Kurz und knapp – darum geht’s
Ein fingierter Anruf, ein brutaler Überfall und 35.000 Mark, die aus der Kasse eines Schiffsausrüstungswerks verschwunden sind: Der Fall, den Oberleutnant Peter Fuchs, Leutnant Vera Arndt und Meister Lutz Subras übernehmen, wirkt auf den ersten Blick klar umrissen. Doch die Spuren widersprechen einander, und je länger die Ermittler graben, desto verworrener wird das Bild. An Verdächtigen fehlt es nicht. Der junge Arbeiter Dieter Zilinski gerät ins Visier, und auch Frau Dornberger, die beim Überfall allein mit dem Geld im Kassenraum war, benimmt sich bei der Vernehmung merkwürdig nervös. Was fehlt, sind eindeutige Beweise. Derweil wähnt sich der Täter in Sicherheit – so sehr, dass er nicht stillhält …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Lohnraub“
Im Kassenraum eines Werks für Schiffsausrüstungen liegen die Lohngelder bereit, als für Buchhalter Neumann ein alarmierender Anruf eingeht: In seiner Wohnung soll es brennen. Verständlich, dass er nicht lange überlegt und sich auf den Heimweg macht. Zurück bleibt seine Kollegin Frau Dornberger, nun ganz allein mit dem Geld. Kurz darauf wird sie von einem Räuber überwältigt, der mit der stolzen Summe von 35.000 Mark entkommt.
Glimpflich davongekommen ist auch Nachtportier Friedrich Carl Brömmer nicht: Der Täter schlägt ihn zusammen und fesselt ihn. Trotzdem gelingt es dem Mann, die Arbeiter des Werks zu alarmieren, die wiederum die Polizei verständigen. Den Fall im Polizeiruf 110 „Lohnraub“ übernimmt das eingespielte Team um Oberleutnant Peter Fuchs, Leutnant Vera Arndt und Kriminalmeister Lutz Subras, während Spurensicherer und ein Hundeführer sich auf dem Werksgelände an die Arbeit machen. Eine erste Erkenntnis lässt nicht lange auf sich warten: Bei Neumann hat es nie gebrannt, die Meldung war ein falscher Alarm. Bleibt die Frage, wer ein Interesse daran hatte, den Buchhalter ausgerechnet in diesem Moment von seinem Arbeitsplatz wegzulocken.
Für die Kriminalisten beginnt die mühsame Suche nach dem Unbekannten. Recht schnell fällt ein Name: Dieter Zilinski, ein junger Arbeiter, gerät in Verdacht. Doch so glatt, wie es zunächst scheint, geht die Rechnung nicht auf. Die Spuren am Tatort geben den Ermittlern zu denken, manche Details passen nicht zueinander, und was gegen Zilinski vorliegt, taugt nicht als Beweis. Ob der junge Mann tatsächlich etwas mit der Tat zu tun hat oder bloß zur falschen Zeit ins Blickfeld geraten ist, lässt sich vorerst nicht sagen. Fuchs, Arndt und Subras müssen einsehen, dass sie es mit einer weit vertrackteren Angelegenheit zu tun haben als anfangs gedacht.
Merkwürdig verhalten sich zudem zwei Menschen, die dem Geld am nächsten waren: Frau Dornberger wirkt bei ihrer Vernehmung fahrig und angespannt, und auch Buchhalter Neumann gibt den Ermittlern Rätsel auf. Haben die beiden etwas zu verbergen? Und wenn ja – hat es mit dem Überfall zu tun? Das Ermittlertrio kann keine Möglichkeit ausschließen und muss jedem Hinweis nachgehen, selbst wenn so manche Spur ins Leere zu laufen droht.
Und so zieht sich der Fall im TV-Krimi „Lohnraub“ immer weiter hin. Verdachtsmomente gibt es reichlich, doch keines davon lässt sich erhärten, und ohne handfeste Beweise sind den Ermittlern die Hände gebunden. Ganz anders sieht es der Täter: Er ist überzeugt, dass die Polizei nicht den blassesten Schimmer hat, wer hinter dem Raub steckt. Ein Gefühl der Sicherheit, das ihn dazu verleiten könnte, sein Glück ein zweites Mal herauszufordern …
Hinter den Kulissen
„Lohnraub“ ist die 23. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) ermittelt hier in seinem 16. Fall, Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) bereits in ihrem 19., und für Kriminalmeister Lutz Subras (Alfred Rücker) ist es der achte Einsatz. In weiteren Rollen sind unter anderem Marion van de Kamp als Emma Schnabel, Norbert Christian als Friedrich Carl Brömmer, Peter Hladik als Dieter Zilinski und Ursula Braun als Frau Dornberger zu sehen.
Regie führte Helmut Krätzig, der gemeinsam mit Georg Redmann auch das Drehbuch schrieb. Gedreht wurde unter dem Arbeitstitel „Wahnsinnsmelodie“ vom 15. Oktober bis Ende November 1973 in Wildau sowie in Berlin und Umgebung. Für die Kostüme war Christel Richter verantwortlich, die Filmbauten stammen von Hans-Joachim Hölzel. Produziert wurde der Krimi vom Fernsehen der DDR.
Besetzung
Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Kriminalmeister Lutz Subras – Alfred Rücker
Emma Schnabel – Marion van de Kamp
Friedrich Carl Brömmer, Nachtportier – Norbert Christian
Ilona Schettler – Juliane Korén
Dieter Zilinski, Arbeiter – Peter Hladik
Erwin Wimmerlein – Walter Lendrich
Hermann Schuch – Ernst Kahler
Frau Dornberger – Ursula Braun
Herr Neumann, Buchhalter – Harald Halgardt
Herr Höpke – Michael Narloch
Herr Nolte – Walter Martin
Arzt – Victor Keune
Hundeführer – Erich Breese
Mitarbeiter der K – Siegfried Fiedler
1. Spurensicherer – Gerd Blahuschek
2. Spurensicherer – Peter Heiland
Flughafenangestellter – Ernst Steiner
Nachbar – Friedrich Teitge
u. v. a.
Stab
Regie – Helmut Krätzig
Drehbuch – Helmut Krätzig, Georg Redmann
Produktion – Heinz Wennemers
Musik – Hartmut Behrsing
Kamera – Bernd Sperberg
Schnitt – Margrit Schulz
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR










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