Kurz und knapp – darum geht’s
Drei Monate lang sind Hauptmann Peter Fuchs und sein Team Kirchenräubern auf den Fersen – ohne greifbares Ergebnis. Sechs Dorfkirchen rund um Berlin wurden bereits heimgesucht, die Alarmanlagen jedes Mal mit Sachverstand ausgeschaltet, die Täter spurlos verschwunden. Dann geht ein nächtlicher Einbruch schief: Pfarrer Steinhäuser überrascht den Dieb, der es auf eine wertvolle Apostelfigur abgesehen hat, und wird niedergeschlagen. Lebensgefährlich verletzt kommt der Geistliche ins Krankenhaus. Gemeinsam mit Leutnant Vera Arndt und dem jungen Unterleutnant Harry Bär, der gerade erst die Akademie verlassen hat, nimmt Fuchs die Fährte auf. Wer versorgt die Einbrecher mit ihrem Wissen, und wohin verschwindet die Beute? Im Zentrum aller Fragen steht eine Holzstatue: der 13. Apostel …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Die Spur des 13. Apostels“
Ausgerechnet Orte der Andacht sind ins Visier von Dieben geraten: Innerhalb von drei Monaten wird im Umkreis von Berlin in sechs Dorfkirchen eingebrochen, und jedes Mal verschwinden kostbare Kirchengefäße und andere wertvolle Kunstgegenstände. Dabei gehen die Täter mit bemerkenswertem Geschick vor. Die Sicherungsanlagen legen sie fachkundig lahm, und noch ehe irgendjemand Verdacht schöpft, sind sie samt ihrer Beute über alle Berge.
Für Hauptmann Peter Fuchs und seine Leute entpuppt sich die Serie als harte Nuss. Seit einem Vierteljahr ermitteln sie nun schon, doch vorweisen können sie bislang nichts. Die entscheidenden Fragen bleiben offen: Woher wissen die Einbrecher so genau, wie die Alarmtechnik funktioniert? Gibt es jemanden, der ihnen verrät, wo sich ein Beutezug lohnt? Und über welche Kanäle wird das Diebesgut unter die Leute gebracht? Klar ist nur, dass hier keine Gelegenheitsdiebe am Werk sind, sondern Leute, die ihr Handwerk verstehen.
Dann aber nimmt der Fall eine dramatische Wendung. In einer weiteren Kirche hat es der nächtliche Eindringling diesmal auf ein ganz besonderes Stück abgesehen: eine hölzerne Apostelfigur. Doch Pfarrer Steinhäuser überrascht ihn auf frischer Tat und versucht beherzt, ihn zu überwältigen – ein Versuch, der übel ausgeht. Der Geistliche wird niedergeschlagen, und es ist schließlich der Organist der Gemeinde, der ihn schwer verletzt auffindet. Mit lebensbedrohlichen Verletzungen kommt Steinhäuser ins Krankenhaus, sein Zustand ist kritisch. Für die Kriminalisten im Polizeiruf 110 „Die Spur des 13. Apostels“ bedeutet der brutale Zwischenfall zugleich die erste heiße Spur seit Monaten.
Die Ermittlungen übernehmen Fuchs und Leutnant Vera Arndt, unterstützt von Unterleutnant Harry Bär. Der Neue im Team kommt geradewegs von der Akademie – und landet prompt in einem Fall, an dem sich die erfahrenen Kollegen bislang die Zähne ausgebissen haben. Im Mittelpunkt steht von nun an jene Figur, die den Täter so sehr gereizt hat, dass er dafür sogar Gewalt in Kauf nahm. Was macht gerade dieses Stück so begehrenswert?
Antworten erhoffen sich die Ermittler von Restaurator Hubert Arlot, der die Statue einst wiederhergestellt hat und ihre Geschichte bis ins Detail kennt. Er erklärt, worin ihr Wert liegt: Geschaffen hat sie ein Schüler Tilman Riemenschneiders, und sie zeigt Nathanael – den 13. Apostel, dessen Darstellung als ausgesprochene Rarität gilt. Kein Wunder also, dass ein solches Werk Diebe anlockt.
Während Pfarrer Steinhäuser im Krankenhaus mit dem Tod ringt, wird die hölzerne Figur für Fuchs und seine Kollegen im DDR-Polizeiruf „Die Spur des 13. Apostels“ zum Dreh- und Angelpunkt der Ermittlungen. Doch wer hinter den Einbrüchen steckt, ist damit noch lange nicht beantwortet …
Hinter den Kulissen
Für Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es der 51. Fall, für Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) der 46. Verstärkung erhält das eingespielte Duo durch Unterleutnant Harry Bär (Hartmut Tietz), der frisch von der Akademie kommt. Insgesamt handelt es sich um die 83. Folge der Reihe. Mit dem Thema Kunstraub hatte sich der Polizeiruf 110 bereits 1973 in „Eine Madonna zuviel“ beschäftigt.
Regie führte Jörg Wilbrandt, die Filmmusik komponierte sein Vater Jürgen Wilbrandt. Das Drehbuch stammt von Wolfgang Held. Für die Kostüme war Karin Pas verantwortlich, die Filmbauten schuf Britta Bastian. In einer Nebenrolle als Organist ist der Dokumentarfilmregisseur Roland Steiner zu sehen.
Gedreht wurde vom 1. September bis zum 30. Oktober 1981 – damals noch unter dem Arbeitstitel „Die Spur des schwarzen Apostel“ – in Potsdam, Teupitz, Lindenberg sowie in Berlin und Umgebung. Die Innenaufnahmen entstanden in der St.-Nikolai-Kirche in Bad Freienwalde/Oder, die Außenansichten zeigen die Heilig-Geist-Kirche. Die Figur, die im Film den Apostel Nathanael darstellt, ist in Wirklichkeit eine Lindenholzskulptur von Tilman Riemenschneider selbst, die den Apostel Johannes zeigt. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 47,3 Prozent.
Besetzung
Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Unterleutnant Harry Bär – Hartmut Tietz
Hubert Arlot, Restaurator – Günter Naumann
Steffen Arlot, Huberts Sohn – Klaus Hecke
Silke Arlot, Steffens Frau – Katrin Klein
Monika Franz, Fotografin – Jenny Gröllmann
Barbara Grölling – Margot Ebert
Klaus Hoschke – Lutz Riemann
Pfarrer Steinhäuser – Heinrich Schramm
Pförtner – Peter Kalisch
Oberleutnant – Werner Fiedler
Dr. Seidler – Jochen Scheidler
Tommy – Thomas Häntzsche
Organist Berg – Roland Steiner
Kriminaltechniker – Ralf Arndt
Kunstexperte – Karl-Heinz Groß
Genosse VP-Meister – Dieter Memel
Sekretärin im Krankenhaus – Hannelore Scheidler
Junge Frau – Marina Stolzenburg
u. v. a.
Stab
Regie – Jörg Wilbrandt
Drehbuch – Wolfgang Held
Produktion – Lutz Clasen
Musik – Jürgen Wilbrandt
Kamera – Horst Klewe
Schnitt – Renate Müller
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR








Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 4 Tagen).
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