Kurz und knapp – darum geht’s
Was nach einem gewöhnlichen Diebstahl aussieht, wächst sich für die Schweriner Kommissare Groth und Hinrichs bald zu einem verzwickten Fall aus: Eine ganze Lastwagenladung hochwertiger Farbkopierer ist verschwunden, und solche Geräte eignen sich bestens zum Fälschen von Banknoten. Die Spur führt zur Familie Renz, der die Polizei bislang nie etwas nachweisen konnte, und schließlich bis ins Hamburger Rotlichtmilieu. Dort entreißen die beiden Ermittler die junge Thailänderin Siam Noy ihrem Zuhälter und nehmen sie kurzerhand mit nach Schwerin. Die Kollegen haben ihren Spaß daran, der Vorgesetzte weniger. Und bald zeigt sich, dass man in Hamburg diesen Verlust keineswegs einfach so hinnehmen will …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Über Bande“
Spielothek, Schrottplatz und eine lange Liste von Kleinigkeiten, die sich nie beweisen ließen – so sieht die Welt der Schausteller-Familie Renz aus. Als die Brüder Erwin, Fritz und Franz in Schwerin einen Coup mit Farbkopierern planen, stellen sie rasch fest, dass schon ein einzelnes Gerät viel zu schwer zum Wegschleppen ist. Also muss eben gleich der ganze Lastwagen samt Ladung dran glauben. Nur: Was fängt man mit solcher Beute an, wenn man im Schwarzmarktgeschäft ein blutiger Anfänger ist? Onkel Paul, Betreiber eines Schrottplatzes, weiß Rat und vermittelt einen möglichen Abnehmer. Treffpunkt ist eine Raststätte an der Autobahn.
Für Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs ist der Diebstahl alles andere als eine Bagatelle. Er weiß, dass Farbkopierer seit einiger Zeit zur Herstellung von Falschgeld missbraucht werden – und dass sich die Blüten vor allem in Osteuropa an den Mann bringen lassen. Sein Kollege Groth wiederum kennt die Renz-Sippe bestens: Mit zahllosen Kleindelikten wird die Familie in Verbindung gebracht, nachweisen konnte man ihr bislang kein einziges. Ein Besuch auf Pauls Schrottplatz bringt die Ermittler zunächst nicht weiter. Doch dann bekommt Groth ein Telefonat mit, in dem die Übergabe verabredet wird.
An der Raststätte wartet auf die beiden Kommissare im Polizeiruf 110 „Über Bande“ allerdings eine Überraschung, die den vermeintlich simplen Fall gehörig durcheinanderwirbelt. Die einzige brauchbare Spur, die eine Befragung vor Ort ergibt, ist ein blonder Mann mit auffälligem Wagen und Hamburger Kennzeichen, mit dem die Brüder kurz zuvor im Gespräch gewesen sein sollen. Also wird den Schwerinern eine Dienstreise in die Hansestadt bewilligt.
In der eigentlichen Sache kommen Groth und Hinrichs in Hamburg kaum voran. Stattdessen gerät Groth auf der Reeperbahn an einen brutalen Zuhälter und holt die junge Thailänderin Siam Noy aus dessen Gewalt. Ohne viel Federlesens nimmt das Duo die junge Frau mit nach Schwerin und kümmert sich dort um Unterkunft und Verpflegung. Auf den Fluren der Dienststelle sind die beiden damit schnell das Gesprächsthema Nummer eins, und an spöttischen Bemerkungen der Kollegen herrscht kein Mangel.
Weit weniger amüsiert zeigt sich Kriminaldirektor Dr. Stuber: Er ordnet an, Noy umgehend nach Hamburg zurückzubringen. Doch Groth denkt gar nicht daran, klein beizugeben. Er besorgt der jungen Frau eine eigene Wohnung in Schwerin, richtet sie Stück für Stück ein und zeigt dabei eine ausgesprochen fürsorgliche Seite.
Dass Noys Verschwinden an der Elbe unbemerkt bleibt, darf man allerdings bezweifeln. Bald liegt im NDR-Polizeiruf „Über Bande“ Ärger zwischen der Schweriner und der Hamburger Unterwelt in der Luft – und die beiden Ermittler stehen mittendrin. Wie weit wird die Konkurrenz von der Reeperbahn gehen, um zurückzuholen, was sie für ihr Eigentum hält …
Hinter den Kulissen
„Über Bande“ ist die 167. Folge der Reihe und der dritte gemeinsame Fall des Schweriner Duos Groth (Kurt Böwe) und Hinrichs (Uwe Steimle). Abweichend von den übrigen Folgen wird Groth in diesem Film mit dem Vornamen Karl angesprochen. In weiteren Rollen sind unter anderem Steffen Schult als Erwin Renz, Horst Krause als Paul Renz, Sirimad Link als Siam Noy und Hans-Helmut Müller als Kriminaldirektor Dr. Stuber zu sehen.
Regie führte Manfred Stelzer, der gemeinsam mit Gert Möbius auch das Drehbuch verfasste. Produziert wurde der Krimi von Polyphon Film- und Fernseh im Auftrag des NDR. Die Kostüme entwarf Stephanie Polo, die Filmbauten stammen von Ulrich Isfort.
Gedreht wurde von Juli bis August 1994 in Schwerin und Umgebung sowie in Hamburg. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 19,7 Prozent.
Besetzung
Kommissar Groth – Kurt Böwe
Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Erwin Renz, Schausteller – Steffen Schult
Paul Renz, Schrottplatzbetreiber – Horst Krause
Siam Noy – Sirimad Link
Kriminaldirektor Dr. Stuber – Hans-Helmut Müller
Eleonore „Leo“ Pleinert – Y. Ahcene-Djaballah
Rolf – Frank-Michael Köbe
Fritz Renz, Schausteller – D. W. Buck
Franz Renz, Schausteller – Arno Reckers
Vater Eugen – Horst Weinheimer
Willy Holz – Hans-Martin Stier
Juliane Groth – Gabriele Völsch
Hans – Ralf Knebel
Copyshop-Betreiber – Christoph Hofrichter
Siegfried Groke – Harald Kempe
Mann an Rastplatz – Arnim Mühlstädt
u. v. a.
Stab
Regie – Manfred Stelzer
Drehbuch – Gert Möbius, Manfred Stelzer
Produktion – Klaus-Dieter Zeisberg
Musik – Mario Lauer
Kamera – David Slama, Jochen Moess
Schnitt – Marion Wille
Kostüm – Stephanie Polo
Filmbauten – Ulrich Isfort
Produktionsunternehmen – Polyphon Film- und Fernseh, für NDR





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