Kurz und knapp – darum geht’s
Was tun, wenn niemand hinsehen will? Die elfjährige Ina Dörfler muss immer wieder miterleben, wie ihre Mutter von deren Lebensgefährten Fred Klünter geschlagen wird. Weder die Polizei noch ihr Vater greifen ein – erst Inas Tante Petra, die gemeinsam mit zwei Freundinnen ein Fitnessstudio betreibt, nimmt die Sache in die Hand und will dem einstigen Orchestermusiker eine Lektion erteilen. Der Plan geht auf, doch am nächsten Tag liegt Klünter tot im Park. Für Kriminaloberkommissar Jürgen Hübner kommen gleich mehrere Frauen als Täterinnen infrage, und selbst das Kind kann er nicht ausschließen. Dann tauchen Hinweise auf, dass der Tote in illegale Geschäfte mit Transferrubeln verstrickt war …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Todesfall im Park“
Was bringt ein elfjähriges Mädchen dazu, die Schaukästen vor einem Juweliergeschäft einzuschlagen? Den herbeigerufenen Polizisten verrät Ina Dörfler nichts – ihre Gründe, sagt sie, nenne sie nur im Beisein ihrer Mutter. Also bringen die Beamten sie nach Hause, wo Fred Klünter, der neue Freund der Mutter, die Tür öffnet. Ina geht ihm aus dem Weg, schließlich ist er nicht ihr richtiger Vater. Frau Dörfler zeigt sich entsetzt, kann sich das Verhalten ihrer Tochter aber angeblich nicht erklären. Ihre Augen verbirgt sie hinter einer großen Sonnenbrille, eine Entzündung mache sie lichtempfindlich. Was die Polizisten nicht durchschauen: Klünter schlägt seine Lebensgefährtin regelmäßig, und genau darauf wollte Ina mit ihrer Aktion aufmerksam machen.
Dabei hat Klünter einmal in einem Sinfonieorchester gespielt. Heute sorgt er als Alleinunterhalter in einer Tanzgaststätte für Stimmung – zu Hause aber lässt er die Fäuste sprechen. Als ihre Mutter am Abend erneut misshandelt wird, wendet sich Ina an ihren Vater. Doch Herr Dörfler sieht keine Möglichkeit, sich einzumischen, nicht einmal, als seine Tochter ihm gesteht, dass Klünter auch sie geschlagen hat.
Bleibt noch Petra Krull, Inas Tante. Die durchtrainierte Frau gibt Aerobic-Kurse und unterrichtet japanischen Kampfsport – und sie hört genau zu, als ihr das Mädchen von Klünters Ausbrüchen erzählt. Petra verspricht zu helfen. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Hanna und Thekla Doll besucht sie das Lokal, in dem Klünter auftritt, und vergewissert sich bei Frau Dörfler, dass Ina nicht übertrieben hat: Deren Körper ist übersät mit blauen Flecken. Damit steht der Entschluss fest, dem Schläger eine Abreibung zu verpassen.
Thekla übernimmt den Lockvogel-Part. Sie flirtet mit dem Musiker, und nach Schließung des Lokals verschwindet er mit ihr in einem Park. Dort tauchen Petra und Hanna auf und schlagen ihn zusammen. Stöhnend bleibt Klünter auf dem Boden zurück. Am nächsten Tag ist er tot.
Die Ermittlungen im Polizeiruf 110 „Todesfall im Park“ übernimmt Kriminaloberkommissar Jürgen Hübner. Laut Obduktion haben heftige Schläge mit einem hölzernen Gegenstand zum Tod geführt – doch rund um den Fundort ist nichts dergleichen zu entdecken. Dann meldet sich Ina bei der Polizei und behauptet steif und fest, ihre Tante und deren Freundinnen hätten Klünter erschlagen. Die drei Frauen räumen ein, dem Mann einen Denkzettel verpasst zu haben, beteuern aber, er habe noch gelebt, als sie ihn zurückließen. Waren die Hiebe doch zu kräftig? Hat sich Frau Dörfler am Ende selbst gewehrt? Und auch Ina, die den Lebensgefährten ihrer Mutter aus tiefstem Herzen verabscheut, kommt für Hübner als Täterin infrage.
So recht will der erfahrene Kriminalist an eine Tat aus dem Familienkreis allerdings nicht glauben. Stutzig wird er, als sich auch Kriminalhauptkommissar Pinkert vom Wirtschaftsdezernat für den Toten interessiert – ein Kollege, der sich bei Nachfragen auffallend zugeknöpft gibt. Nach und nach zeichnet sich ab, dass der Musiker im TV-Krimi „Todesfall im Park“ offenbar in illegale Geschäfte mit Transferrubeln verwickelt war. Und die Spur führt geradewegs in jenes Lokal, in dem er Abend für Abend aufgetreten ist …
Hinter den Kulissen
„Todesfall im Park“ ist die 150. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110 und zugleich der 65. Fall für Kriminaloberkommissar Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep). In weiteren Rollen sind unter anderem Gerald Schaale als Kriminalkommissar Gerhard Walle und Dieter Wien als Kriminalhauptkommissar Pinkert zu sehen. Valeska Rautenberg spielt die elfjährige Ina Dörfler, Ulrike Mai ihre Mutter, Joachim Lätsch den Alleinunterhalter Fred Klünter und Janina Hartwig Inas Tante Petra Krull.
Regie führte Helmut Krätzig, der auch das Drehbuch schrieb; produziert wurde der Film vom DFF. Die Dreharbeiten fanden vom 21. Januar bis zum 1. März 1991 in Berlin und Umgebung sowie am Grenzübergang Schmilka statt. Für die Kostüme war Ursula Rumler verantwortlich, die Filmbauten stammen von Bernd Curian.
Die Zuschauerbeteiligung bei der Erstausstrahlung lag bei 19 Prozent.
Besetzung
Kriminaloberkommissar Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Kriminalkommissar Gerhard Walle – Gerald Schaale
Kriminalhauptkommissar Pinkert, Wirtschaftsdezernat – Dieter Wien
Polizeiobermeister Buchholz – Klaus Tilsner
Fred Klünter, Alleinunterhalter – Joachim Lätsch
Ina Dörfler – Valeska Rautenberg
Frau Dörfler, Inas Mutter – Ulrike Mai
Herr Dörfler, Inas Vater – Peter Reusse
Lisa Schreck, Kellnerin – Barbara Schnitzler
Franz Schreck, Kellner – Hartmut Schreier
Thekla Doll – Gerit Kling
Petra Krull, Inas Tante – Janina Hartwig
Egger, Wirt – Dietmar Richter-Reinick
Frau Mahlmann – Uta Eisold
Hanna – Hellena Büttner
Gerichtsmediziner – Franz Viehmann
Kriminalrat – Peter Hladik
Streifenführer – Manfred Müller
Zollfahnder – Detlef Neuhaus
u. v. a.
Stab
Regie – Helmut Krätzig
Drehbuch – Helmut Krätzig
Produktion – Heinz-Jürgen Jeserigk
Musik – Paul Vincent Gunia
Kamera – Franz Ritschel
Schnitt – Renate Müller
Kostüme – Ursula Rumler
Filmbauten – Bernd Curian
Produktionsunternehmen – DFF









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