Kurz und knapp – darum geht’s
Es ist Faschingszeit in Berlin, und Versicherungskassiererin Linda Ulmer hat in einem Hochhaus in Weißensee die Jahresbeiträge der Mieter eingesammelt. Am nächsten Morgen liegt sie tot im Fahrstuhl, von den rund 10.000 Mark fehlt jede Spur. Hauptmann Peter Fuchs und seine Kollegen treffen auf eine Hausgemeinschaft, in der nicht jeder die Wahrheit sagt, und auf einen Mann aus Lindas Privatleben: den Sänger Richard Donath, genannt Rikki, der sich seit Jahren von alleinstehenden Frauen aushalten lässt. Oberleutnant Jürgen Hübner kennt den Charmeur gut, für einen Mörder hält er ihn aber nicht. Die Psychologin Dr. Elisabeth Thiel sieht das anders. Sie hat einen höchst ungewöhnlichen Plan …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Abschiedslied für Linda“
Während anderswo Fasching gefeiert wird, ist es für Linda Ulmer ein Arbeitsabend wie jeder andere. Wie zuvor per Aushang angekündigt, geht die Versicherungskassiererin an einem Februarabend durch ein Hochhaus in Berlin-Weißensee und kassiert die Jahresbeiträge der Bewohner. Am nächsten Morgen streikt der Fahrstuhl. Als er repariert werden soll, kommt Lindas Leiche zum Vorschein: Die Frau wurde erwürgt. Das eingenommene Geld, etwa 10.000 Mark, ist verschwunden. Alles spricht für einen Raubmord.
Hauptmann Peter Fuchs, Oberleutnant Lutz Zimmermann und Leutnant Thomas Grawe übernehmen den Fall, kommen aber nur mühsam voran. Zeugen wollen am Abend einen Mann mit einer Larve im Haus gesehen haben. In der Faschingszeit gleicht die Suche nach einem Verkleideten allerdings der nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Hinzu kommt, dass die Kassierung öffentlich angekündigt war. Entsprechend groß ist der Kreis derer, die wussten, wann Linda mit dem Geld unterwegs sein würde. Und einige Mieter nehmen es mit der Wahrheit nicht allzu genau, aus Gründen, die eher mit ihrem Privatleben zu tun haben.
Also richten die Kriminalisten im Polizeiruf 110 „Abschiedslied für Linda“ den Blick auf das persönliche Umfeld der Toten. In ihrer Wohnung stoßen sie auf eine Schallplatte mit Widmung: die Single „Abschiedslied“ des Sängers Rikki, versehen mit den Worten „für Linda“. Die Kassiererin und der Musiker kannten sich, und zwischen ihnen war Liebe im Spiel.
Für Oberleutnant Jürgen Hübner ist Richard Donath, wie Rikki mit bürgerlichem Namen heißt, kein unbeschriebenes Blatt. Als Sänger hat er es nie weit gebracht, er hält sich mit Auftritten auf kleinen Bühnen über Wasser. Trotzdem gönnt er sich einen Lebensstil, den seine Gagen kaum hergeben. Bezahlt wird er von alleinstehenden Frauen, die er erst umgarnt und dann mit angeblich lukrativen Geschäften um ihr Geld bringt. Geliefert wird dabei nie etwas. Hübner konnte ihm das bislang nicht nachweisen. Einen Mord aber traut er dem Frauenschwarm schlicht nicht zu.
Zumal Rikki ein Alibi hat, das kaum Fragen offenlässt: Nach seinem Auftritt bei einer Faschingsfeier hat er die Nacht mit der Verkäuferin Beate Pfefferkorn in einem Hotelzimmer in Hessenwinkel verbracht. Sein Wagen hat sich die ganze Zeit nicht von der Stelle bewegt. Für Beate war die Begegnung mehr als ein Flirt. Rikki hat ihr zum 40. Geburtstag sogar ein Importauto versprochen, für das sie ihm eine stattliche Anzahlung überlässt. Doch an ihrem Ehrentag tauchen weder der Wagen noch der Sänger auf. Beate bleibt nur der Gang zur Polizei.
Hier kommt Dr. Elisabeth Thiel ins Spiel. Die Psychologin von der Universität ist eine Bekannte Hübners und hat für ihn gerade erst ein Gutachten über Männer wie Rikki erstellt. Außerdem ist sie Beates beste Freundin. Anders als der Oberleutnant hält sie den Sänger sehr wohl für fähig, ein Verbrechen zu begehen. Geschickt sucht sie seine Bekanntschaft und lässt durchblicken, dass sie ein Grundstück sucht. Der geschäftstüchtige Rikki bietet ihr sofort seine Hilfe an. Ihr eigentliches Ziel im TV-Krimi „Abschiedslied für Linda“ ist allerdings ein Rollenspiel mit ihrer Seminargruppe, das Rikki aus der Reserve locken und zu einem ungewollten Geständnis bewegen soll. Tatsächlich sagt der Sänger zu. Was er nicht ahnt: Alle anderen Teilnehmer kennen ihren Text längst …
Hinter den Kulissen
„Abschiedslied für Linda“ ist die 116. Folge der Reihe Polizeiruf 110, und gleich vier Kriminalisten sind im Einsatz. Für Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es bereits der 70. Fall, Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) ermittelt zum 54. Mal. Oberleutnant Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) ist in seinem 13. und Leutnant Thomas Grawe (Andreas Schmidt-Schaller) in seinem 11. Fall dabei.
Weitere zentrale Rollen übernehmen Giso Weißbach als Sänger Richard „Rikki“ Donath, Ursula Karusseit als Psychologin Dr. Elisabeth Thiel, Regina Beyer als Beate Pfefferkorn und Christine Schorn als Linda Ulmer. Regie führte Christa Mühl, das Drehbuch schrieb Werner Hecht.
Gedreht wurde vom 9. Dezember 1986 bis zum 13. Februar 1987 in Berlin, Wurzen und Hessenwinkel am Dämeritzsee. Für die Kostüme war Helga Dürwald verantwortlich, die Filmbauten stammen von Reinhard Wiegand. Bei der Erstausstrahlung im 1. Programm des Fernsehens der DDR lag die Zuschauerbeteiligung bei 47,6 Prozent.
Besetzung
Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Oberleutnant Lutz Zimmermann – Lutz Riemann
Leutnant Thomas Grawe – Andreas Schmidt-Schaller
Dr. Elisabeth Thiel, Psychologin – Ursula Karusseit
Richard „Rikki“ Donath, Sänger – Giso Weißbach
Beate Pfefferkorn, Verkäuferin – Regina Beyer
Linda Ulmer, Versicherungskassiererin – Christine Schorn
Rudolf Nietzel – Martin Trettau
Johannes Stephanie – Jaecki Schwarz
Ralf Bassermann – Torsten Bauer
Frau Bassermann – Heide Kipp
Herr Bassermann – Franz Viehmann
Frau Nietzel – Annemone Haase
Frau Permoser – Ute Lubosch
Frau Bauer – Renate Geißler
Wolfgang Bauer – Jürgen Zartmann
Frau Steinberg – Angelika Ritter
Herr Weißenfels – Gerd Staiger
Sabine – Daniela Hoffmann
Manfred – Wolfgang Häntsch
Marie – Marie Gruber
Jürgen – Oliver Goslicki
Schwester Elke – Ellen Schaller
Mitarbeiterin der KGD – Manja Göring
Stellvertretender Betriebsleiter – Oskar Daum
Abschnittsbevollmächtigter – Karl Sturm
Kriminalist – Erik Veldre
Heimleiter – Ottofritz Gaillard
Kaderleiter – Gert Grasse
u. v. a.
Stab
Regie – Christa Mühl
Drehbuch – Werner Hecht
Produktion – Jutta Henning
Musik – Jürgen Ecke
Kamera – Michael Albrecht, Jürgen Heimlich
Schnitt – Marion Fiedler
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR
Bild MDR / rbb / DRA / Andreas Zeise
Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 3 Tagen).
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