Kurz und knapp – darum geht’s
Aufgebrochene Telefonzellen, geklaute Autoradios, verwüstete Spielplätze: In einem Neubaugebiet häufen sich die Beschwerden über nächtliche Randale. Oberkommissar Jürgen Hübner und Kommissar Lutz Zimmermann wollen dem Treiben endlich ein Ende setzen. Die Spur führt zu einer fünfköpfigen Clique, die trinkend und pöbelnd durch die Straßen zieht – Schule, Lehre und die Ermahnungen der Eltern sind ihr herzlich egal. Als Alexander seinen Nachbarn Karsten, einen ehrgeizigen Nachwuchspianisten, mit in den Jugendclub nimmt, prallen zwei Welten aufeinander. Und weil Sabine, um die Alexander vergeblich wirbt, lieber mit Türsteher Silvio flirtet, braut sich zwischen den beiden Rivalen etwas zusammen …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Zerstörte Hoffnung“
Nacht für Nacht bietet sich im Neubaugebiet dasselbe trostlose Bild: demolierte Fernsprecher, beschädigte Autos, zerschlagene Reklametafeln. Gerade ist bereits die fünfte zerstörte Telefonzelle gemeldet worden, und die Anwohner, die sich reihenweise bei der Polizei beschweren, verlieren allmählich die Geduld. Oberkommissar Jürgen Hübner und Kommissar Lutz Zimmermann sind den Vandalen schon seit geraumer Zeit auf den Fersen – bislang allerdings ohne greifbaren Erfolg. Also bleibt den beiden nichts anderes übrig, als sich selbst ins Nachtleben der Stadt zu stürzen, dorthin, wo sich die Jugendlichen nach Einbruch der Dunkelheit herumtreiben.
Hinter der Zerstörungswut im Polizeiruf 110 „Zerstörte Hoffnung“ steckt eine Clique, die sich jeden Abend zum Trinken trifft – mal in ihrer Stammkneipe, mal im Jugendclub. Den Ton gibt Schnalle an, den seine Eltern vor die Tür gesetzt haben und der seither in einer heruntergekommenen Wohnung haust. Alexander macht eine Lehre auf dem Bau, nimmt es damit aber nicht allzu genau, zumal seine Mutter ihn regelmäßig deckt und selbst einen ausgewachsenen Kater als Krankheit entschuldigt. Auch bei Sioux sieht es zu Hause düster aus, die Familie ist zerrüttet. Und Sabines Vater kann seiner Tochter nichts abschlagen, ohne zu bemerken, dass sie längst auf die schiefe Bahn geraten ist.
Am weitesten hat sich Grit von ihrem früheren Leben entfernt. Einst galt sie als vorbildliche Schülerin, als begabte Zeichnerin hat sie sogar einen Preis gewonnen. Ihr Traum, Porzellanmalerin zu werden, scheiterte jedoch an schlechten Noten in Mathematik und anderen Fächern, die mit Kunst wenig zu tun haben. Seit sie unter Sabines Einfluss geraten ist, rebelliert sie gegen alles und jeden, und ihre schulischen Leistungen rauschen in den Keller. Gute Ratschläge der Eltern prallen an ihr ab wie an den anderen auch.
Ganz anders Karsten, der eine Etage über Alexander wohnt und nur ein Ziel kennt: Er will Konzertpianist werden. Wenn unten mal wieder die Musik bis zum Anschlag aufgedreht ist, während er oben übt, kracht es zwischen den beiden Nachbarn. Umso erstaunlicher, dass Alexander den Musiker eines Abends in den Club mitschleppt – der Junge soll schließlich mal mitbekommen, was er neben seinem Klavier alles verpasst. Dort zeigt sich, dass Karsten und Silvio, der an der Tür des Clubs steht, einander gut kennen.
Ausgerechnet Silvio, denn mit dem hat Alexander noch eine Rechnung offen: Er ist hinter Sabine her, die ihn jedoch ein ums andere Mal abblitzen lässt und stattdessen lieber mit dem Türsteher flirtet. Kleinere Rangeleien zwischen den Rivalen bleiben nicht aus. Die Stimmung im DFF-Polizeiruf „Zerstörte Hoffnung“ wird zusehends gereizter, und als Silvio den sturzbetrunkenen Jungs ein paar Tage später den Zutritt zum Club verweigert, ist für Alexander das Maß endgültig voll …
Hinter den Kulissen
„Zerstörte Hoffnung“ ist die 145. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Oberkommissar Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) ist es bereits der 63. Fall, für Kommissar Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) der 25. – und zugleich sein letzter. Die Jugendclique bilden Sabine (Anja Kling), Grit (Alice Carpentier), Schnalle (Thomas Lawinky), Alexander (Eduard Burza) und Sioux (Oliver Goslicki); den angehenden Pianisten Karsten spielt Volker Ranisch.
Regie führte Peter Hagen nach einem Drehbuch von Regina Weicker. Die DFF-Produktion entstand vom 15. Januar bis zum 11. Mai 1990 in Potsdam. Die Kostüme schuf Marion Mentel, die Filmbauten stammen von Harry Leupold. Gegen Ende des Films sind im Originalton die Anfangsminuten des letzten Qualifikationsspiels der DDR zur Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien zu sehen, das am 15. November 1989 in Wien ausgetragen wurde.
Die Zuschauerbeteiligung bei der Erstausstrahlung lag bei 22 Prozent.
Besetzung
Oberkommissar Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Kommissar Lutz Zimmermann – Lutz Riemann
Sabine Richter – Anja Kling
Grit Schumacher – Alice Carpentier
Karl-Heinz „Schnalle“ Ohnesorg – Thomas Lawinky
Alexander Kunzmann – Eduard Burza
Gerd „Sioux“ Runge – Oliver Goslicki
Karsten Weigel – Volker Ranisch
Silvio Moritz – Thomas Mehlhorn
Christine Kunzmann – Renate von Wangenheim
Grits Mutter Brigitte – Renate Blume
Grits Vater Heinz – Jürgen Reuter
Sabines Vater – Günter Schubert
Karstens Mutter – Solveig Müller
Schuldirektorin – Brigitte Beier
Nachbarin – Petra Blossey
Frau Kohl – Karin Düwel
Kriminalistin – Erdmute Schmidt-Christian
Postler – Peter Friedrichson
Kohlenhändler – Werner Kanitz
Arzt – Alfred Lux
Herr Heimann – Dieter Perlwitz
Lehrer – Peter Prager
Herr Wohlgemuth – Wilfried Pucher
Sachverständiger – Gerd Staiger
Wachhabender – Hans-Joachim Brieske
Meisterin – Elke Brosch
Alter Mann – Werner Dissel
Alte Frau – Hannelore Fabry
Abschnittsbevollmächtigter – Jörg Kleinau
Musiklehrer – Gerd Klotzek
Paul Funke – Willi Neuenhahn
Genosse beim ABV – Knut Schultheiß
u. v. a.
Stab
Regie – Peter Hagen
Drehbuch – Regina Weicker
Produktion – Hans-Erich Busch
Musik – Conrad Aust
Kamera – Rolf Sohre
Schnitt – Karin Kusche
Produktionsunternehmen – DFF
Bild HR / rbb / DRA / Knospe
Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 2 Tagen).
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