Kurz und knapp – darum geht’s
Ein Transporter stürzt einen Abhang hinunter, doch sein Fahrer war schon vor dem Aufprall tot: Die halleschen Kommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider haben es mit einem inszenierten Unfall zu tun. Die Spur führt zu gefälschten Autoteilen und zum vorbestraften Autohändler Lindner, dem sich allerdings nichts nachweisen lässt. Als wäre das nicht mühsam genug, taucht die schrullige Waltraud Mengelmann in Schmückes Büro auf und verlangt, dass die Polizei den Tod ihrer Zwillingsschwester untersucht – laut Totenschein ein Herzinfarkt, für die Seniorin eindeutig Mord aus Habgier. Weil niemand sie ernst nimmt, greift die begeisterte Krimileserin kurzerhand selbst zu Kamera und Wanze. Und ausgerechnet Schmücke bekommt ihren Eifer am deutlichsten zu spüren …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Tote erben nicht“
Auf den ersten Blick sieht alles nach einem tragischen Unglück aus: Guido Fürst ist mit seinem Transporter einen Abhang hinuntergestürzt. Doch schon die ersten Untersuchungen ergeben, dass der Mann nicht mehr lebte, als sein Wagen in die Tiefe rollte – jemand hat den Unfall nur vorgetäuscht. Fürst hielt sich mit Entrümpelungen, Haushaltsauflösungen und Kurierfahrten über Wasser, die ihn bis nach Ungarn führten. Und dann tauchen Kfz-Teile auf, die ganz nach Produktpiraterie aussehen.
Damit rückt im Polizeiruf 110 „Tote erben nicht“ schnell ein Mann ins Visier: Autohändler Lindner, vorbestraft und zuletzt Fürsts Auftraggeber. Einiges deutet darauf hin, dass er etwas mit dem Tod seines Fahrers zu tun hat. Doch so sehr sich Schmücke und Schneider auch bemühen – handfeste Beweise gegen den Verdächtigen bekommen sie nicht in die Finger.
Noch bevor die Ermittlungen richtig Fahrt aufnehmen, steht eine alte Dame samt Anwalt in Schmückes Büro: Waltraud Mengelmann. Ihre Zwillingsschwester Ortrud Watzke ist gestorben, offiziell an einem Herzinfarkt. Für Waltraud ist das blanker Unsinn, der Arzt habe schlicht keine Ahnung. Ihre Schwester sei ermordet worden, und das Motiv liege auf der Hand: Jemand habe es aufs Erbe abgesehen. Ihr Verdacht fällt auf Ina Kowalski, die Watzkes Pension führte und im Testament bedacht werden soll. Die Kommissare allerdings nehmen die Anzeige der Seniorin kaum für voll.
Wer jedoch glaubt, Waltraud Mengelmann ließe sich so leicht abwimmeln, kennt die passionierte Leserin von Kriminalromanen schlecht. Wie man einem Täter auf die Schliche kommt, weiß sie schließlich aus ihren Büchern – also rüstet sie technisch auf. Eine Videokamera und eine leistungsstarke Wanze sollen ihr die Beweise liefern, nach denen die Polizei gar nicht erst suchen will. Mit ihrer privaten Abhöraktion im Rücken bearbeitet sie die Ermittler unermüdlich mit ihrer Mordtheorie.
Ausgerechnet die Pension der verstorbenen Ortrud Watzke liegt genau gegenüber von Lindners Werkstatt. Für Schmücke ein Glücksfall: Er mietet sich dort ein Zimmer, um den Autohändler rund um die Uhr im Blick zu behalten. Waltraud zieht daraus ihre eigenen Schlüsse und ist überzeugt, dass der Kommissar ihretwegen vor Ort ist. Von nun an hat Schmücke die alte Dame ständig am Hals: Sie funkt ihm bei seiner Arbeit dazwischen, mischt sich in sein Privatleben ein und strapaziert die Nerven des ohnehin frustrierten Kriminalisten aufs Äußerste.
Irgendwann wird es Schmücke im MDR-Polizeiruf „Tote erben nicht“ endgültig zu viel. Doch dann bemerkt er etwas, das ihn stutzig macht: Sein Hauptverdächtiger Lindner scheint nicht nur mit dem Tod des Kurierfahrers, sondern auch mit dem Fall der alten Dame verbunden zu sein. Plötzlich klingen Waltrauds Geschichten gar nicht mehr so abwegig …
Hinter den Kulissen
Mit „Tote erben nicht“ lösen die halleschen Kriminalhauptkommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) ihren 14. gemeinsamen Fall. Insgesamt ist der Film die 223. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110. An der Seite des Ermittlerduos sind Marie Gruber als Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand und Siegfried Voß als Polizeirat Ackermann zu sehen.
In der Rolle der krimibegeisterten Waltraud Mengelmann steht Rosemarie Fendel vor der Kamera. Michael Lott spielt den Autohändler Lindner, Anne Ratte-Polle ist als Ina Kowalski zu sehen.
Regie führte Jan Růžička, das Drehbuch stammt von Peter Kahane. Hinter der Kamera stand Peter Badel, die Musik schrieb Franz Bartzsch. Produziert wurde der Krimi von der Polyphon Leipzig Film- und Fernseh GmbH im Auftrag des MDR.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Rosamunde Weigand, Kriminaltechnikerin – Marie Gruber
Edith Reger – Marita Böhme
Waltraud Mengelmann – Rosemarie Fendel
Lindner, Autohändler – Michael Lott
Ina Kowalski – Anne Ratte-Polle
Frl. Fiedler, Physiotherapeutin – Ursula Andermatt
Stahnke, Rechtsanwalt – Michael Kind
Polizeirat Ackermann – Siegfried Voß
Dr. Klaus Riepe, Gerichtsmediziner – Klaus-Jürgen Steinmann
Herr Kowalski – Henning Peker
Schwester Hedwig – Elke Richter
Händler – Lutz Teschner
Arzt – Kai-Peter Gläser
Verkäufer – Florian Reiners
Rocker – Peter Kurth
Kind Kowalski – Ruwen Schneider
Frau Fürst – Saskia Gummelt
u. v. a.
Stab
Regie – Jan Růžička
Drehbuch – Peter Kahane
Musik – Franz Bartzsch
Kamera – Peter Badel
Schnitt – Marcel Peragine
Produktionsunternehmen – Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft, im Auftrag des MDR






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