Kurz und knapp – darum geht’s

Ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit, wenn die Kassen der Warenhäuser besonders gut gefüllt sind, schlagen dreiste Räuber zu: Aus dem Warenhaus am Markt verschwinden rund 800.000 Mark, und von den Tätern fehlt jede Spur. Für Leutnant Jung ist es die erste Nachtschicht – doch mit seinen Gedanken ist der junge Kriminalist ganz woanders, denn seine Frau Hella kann jeden Moment ihr Kind bekommen. Gemeinsam mit Oberleutnant Lutz Zimmermann nimmt Jung die Jagd nach den Räubern auf, während Hauptmann Peter Fuchs sich um die werdende Mutter kümmert. Doch im Krankenhaus stellen sich plötzlich lebensbedrohliche Komplikationen ein. Es wird eine lange Nacht – für die Fahnder ebenso wie für die werdenden Eltern …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Eine unruhige Nacht“

Die Vorweihnachtszeit beschert dem Warenhaus am Markt glänzende Geschäfte, und mit jedem Tag wachsen die Einnahmen in den Kassen. Wie jeden Tag holen die Sicherheitsleute das Geld ab – doch diesmal endet die Routine jäh. Im Fahrstuhl geht schlagartig das Licht aus, die Kabine bleibt stecken. Zwei Männer, die sich als Techniker ausgeben, kommen scheinbar zu Hilfe und ziehen Pförtner Kufahl durch die Deckenluke nach oben. Anschließend schnappen sie sich die Geldsäcke und machen sich aus dem Staub. Die beiden Kassenboten finden Kufahl schließlich niedergeschlagen unweit des Dachausstiegs.

Mitten in diese Tage fällt eine Premiere: Leutnant Jung soll seine erste Nachtschicht absolvieren. Hauptmann Peter Fuchs hat zunächst Bedenken, denn Jungs Frau Hella steht kurz vor der Entbindung. Weil er dem motivierten jungen Mann aber einiges zutraut, teilt er ihn an der Seite von Oberleutnant Lutz Zimmermann ein. Prompt erscheint Jung verspätet zum Dienst. Seine Erklärung: Hella habe geglaubt, die Geburt beginne – ein Irrtum, wie sich herausgestellt habe.

So ganz will Fuchs dieser Version nicht trauen. Nach Feierabend eilt er zu Hella Jung und trifft sie an, wie sie gerade ihre Sachen fürs Krankenhaus zusammensucht. Die Wehen haben bereits eingesetzt, doch sie wollte ihren Mann nicht von seiner ersten Nachtschicht abhalten. Kurzerhand begleitet Fuchs die werdende Mutter selbst in die Klinik. Dort spitzt sich die Lage unerwartet zu: Kurz vor der Geburt treten lebensbedrohliche Komplikationen auf. Und Fuchs, der sonst mit Verbrechern zu tun hat, versucht nun auf der Entbindungsstation verzweifelt, mehr über den Fortgang der Geburt zu erfahren.

Auch für Zimmermann und Jung zerschlägt sich die Hoffnung auf eine ruhige Nacht schnell. Im Polizeiruf 110 „Eine unruhige Nacht“ stehen die beiden vor einem Rätsel: Rund 800.000 Mark haben die Räuber erbeutet, und am Tatort finden sich keinerlei Spuren. Sicher ist nur eines – wer den Fahrstuhl lahmgelegt hat, muss sich mit moderner Aufzugstechnik bestens auskennen. Ein Spürhund nimmt die Fährte der Täter auf, doch sie endet auf einem leeren Parkplatz.

Für den Neuling im Team wird die erste Nachtschicht zur Zerreißprobe. Statt sich voll und ganz auf die Fahndung zu konzentrieren, ist Jung in Gedanken immer wieder bei seiner Frau und dem Kind, das jeden Moment kommen kann – private Sorgen, denen der junge Kriminalist kaum gewachsen ist. Und so verrinnen im DDR-Fernsehkrimi „Eine unruhige Nacht“ die Stunden: Während die Ermittler den Räubern auf die Spur kommen wollen, bangt Fuchs im Krankenhaus um Mutter und Kind …

Hinter den Kulissen

In der 122. Folge der Reihe ermittelt Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) in seinem 74. Fall, Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) in seinem 55. und Oberleutnant Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) in seinem 17. Fall. Leutnant Jung, der in dieser Episode seine erste Nachtschicht schiebt, wird von Ulrich Müller gespielt, seine Frau Hella von Silvia Mißbach.

Regie führte Hubert Hoelzke, das Drehbuch stammt von Fred Unger, der hier unter dem Namen Albert Wachtermann geführt wird. In der Entstehungsphase trug der Film die Arbeitstitel „An der Wassermühle“ und „Eine fast perfekte Sache“. Gedreht wurde die Produktion des Fernsehens der DDR von Mitte Dezember 1987 bis März 1988 in Potsdam.

Bei der Erstausstrahlung im 1. Programm des Fernsehens der DDR lag die Zuschauerbeteiligung bei 32,5 Prozent.

Besetzung

Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Oberleutnant Lutz Zimmermann – Lutz Riemann
Leutnant F. Jung – Ulrich Müller
Hella Jung – Silvia Mißbach
Gerda Grauschke – Gudrun Ritter
Hans Henske – Peter Groeger
Rogan Rogalke – Peter Prager
Bubi Rogalke – Christian Hoelzke
Röllchen – Claudia Schmutzler
Kufahl – Karl-Maria Steffens
Kassenbote – Victor Deiß
Karl Kaminski – Axel Werner
Leutnant Wippke – Michael Walke
Leutnant Schröder – Michael Nitzel
Leutnant der K-Technik – Peter Hladik
Fredi Moll – Roland Seidler
Staatsanwalt – Gerd Staiger
Hauptkassierer Lendwig – Rudolf Spade
Verwaltungsleiter – Frank Ciazynski
Hauswart – Herbert Manz
Dr. Fröhlich – Solveig Müller
Oberschwester – Ulrike Hanke-Hänsch
Polizeiarzt – Dieter Perlwitz
Krankenschwester – Angela Hobrig
VP-Meister – Peter Cwielag
VP-Meister – Peter Kaden
ABV – Alexander Wikarski
Werdender Vater – Gerald Schaale
Notfallschwester – Gabriele Schäfer
Krankenhausarzt – Ulrich Teschner
u. v. a.

Stab

Regie – Hubert Hoelzke
Drehbuch – Fred Unger (als Albert Wachtermann)
Produktion – Wolfgang Rennebarth
Musik – Mathias Schramm
Kamera – Günter Heimann
Schnitt – Ursula Henning
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR