Kurz und knapp – darum geht’s
Ein verwaister Schreibtisch, ein Aquarium mit blauer Schleife und ein Abschiedsbrief: Hauptkommissar Jens Hinrichs muss in Schwerin künftig ohne seinen Kollegen Tobias Törner auskommen. Zum Grübeln bleibt allerdings wenig Zeit, denn in Wismar wird die Leiche der jungen Caroline Berger gefunden, um die sich ihr Freund Ronny Krohm schon vorher gesorgt hatte. Hinrichs soll den örtlichen Kommissar Markus Tellheim unterstützen, einen verschlossenen Ex-Wasserschutzpolizisten, der gerade seine Schwester verloren hat. Die beiden werden nicht miteinander warm, und der Fall gibt zunächst kaum etwas her. Hatte Caroline heimlich einen anderen Mann? Ronny hält das für ausgeschlossen. Dann stößt Hinrichs auf eine merkwürdige Parallele: Wenige Tage vor dem Leichenfund hatten Fischer eine Sexpuppe aus dem Wasser gezogen …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Matrosenbraut“
Manche Abschiede kommen ohne großes Aufheben daher: Als Hauptkommissar Jens Hinrichs eines Morgens sein Schweriner Büro betritt, ist der Schreibtisch seines Kollegen Tobias Törner leer geräumt. Zurückgeblieben sind nur ein Abschiedsbrief, der wenig Hoffnung auf ein Wiedersehen lässt, und ein Aquarium samt Goldfisch, dekoriert mit einer blauen Schleife. Ein wenig wehmütig wird dem Sachsen dabei schon ums Herz. Weil in der Landeshauptstadt gerade Flaute herrscht, kümmert er sich eben um die Topfpflanzen und freundet sich behutsam mit seinem neuen, schuppigen Schützling an.
Ganz andere Sorgen hat man weiter nördlich, in der alten Hansestadt Wismar. Dort wendet sich Ronny Krohm an Kommissar Markus Tellheim, weil seine Freundin Caroline Berger verschwunden ist. Tellheim, der früher bei der Wasserschutzpolizei Dienst tat und heute bei der Kripo arbeitet, zeigt allerdings wenig Neigung, sich zusätzliche Arbeit aufzuhalsen – er hat erst vor Kurzem seine Schwester beerdigt. Außerdem erfüllt der Fall formal nicht die Voraussetzungen für eine Vermisstenanzeige. Dieselbe Auskunft bekommt Ronny später auch von Hinrichs zu hören.
Doch Ronnys ungutes Gefühl hat ihn nicht getäuscht: Kurz darauf wird Carolines Leiche in Wismar gefunden. Hinrichs wird an die Küste beordert, um den Kollegen vor Ort zu unterstützen – und das ist ausgerechnet Tellheim. Von kollegialer Harmonie kann im TV-Krimi „Matrosenbraut“ keine Rede sein: Hinrichs hat wenig Lust, sich mit dem Neuen abzugeben, und Tellheim, gezeichnet von seiner Trauer, lässt niemanden näher an sich heran als unbedingt nötig.
Auch die Ermittlungen selbst kommen kaum vom Fleck. Eine E-Mail auf Carolines Computer, eine handschriftliche Notiz und ihre Telefonkontakte führen zu einem anderen Mann und legen den Verdacht nahe, dass Caroline ihrem Freund die Liebe nur vorgegaukelt hat. Ronny weist das als völlig abwegig zurück. Befragungen und Routineuntersuchungen bringen die Kommissare nicht weiter – sie wissen schlicht nicht, in welche Richtung sie ermitteln sollen.
Hinrichs verbeißt sich schließlich in ein unscheinbares Detail: Am kleinen Finger der Toten finden sich Reste eines Klebestreifens. Und tatsächlich gibt es eine Parallele, denn wenige Tage zuvor hatte sich eine „Matrosenbraut“, also eine Sexpuppe, in einem Fischernetz verfangen – ebenfalls mit Klebeband am kleinen Finger. Tellheim hält das für Zufall, Hinrichs dagegen lässt nicht locker. Zum Befremden der Spaziergänger besorgt er sich eigens Sexpuppen und testet sie an der Hafenmole im Wasser, denn eine Frage treibt ihn um: Warum schwamm die Puppe nicht an der Oberfläche, sondern in einer ganz bestimmten Tiefe?
Bald steht fest, dass Puppe und Mordfall im NDR-Polizeiruf „Matrosenbraut“ zusammengehören. Gefunden hat die Puppe allerdings der falsche Fischer: Eigentlich trieb sie in Ronnys Fanggebiet – doch der war an jenem Tag nicht hinausgefahren. Sollte sie eine Warnung sein? Und wenn ja, von wem? Eifersucht liegt als Motiv nahe, und doch scheint in Carolines Umfeld niemand von ihrem Tod zu profitieren. Wer also hatte einen Grund, die junge Frau zu töten …
Hinter den Kulissen
Mit „Matrosenbraut“, der 276. Folge der Reihe, bekommt Hauptkommissar Jens Hinrichs (Uwe Steimle) in seinem 25. Fall einen neuen Partner: Kommissar Markus Tellheim (Felix Eitner) gibt hier seinen Einstand, für das Duo ist es der erste gemeinsame Einsatz. Hinrichs’ bisheriger Kollege Tobias Törner (Henry Hübchen) hat sich zu Beginn der Folge per Brief verabschiedet. Schauplatz des Schweriner Polizeirufs ist diesmal vor allem die Hansestadt Wismar.
Das Drehbuch schrieb Beate Langmaack, Regie führte Christine Hartmann, hinter der Kamera stand Alexander Fischerkoesen. Die Episodenhauptrollen spielen Devid Striesow und Inka Friedrich.
Gedreht wurde 2005 in Berlin und Wismar. Die Kostüme entwarf Dorothée Kriener, die Produktion verantwortete Heike Richter-Karst für AllMedia Pictures im Auftrag des NDR.
Besetzung
Hauptkommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Kommissar Markus Tellheim – Felix Eitner
Ronny Krohm, Carolines Freund – Devid Striesow
Ada Davidson – Inka Friedrich
Peter Russel – Thomas S. Spencer
Ingmar – Martin Ontrop
Arbeitskollegin von Caroline – Gerlinde Valtin
Louis – Philip Schlag
ohne Rollenangabe – Christopher Urban
Caroline Berger – Zulma Angelica Otalora-Nicklich
u. v. a.
Stab
Regie – Christine Hartmann
Drehbuch – Beate Langmaack
Produktion – Heike Richter-Karst
Musik – Fabian Römer
Kamera – Alexander Fischerkoesen
Schnitt – Bettina Staudinger
Produktionsunternehmen – AllMedia Pictures, im Auftrag des NDR
Kostüm – Dorothée Kriener



















Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 08.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 2 Tagen).
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