Claudias Mutter – Swetlana Schönfeld
Claudias Vater – Armin Dillenberger
Isabel Göber – Isabel Bongard
Alex Kohlers Verlobte – Rike Eckermann
u. v. a.

Stab

Regie – Christian von Castelberg
Drehbuch – Stefan Kolditz
Produktion – Thomas Wilkening
Musik – Ralf Wienrich
Kamera – Thomas Plenert
Schnitt – Tina Freitag
Produktionsunternehmen – Thomas Wilkening Filmgesellschaft, im Auftrag des rbb