Kurz und knapp – darum geht’s
Gertrud Wendereich betreibt ein Geschäft für Heimwerkerbedarf und hat ihr Herz an den deutlich jüngeren Kurt Baumann verloren. Sie liebt ihn so sehr, dass sie nicht wahrhaben will, wie er sie ausnutzt. Gemeinsam mit seinem Freund Peter Becher hat Kurt eine Kiste Schlagbohrmaschinen aus dem Lager des Centrum-Warenhauses gestohlen. Ausgerechnet Gertruds Sohn Hans, ein Lagerleiter, gerät daraufhin ins Visier der Kripo. Versteckt wird die Beute in der Gartenlaube von Reiner Karsten. Einige Zeit später wird Karsten tot in einem Park gefunden, und die Oberleutnants Jürgen Hübner und Lutz Zimmermann übernehmen den Fall. Für Gertrud gerät damit die Welt aus den Fugen …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Im Sog“
Am Anfang steht im Polizeiruf 110 „Im Sog“ ein Diebstahl, der kaum der Rede wert scheint: Aus einer Lieferung an das Centrum-Warenhaus verschwindet eine Kiste mit Schlagbohrmaschinen. Der Verdacht fällt zunächst auf Lagerleiter Hans Wendereich, dessen Mutter einen Laden für Heimwerkerbedarf führt. Doch Oberleutnant Jürgen Hübner und Oberleutnant Lutz Zimmermann können ihm nichts nachweisen. Spuren gibt es keine, die Ware bleibt verschwunden, und so bleibt den Kriminalisten nichts anderes übrig, als die Sache vorerst auf Eis zu legen.
Gertrud Wendereich ist eine Frau in den besten Jahren und lebt mit Kurt Baumann zusammen, der kaum älter ist als ihr eigener Sohn. Hans warnt seine Mutter immer wieder vor dem jungen Mann, doch sie will davon nichts hören. Zu groß ist ihre Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Geborgenheit. Dass Kurt sie nur benutzt und mit seinen Kumpanen auf Diebestour geht, erfährt sie erst im gemeinsamen Urlaub. Er hat die Kiste zusammen mit Peter Becher beiseitegeschafft und beteuert, alles nur ihr zuliebe getan zu haben. Gertrud schweigt, auch weil sie ihn für einen bloßen Mitläufer hält.
Die Beute lagert in der Gartenlaube von Reiner Karsten, der den beiden den Schlüssel überlassen hat. Die Beteiligten haben vereinbart, dass die Kiste ein halbes Jahr lang unangetastet bleibt und sie bis dahin keinen Kontakt zueinander haben. In dieser Zeit ändert sich Reiners Leben grundlegend. Er lernt die junge Katrin Schicker kennen, bald erwartet sie ein Kind von ihm, und er will sie heiraten. Als Katrin erfährt, dass ihr Zukünftiger einen Garten besitzt, will sie dort sofort selbst Hand anlegen. Für Reiner wird die heiße Ware in der Laube damit zum drängenden Problem.
Wiedersehen wollen sich die Männer erst auf Gertruds Geburtstagsfeier. Doch während in der Wohnung angestoßen wird, bleibt ein Platz leer, denn Reiner Karsten kommt nicht. Wenig später findet die Polizei ihn tot in einem Park. Er ist an einer schweren Hirnverletzung gestorben und wurde offenbar erschlagen. Hübner und Zimmermann stehen damit vor einem weit ernsteren Fall als zuvor. Die Kriminaltechnik sichert zwar Blutspuren, einen echten Anhaltspunkt haben die Ermittler zunächst aber nicht.
Für Gertrud Wendereich gerät nun alles ins Wanken. Was mit einem Diebstahl begann, den sie aus Liebe gedeckt hat, ist im TV-Krimi „Im Sog“ plötzlich zu einem Fall von Mord geworden. Sie selbst weiß mehr, als sie der Polizei je verraten hat. Zwischen der Treue zu Kurt, der Sorge um ihren Sohn und ihrer eigenen Mitwisserschaft wird es für die Geschäftsfrau immer schwerer, festen Boden unter den Füßen zu behalten …
Hinter den Kulissen
„Im Sog“ ist die 88. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) ist es bereits der 42. Fall. Sein Kollege Oberleutnant Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) ermittelt dagegen erst zum dritten Mal. Im Zentrum der Geschichte stehen Gertrud Wendereich (Marion van de Kamp), ihr junger Lebensgefährte Kurt Baumann (Klaus-Dieter Klebsch) und ihr Sohn Hans (Jan Spitzer).
Regie führte Edgar Kaufmann, das Drehbuch stammt von Regina Weicker. Gedreht wurde vom 29. Juni bis zum 31. Juli 1983 unter dem Arbeitstitel „Scheiden tut weh“. Drehorte waren Berlin und Potsdam sowie die DEFA-Studios in Potsdam-Babelsberg. Für die Kostüme war Joachim Dittrich verantwortlich, die Filmbauten schuf Heinz Leuendorf.
Bei der Erstausstrahlung im 1. Programm des Fernsehens der DDR lag die Zuschauerbeteiligung bei 48,5 Prozent.
Besetzung
Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Oberleutnant Lutz Zimmermann – Lutz Riemann
Gertrud Wendereich, Inhaberin eines Geschäfts für Heimwerkerbedarf – Marion van de Kamp
Hans Wendereich, Gertruds Sohn, Lagerleiter – Jan Spitzer
Peter Becher, Kurts Freund – Hartmut Schreier
Reiner Karsten – Bernd Eichner
Katrin Schicker, Reiners Freundin – Petra Blossey
Kurt Baumann, Gertruds Freund – Klaus-Dieter Klebsch
Alfons Pichelhuber – Rudolf Frickau
Frau Karsten – Gisela Morgen
Frau Buschmann – Marga Legal
Frau Eidel – Elfi Gäbel
Gerichtsmediziner – Hermann Matt
Kriminaltechniker – Thomas Hailer
Kaderleiterin – Wera Paintner
Verkäuferin – Christine Poisl
Observant – Jürgen Huth
u. v. a.
Stab
Regie – Edgar Kaufmann
Drehbuch – Regina Weicker
Produktion – Irene Ikker
Musik – Werner Pauli
Kamera – Rolf Sohre
Schnitt – Ruth Ebel
Produktionsunternehmen – DEFA im Auftrag des Fernsehens der DDR



Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 3 Tagen).
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