Kurz und knapp – darum geht’s

Ein achtjähriger Junge liegt tot auf der Straße, offenbar von einem Auto erfasst. Doch an der Unfallversion gibt es schnell Zweifel: Tim Hausner war wohl schon tot, bevor der Wagen ihn überrollte. Die Kriminalhauptkommissare Jürgen Tauber und Jo Obermaier müssen klären, ob sie es mit Totschlag oder Mord zu tun haben – und stoßen dabei an ihre eigenen Grenzen. Das Umfeld der Familie gibt kaum etwas her, Tims Vater ist mit seinem Lkw im Baltikum unterwegs, und die verzweifelte Mutter Nina versteht nicht, warum man sie nicht zu ihrem toten Kind lässt. Während Tauber ihr beizustehen versucht, kann Obermaier den Gedanken an ihren eigenen Sohn nicht abschütteln …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Jenseits“

Es sind quälende Minuten des Wartens: Nina Hausner, alleinerziehende Mutter, fragt sich in ihrer Wohnung, wo ihr Sohn Tim bleibt. Längst müsste er aus der Schule zurück sein, doch die Tür bleibt zu. Mit jedem Blick auf die Uhr wächst die Unruhe – bis sich plötzlich Blaulicht in ihren Fensterscheiben spiegelt. Draußen ist allem Anschein nach ein Junge von einem Auto überfahren worden. Als Nina die Unglücksstelle erreicht, kann sie nur erkennen, dass dort ein Kind liegt. Näher heran lassen die Beamten sie nicht, und ob es sich um ihren Sohn handelt, sagt ihr niemand.

Für die Kriminalhauptkommissare Jürgen Tauber und Jo Obermaier beginnt der Fall mit Ungereimtheiten, die einem Kollegen vor Ort aufgefallen sind. Die Spurensicherung hegt einen Verdacht, den die Rechtsmedizin wenig später bestätigt: Der Junge war bereits tot, als das Auto über ihn hinwegrollte. Was genau mit ihm geschehen ist, lässt sich vorerst nicht sagen. Damit steht im Polizeiruf 110 „Jenseits“ eine bedrückende Frage im Raum – war es Totschlag oder Mord?

Die schwerste Aufgabe fällt Tauber zu. Er muss Nina Hausner die Gewissheit überbringen, vor der sie sich gefürchtet hat: Das tote Kind ist ihr Tim. Die Mutter ist außer sich und will nur noch eines – ihren Sohn sehen, um sich von ihm zu verabschieden. Doch solange die rechtsmedizinischen Untersuchungen nicht abgeschlossen sind, ist daran nicht zu denken. Tauber kann nachvollziehen, was in der Frau vorgeht, helfen kann er ihr trotzdem nicht. Also fährt er sie persönlich nach Hause und merkt dabei, wie wenig er dieser Trauer entgegenzusetzen hat.

Auch seiner Kollegin geht der Fall gehörig unter die Haut. Der tote Junge ist genauso alt wie Obermaiers eigener Sohn, und dieser Gedanke lässt die Kommissarin nicht mehr los. Professionelle Distanz zu wahren, fällt ihr zunehmend schwer – dabei braucht es gerade jetzt einen klaren Blick.

Denn die Suche nach Menschen, die etwas zur Aufklärung beitragen könnten, kommt im BR-Polizeiruf „Jenseits“ nur mühsam voran. Mutter und Sohn sind erst vor Kurzem in die Wohnung gezogen, nachdem sich Nina von Tims Vater Manfred getrennt hatte. Entsprechend wenig wissen die Nachbarn über die beiden. Manfred Hausner selbst verdient sein Geld als Lkw-Fahrer und ist seit Tagen auf Tour im Baltikum. Und auch sein Bruder Erwin Hausner kann den Ermittlern nicht weiterhelfen.

So tasten sich Tauber und Obermaier durch ein Umfeld, das kaum Antworten bereithält, während eine Mutter darum ringt, ihr Kind ein letztes Mal sehen zu dürfen. Und mit jedem Tag wird die Frage drängender, wer die Schuld am Tod des kleinen Tim trägt …

Hinter den Kulissen

„Jenseits“ ist die 289. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Kriminalhauptkommissar Jürgen Tauber (Edgar Selge) ist es der 17. Fall, seine Kollegin Jo Obermaier (Michaela May) ermittelt zum 14. Mal. Als Nina Hausner ist Ulrike Krumbiegel zu sehen, ihren Sohn Tim spielt Paul Zerbst. In weiteren Rollen wirken unter anderem Andreas Schmidt als Manfred Hausner, Andreas Patton als Erwin Hausner sowie Stefan Merki als Rechtsmediziner Dr. Holm und Daniel Friedrich als Professor Leinfelder mit.

Regie führte Eoin Moore, das Drehbuch schrieb Markus Thebe, die Bearbeitung übernahm Boris Gullotta. Produziert wurde der Film von Uli Aselmann mit der Die Film GmbH im Auftrag des BR. Hinter der Kamera stand Bernd Löhr, für den Schnitt war Dirk Göhler verantwortlich, die Musik stammt von Warner Poland und Kai-Uwe Kohlschmidt.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Jürgen Tauber – Edgar Selge
Kriminalhauptkommissarin Jo Obermaier – Michaela May
Nina Hausner, Tims Mutter – Ulrike Krumbiegel
Manfred Hausner, Tims Vater – Andreas Schmidt
Dr. Holm, Rechtsmediziner – Stefan Merki
Professor Leinfelder – Daniel Friedrich
Moni, Spediteurin – Monika Manz
Erwin Hausner, Manfreds Bruder – Andreas Patton
Pförtnerin Rechtsmedizin – Katharina M. Schubert
Tarik Yilmaz – Tayfun Bademsoy
Ramona Holz – Tabea Bettin
Polizeiobermeister Brandstetter – Christian Lerch
Christine Bronski – Natalie Spinell
Kevin Yilmaz – Leon Bichbihler
Sprechstundenhilfe – Nanette Bauer
Einsatzleiter Rosshuber – Martin Maria Abram
Putzfrau – Doreen Kutzke
Sabine Bauer – Johanna Bittenbinder
Winfried Frey
Tim Hausner – Paul Zerbst
u. v. a.

Stab

Regie – Eoin Moore
Drehbuch – Markus Thebe, Boris Gullotta (Bearbeitung)
Produktion – Uli Aselmann
Musik – Warner Poland, Kai-Uwe Kohlschmidt
Kamera – Bernd Löhr
Schnitt – Dirk Göhler
Produktionsunternehmen – Die Film GmbH, im Auftrag des BR