Kurz und knapp – darum geht’s
Kaum hat sich Olga Lenski in ihre brandenburgische Heimat versetzen lassen, muss der Einstand der neuen Kriminalhauptkommissarin im Potsdamer Kommissariat auch schon warten: Felix Diest, verurteilt wegen der Tötung eines Polizisten, ist von einem Freigang nicht zurückgekehrt. Am selben Tag verschwindet seine fünfjährige Nichte Michelle aus dem Kindergarten. Ein Zufall? Während Polizeihauptmeister Horst Krause nach dem Kind sucht, führt die Fährte des Häftlings Lenski in ein astrophysikalisches Institut, an dem Diest früher als Feinmechaniker gearbeitet hat. Ein ehemaliger Kollege, den der Flüchtige kurz zuvor aufgesucht hat, stirbt ganz plötzlich, und auch Institutsleiter Professor Ulrich Oppmann, der Diest vor fünf Jahren entlassen hat, rückt ins Blickfeld. Obendrein läuft es zwischen der jungen Ermittlerin und dem gestandenen Krause alles andere als rund …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Die verlorene Tochter“
Eigentlich sollte es ein Tag zum Anstoßen werden: Olga Lenski ist zurück in Brandenburg, und mit den neuen Kollegen will sie ihren Dienstantritt gebührend feiern. Doch bevor die Runde zusammenkommt, ruft die Pflicht. Felix Diest, der wegen der Tötung eines Polizisten einsitzt, hat einen Freigang genutzt, um sich abzusetzen. Wohin, weiß niemand – und so nimmt die Kommissarin die Suche nach dem Mann auf.
Kaum ist sie aus der Tür, geht im Kommissariat eine Vermisstenmeldung ein: Die fünfjährige Michelle ist aus dem Kindergarten verschwunden. Ihre Mutter Anne Diest ist ausgerechnet die Schwester des Häftlings. Um das Mädchen kümmert sich Polizeihauptmeister Horst Krause, und so begegnen sich der altgediente Polizist und die Neue im Polizeiruf 110 „Die verlorene Tochter“ erstmals in dem Hotel, in dem Anne Diest als Zimmermädchen arbeitet. Erst hier erfährt Lenski überhaupt von dem vermissten Kind. Noch mehr irritiert sie allerdings die Mutter: Statt in Panik zu geraten, saugt Anne Diest seelenruhig weiter, als ginge sie die Nachricht nichts an.
Herzlich fällt das Kennenlernen der beiden Ermittler nicht aus. Als Lenski ihren Kollegen bei einer Befragung unter einem Vorwand aus dem Zimmer schickt, fühlt sich Krause wie ein Schuljunge behandelt – und hält mit seinem Ärger nicht hinterm Berg. Ob aus den beiden je ein Gespann wird, steht noch in den Sternen.
Unterdessen führt Diests Spur die Kommissarin in die Welt der Wissenschaft. Bevor er ins Gefängnis musste, war er als Feinmechaniker am Astrophysikalischen Institut beschäftigt, und genau dorthin hat es ihn nach seinem Verschwinden gezogen. Er hat sich Zutritt zu seiner alten Arbeitsstätte verschafft und seinen früheren Kollegen Werner Linsing bedrängt, ihm seine alten Zeichnungen zu überlassen. Als Lenski kurz darauf im Institut nach Diest fragt, windet sich Linsing: Mit dem jungen Mann will er längst nichts mehr zu tun haben.
Wenig später ist Linsing tot – ein rätselhaftes Ende, zumal Diest ihn kurz zuvor noch aufgesucht hatte. Offenbar hat der Flüchtige im rbb-Polizeiruf „Die verlorene Tochter“ mit seiner Vergangenheit noch längst nicht abgeschlossen. Klarheit erhofft sich die Ermittlerin von Professor Ulrich Oppmann, dem Leiter des Instituts. Der international angesehene Astrophysiker kehrt gerade aus dem Ausland zurück, wo er eine hoch dotierte Auszeichnung entgegengenommen hat, und wird am Flughafen mit allen Ehren empfangen. Doch der Mann auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn ist zugleich derjenige, der Felix Diest vor fünf Jahren den Laufpass gegeben hat. Und auch zu Hause, bei seiner Frau Elena, will keine rechte Feierstimmung aufkommen.
Noch ahnt niemand, was Felix Diest vorhat – und ob er weiß, wo die kleine Michelle steckt …
Hinter den Kulissen
Für den Polizeiruf aus Brandenburg markiert „Die verlorene Tochter“ einen Neuanfang: Die 320. Folge der Reihe ist der erste Fall für Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski (Maria Simon). Ihr zur Seite steht Polizeihauptmeister Horst Krause (Horst Krause), der hier bereits zum 17. Mal ermittelt und dessen Figur den Namen ihres Darstellers trägt. Vor Lenskis Ankunft unterstützte Krause Hauptkommissarin Johanna Herz (Imogen Kogge). Zugleich ist der Film die Jubiläumsfolge zum 40-jährigen Bestehen des Polizeirufs 110.
Regie führte Bernd Böhlich, der gemeinsam mit Annette Hess auch das Drehbuch schrieb. Produziert wurde der Krimi von der DOKfilm Fernsehproduktion im Auftrag des rbb. Vor der Kamera stand das Team vom 20. September bis zum 16. Oktober 2010, Schauplätze waren Potsdam und Beelitz.
Bei der Erstausstrahlung schalteten 8,22 Millionen Menschen ein, der Marktanteil lag bei 26,5 Prozent.
Besetzung
Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski – Maria Simon
Polizeihauptmeister Horst Krause – Horst Krause
Prof. Ulrich Oppmann, Leiter des Astrophysikalischen Instituts – Burghart Klaußner
Elena Oppmann, Oppmanns Frau – Katerina Medvedeva
Felix Diest – Tom Schilling
Anne Diest, Felix’ Schwester – Valerie Koch
Werner Linsing, Diests früherer Kollege – Rüdiger Vogler
Tilda Horn – Minh-Khai Phan-Thi
Frau Andrees – Nora von Waldstätten
Wolfgang Neumann – Fritz Roth
Putzfrau – Marie Gruber
Wachmann – Dietmar Huhn
Stefan Strubeck – Horst Günter Marx
ITS-Schwester Linda – Katja Wagner
Praktikant – Jan Dose
u. v. a.
Stab
Regie – Bernd Böhlich
Drehbuch – Annette Hess, Bernd Böhlich
Produktion – Jost Bösenberg, Frank Schmuck
Musik – Rainer Oleak
Kamera – Thomas Plenert
Schnitt – Esther Weinert
Produktionsunternehmen – DOKfilm Fernsehproduktion, im Auftrag des rbb
























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