Kurz und knapp – darum geht’s
Seit Monaten versetzt ein Brandstifter die Menschen in Nürnberg in Angst, und Kommissar Ulf Maiwald läuft die Zeit davon: Die Abstände zwischen den Anschlägen werden immer kürzer. Unterstützung sucht er bei der Psychologin Dr. Silvia Jansen – doch die zeigt ihm die kalte Schulter, und das Gespräch endet im Streit. Silvia hat ohnehin genug mit einem jungen Patienten zu tun: Der 16-jährige Jens Anders war dabei, als sein Vater beim ersten Anschlag ums Leben kam, und wird seither von Wahnvorstellungen geplagt. Doch bald deutet manches darauf hin, dass ausgerechnet ihr Schützling hinter den Bränden stecken könnte …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Feuer!“
Zwischen Bücherregalen, an einem Ort stiller Beschaulichkeit, nimmt im TV-Krimi „Feuer!“ das Unheil seinen Lauf: Im Antiquariat von Buchhändler Peter Anders geht eine Bombe hoch. Sein Sohn Jens ist dabei und wird Zeuge, wie der Vater im Laden stirbt. Seitdem sind elf Monate vergangen – und Nürnberg kommt nicht zur Ruhe. Viermal hat es inzwischen erneut gebrannt, unter anderem im Arbeitsamt und im Bundesversicherungshochhaus. Jedes Mal trifft die Polizei erst ein, als längst nichts mehr zu retten ist.
Für Kommissar Ulf Maiwald wird der Druck von Woche zu Woche größer, denn mit jedem neuen Feuer wächst die Angst in der Stadt. Die Tatorte wirken wie zufällig ausgewählt, eine Verbindung zwischen ihnen ist nicht zu erkennen. Nur eines lässt sich nicht übersehen: Der Abstand zwischen zwei Taten schrumpft jedes Mal auf die Hälfte. Rechnet man das weiter, bleiben bis zum nächsten Anschlag nur noch wenige Tage. In seiner Not sucht Maiwald Rat bei der Psychologin Dr. Silvia Jansen.
Doch die Begegnung verläuft anders als erhofft. Silvia hat keinerlei Interesse daran, sich vor den Karren der Kripo spannen zu lassen, und erteilt dem Kommissar eine Abfuhr. Ein Wort gibt das andere, und am Ende gehen die beiden im Streit auseinander.
Dabei hat Silvia mit einem ihrer Patienten mehr als genug zu tun: Sie behandelt den 16-jährigen Jens Anders. Seit dem Tod seines Vaters leidet der Junge unter Wahnvorstellungen, immer wieder glaubt er, Flammen zu sehen. Und daheim wird die Lage nicht einfacher. Seine Mutter Barbara lässt den Astrologen Werner Krämer, der sich „Nikodemus“ nennt, bei sich einziehen. Jens lehnt den Mann rundweg ab, und auch Silvia hält wenig von dieser Entscheidung – schließlich hat ihr Patient den Verlust noch längst nicht verarbeitet.
Was Jens ihr in den Sitzungen anvertraut, lässt die Psychologin im BR-Polizeiruf „Feuer!“ zunehmend aufhorchen. So berichtet er, er habe als kleiner Junge heimlich den Weihnachtsbaum in Brand gesteckt – und dabei Freude empfunden. Außerdem will er kurz vor dem Unglück gespürt haben, dass seinem Vater etwas zustoßen würde.
Während die Frist bis zum nächsten Anschlag unaufhaltsam abläuft, gerät Silvia in eine schwierige Lage: Was, wenn die Spur, nach der Maiwald so verbissen sucht, geradewegs in ihr Sprechzimmer führt? Denn die Hinweise häufen sich, dass Jens selbst der gesuchte Brandstifter sein könnte …
Hinter den Kulissen
In ihrem zweiten Fall bekommt es die Psychologin Dr. Silvia Jansen (Gaby Dohm) mit einer Brandserie zu tun, die eine ganze Stadt in Atem hält. Die Polizeiarbeit liegt in den Händen von Kommissar Ulf Maiwald (Peter von Strombeck). Den von seinem Trauma gezeichneten Jens Anders spielt Martin Glade, seine Mutter Barbara wird von Konstanze Breitebner verkörpert. „Feuer!“ ist die 195. Folge der Reihe Polizeiruf 110.
Die Vorlage für den Film lieferte Klaus-Peter Wolf: Er adaptierte sein eigenes Jugendbuch „Feuerball“ und schrieb auch das Drehbuch. Regie führte Maria Knilli, produziert wurde der Krimi von der Infafilm im Auftrag des BR.
Gedreht wurde in Nürnberg, unter anderem am Rathaus und im Polizeipräsidium. Für die Kostüme war Monika Grube verantwortlich, die Filmbauten entwarf Su Pröbster. Bei seiner Erstausstrahlung erreichte der Film eine Zuschauerbeteiligung von 15,3 Prozent.
Besetzung
Psychologin Dr. Silvia Jansen – Gaby Dohm
Kommissar Ulf Maiwald – Peter von Strombeck
Jens Anders – Martin Glade
Barbara Anders, Jens’ Mutter – Konstanze Breitebner
Werner „Nikodemus“ Krämer, Astrologe – Siemen Rühaak
Bürgermeister – Raphael Wilczek
Gerald Schulz – Gilbert von Sohlern
Ernst Klee – Michael Tregor
Peter Anders, Buchhändler – Hans Dieter Trayer
Gudrun – Maren Eggert
Hausmeister – Gerd Lohmeyer
Psychiater – Ralf Weikinger
Wachhabender – Ercan Karacayli
u. v. a.
Stab
Regie – Maria Knilli
Drehbuch – Klaus-Peter Wolf
Produktion – Manfred Korytowski, Monika Peetz
Musik – Roman Bunka
Kamera – Harry Bruntz
Schnitt – Edith Eisenstecken
Produktionsunternehmen – Infafilm, im Auftrag des BR













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