Kurz und knapp – darum geht’s

Offiziell hat Kriminalhauptkommissar Friedl Papen seinen Dienst in München noch gar nicht angetreten, da wird er schon mitten in der Nacht zu seinem ersten Einsatz gerufen: Oberleutnant Rolf Darkow ist auf dem Heimweg von einer Kasernenfeier überfallen und verschleppt worden. Als Kontaktperson zur Truppe bekommt der neue Kommissar Hauptmann Uli Steiger von den Feldjägern an die Seite gestellt. Die Spur führt nach Afghanistan, wo vor einem halben Jahr drei deutsche Soldaten bei einem Anschlag auf einen Konvoi ums Leben kamen, für den Darkow verantwortlich war. Bei den Hinterbliebenen und Überlebenden stoßen die beiden auf Trauer und Wut, doch fast alle haben ein Alibi. Dann taucht ein Video auf, das den Entführten zeigt – mit einem Fuß auf einer Mine …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Klick gemacht“

Eigentlich will Kriminalhauptkommissar Friedl Papen am Vorabend seines Dienstantritts nur in aller Ruhe sein neues Büro im Münchner Präsidium beziehen. Stattdessen muss er eine eilig improvisierte Lobrede auf seinen angeblichen 60. Geburtstag über sich ergehen lassen, und das vor Kollegen, die über einen Neuen von außen als Nachfolger von Kommissar Tauber alles andere als glücklich sind. Allen voran Oberkommissar Edgar May: Er hatte sich selbst Hoffnungen auf den Chefposten gemacht und begegnet Papen mit kaum verhohlener Ablehnung. Doch der verschafft sich schnell Respekt. Mit Fingerspitzengefühl und großem Geschick im Verhör überführt er einen alten Mann des Mordes, noch bevor er überhaupt im Amt ist.

Viel Zeit, den gelungenen Einstand zu genießen, bleibt ihm nicht. Noch in derselben Nacht wird der ohnehin schlaflose Kommissar zu einem Tatort gerufen, an dem ein Bundeswehrsoldat entführt wurde. Oberleutnant Rolf Darkow und seine Frau waren auf dem Rückweg von einer Feier in der Kaserne, als ein vermummter Angreifer die beiden brutal niederschlug und den Offizier verschleppte. Vor Ort lernt Papen Hauptmann Uli Steiger von den Feldjägern kennen, eine Frau Mitte dreißig, die ihm im Polizeiruf 110 „Klick gemacht“ von nun an als Verbindung zum Militär zur Seite steht.

Von ihr erfährt Papen auch, welche Vorgeschichte der Entführte mitbringt. Vor einem halben Jahr wurde in Kundus ein Bundeswehr-Konvoi Ziel eines Sprengstoffanschlags, die Einsatzleitung hatte Darkow. Drei deutsche Soldaten starben. Ein Untersuchungsausschuss konnte den verantwortlichen Befehlshabern zwar keine Schuld nachweisen, abgeschlossen ist die Sache damit aber offenbar nicht für jeden. Während Papen den Polizeiapparat mit Spezialisten und Suchtrupps auf Hochtouren laufen lässt, fährt er mit Steiger zu den Opfern des Anschlags und ihren Angehörigen.

Was die beiden dort erleben, hat mit gewöhnlicher Ermittlungsroutine wenig zu tun. Sie begegnen der Trauer der Hinterbliebenen, der Wut der Überlebenden und deren Ohnmacht bei dem Versuch, nach dem Erlebten wieder einen Alltag zu finden. Für die Nacht des Überfalls können die meisten von ihnen allerdings ein lückenloses Alibi vorweisen.

Auch für Uli Steiger wird der Fall zur Belastungsprobe. Um an interne Informationen über die Untersuchung des Anschlags zu kommen, wendet sie sich an ihren Vater, einen Oberst, und blitzt bei ihm ab. Die Enttäuschung sitzt tief, und die Feldjägerin beginnt an der Ehrenhaftigkeit ihres Berufs zu zweifeln.

Dann geht beim Verteidigungsministerium der Link zu einem Videoclip im Internet ein, und die Entführung im BR-Polizeiruf „Klick gemacht“ bekommt eine völlig neue Dimension. Die Aufnahmen zeigen Rolf Darkow, der mit dem Fuß auf einer Mine steht und Todesangst hat. Die anonymen Entführer fordern die Wahrheit über den Anschlag in Kundus. Bewegt sich der Oberleutnant von der Stelle, ist er tot, und durchhalten wird er in dieser Haltung nur noch wenige Stunden …

Hinter den Kulissen

Mit „Klick gemacht“ sollte in München ein neues Ermittlerteam die Nachfolge von Tauber und Obermaier antreten: Kriminalhauptkommissar Friedl Papen (Jörg Hube) und Feldjäger-Hauptmann Uli Steiger (Stefanie Stappenbeck). Für Hube blieb es allerdings bei diesem einen Fall. Der Schauspieler starb im Juni 2009, noch bevor die Folge zum ersten Mal im Fernsehen zu sehen war.

Regie führte Stephan Wagner, das Drehbuch stammt von Christian Jeltsch. Produziert wurde der Film von der Bavaria Fernsehproduktion im Auftrag des Bayerischen Rundfunks. Gedreht wurde vom 21. Oktober bis zum 27. November 2008 in München und in Freising, unter anderem in der ehemaligen General-von-Stein-Kaserne.

Die Erstausstrahlung im Ersten sahen in Deutschland 6,81 Millionen Zuschauer, der Marktanteil lag bei 19,0 Prozent.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Friedrich Papen – Jörg Hube
Hauptmann Ulrike Steiger – Stefanie Stappenbeck
Oberleutnant Rolf Darkow – Dirk Borchardt
Helmut Wegener – August Schmölzer
Oberkommissar Edgar May – Simon Licht
Feldwebel Tom Brauer – Lasse Myhr
Oberst Steiger – Paul Faßnacht
Hauptfeldwebel Peter Jünnemann – Bjarne Mädel
Inge Darkow – Anna Schudt
Irene Wegener – Margarita Broich
Nicole Seiffert – Tanja Schleiff
Svenja Wegener – Anja Klawun
Karras – Heinz-Josef Braun
Max Unterkofer – Sigi Zimmerschied
Friseurin – Miriam Morgenstern
Betty Papen – Beatrix Doderer
Schlapper Mann – Peter Mitterrutzner
Kollege – Andreas Heinzel
Kollege – Tobias Maehler
Robert Wegener – Felix Hellmann
Reporterin – Sandra Matl
u. v. a.

Stab

Regie – Stephan Wagner
Drehbuch – Christian Jeltsch
Produktion – Ronald Mühlfellner
Musik – Ali N. Askin
Kamera – Thomas Benesch
Schnitt – Ulla Möllinger
Produktionsunternehmen – Bavaria Fernsehproduktion, im Auftrag des BR