Kurz und knapp – darum geht’s
Horst Frischmuth hat große Pläne und leere Taschen. Der umtriebige Geschäftemacher will hoch hinaus, ein eigener Bauernhof soll es sein, doch das nötige Kapital fehlt ihm. Sein Freund Peter Lommer steckt ebenfalls in der Klemme: 5.000 Mark schuldet er mit seiner Frau Astrid den Schwiegereltern, weil er sich ein neues Auto gekauft hat. Und die enge Dachwohnung, in der er mit Astrid und Tochter Danni lebt, ist weit entfernt von dem, was er sich vom Leben erhofft. Horst kennt die Geldsorgen des Kumpels genau und lockt ihn mit einem Vorhaben, das mit Recht und Gesetz wenig zu tun hat. Für Oberleutnant Lutz Zimmermann beginnt damit sein zweiter Fall – und für die beiden Freunde eine Sache, die anders läuft als erhofft …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Schnelles Geld“
Eigentlich soll es ein ruhiger Sonntag werden: Peter Lommer will mit seiner Frau Astrid und der kleinen Danni im eigenen Wagen hinaus aufs Land, zu Astrids Eltern. Doch schon am frühen Morgen steht Horst Frischmuth vor der Tür – Peters Freund und ein Mann, der ständig irgendein Geschäft am Laufen hat. Er braucht dringend ein Auto, und zwar genau dieses. 100 Mark legt er dafür hin, und Peter lässt sich am Ende breitschlagen.
Wozu Horst den fahrbaren Untersatz so dringend benötigt, zeigt sich bald im TV-Krimi „Schnelles Geld“: Er will einem Hofbesitzer auf dem Dorf als zahlungskräftiger Käufer gegenübertreten – obwohl er in Wahrheit keinen Pfennig für das Anwesen hat. Eine Weile geht das gut, dann durchschaut der Bauer seinen Besucher und bricht die Verhandlungen kurzerhand ab. Horst lässt sich davon nicht entmutigen. Mit Charme und kleinen Gaunereien bringt er wenig später eine Frau dazu, ihm alte Gegenstände zu überlassen, die sich dank der Nostalgiewelle zu Geld machen lassen. Auf diesem Feld ist er schließlich nicht zum ersten Mal unterwegs.
Astrid hält von der Hilfsbereitschaft ihres Mannes herzlich wenig. Statt mit dem Auto geht es nun zu Fuß zu den Eltern – und dort wird deutlich, was die junge Familie wirklich belastet. Die 5.000 Mark Schulden hängen wie ein Mühlstein an ihr. Während Astrid den Betrag geduldig in kleinen Raten abstottert, leidet Peter sichtlich unter dem Druck. Er will mehr als das, was er bisher erreicht hat, und malt sich einen Lottogewinn oder eine unverhoffte Erbschaft aus. Vor allem aber sehnt er sich nach einer besseren Bleibe als der kleinen Dachwohnung in einem verwinkelten Altbau, die man über eine Galerie erreicht.
Genau hier setzt Horst an. Wer auf redliche Weise zu Wohlstand kommen wolle, so seine feste Überzeugung, warte darauf ein Leben lang vergeblich. Eines Tages rückt er mit einem Plan heraus, der rasch Geld in die Kasse spülen und angeblich ohne jedes Risiko über die Bühne gehen soll. 30.000 Mark seien zu holen, rechnet er dem Freund vor – und verteilt die Summe in Gedanken längst: Ein Bauernhof soll her, auf dem auch Peter und Astrid ein Zuhause finden könnten. Peter erbittet sich Bedenkzeit, doch lange zögert er nicht.
Was in Horsts Worten so verlockend klingt, ist im DDR-Polizeiruf „Schnelles Geld“ der Anfang eines Weges, auf dem sich nichts so fügt, wie es sich die beiden ausgemalt haben. Irgendwann wird sich auch Oberleutnant Lutz Zimmermann mit dieser Freundschaft und ihren Folgen befassen müssen. Und schon bald zeigt sich, dass sich die Wirklichkeit nicht so leicht beschwatzen lässt wie Horsts Kundschaft …
Hinter den Kulissen
„Schnelles Geld“ ist die 87. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Oberleutnant Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) ist es der zweite Fall. Im Zentrum stehen die Freunde Horst Frischmuth (Michael Narloch) und Peter Lommer (Günter Schubert); Peters Frau Astrid spielt Blanche Kommerell, Tochter Danni Katrin Seidel. Eine familiäre Besonderheit: Blanche Kommerell und Ruth Kommerell (Frau Riebe) sind wie im Film auch im echten Leben Mutter und Tochter.
Manfred Mosblech führte Regie und schrieb auch das Drehbuch, als Vorlage diente eine Filmerzählung von Gerhard Scherfling. Gedreht wurde vom 15. Januar bis 15. März 1983 in Schleusingen, Friedrichroda, Rudolstadt, Bad Blankenburg und Oberhof, damals noch unter den Arbeitstiteln „Der Freund“, „Geschäftsrisiko“ und „2 Freunde“. Die Kostüme entwarf Ute Rossberg, die Filmbauten stammen von Reinhard Welz. Produziert wurde der Krimi vom Fernsehen der DDR; bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 49,7 Prozent.
Besetzung
Oberleutnant Lutz Zimmermann – Lutz Riemann
Oberleutnant Alt – Gerd Staiger
Horst Frischmuth, Peters Freund – Michael Narloch
Peter Lommer – Günter Schubert
Astrid Lommer, Peters Frau – Blanche Kommerell
Danni Lommer, Tochter von Peter und Astrid – Katrin Seidel
Hauptmann Rischer – Manfred Heine
Leutnant Rommbach – Giso Weißbach
Otto Stern – Fred Delmare
Rosi – Birgit Frohriep
Walter Vogel – Klaus Gehrke
Ulla Ziese – Regine Heintze
Frau Riebe – Ruth Kommerell
Herr Riebe – Dietrich Mechow
Herr Dokhorn – Arnim Mühlstädt
Citroën-Besitzerin – Walburga Pumperla
Citroën-Besitzer – Hans-Gerd Sonnenburg
Herr Hasse – Hannes Stelzer
Bäuerin – Trude Streibig
Nachbar – Hans-Joachim Leschnitz
Herr Schröder, Nachbar Frischmuths – Georg Vater
Kind – Jan Felgentreu
Kind – Moritz Prochnow
ABV in Rudolstadt – Thomas Puppe
u. v. a.
Stab
Regie – Manfred Mosblech
Drehbuch – Manfred Mosblech
Produktion – Uwe Herpich
Musik – Hartmut Behrsing
Kamera – Winfried Kleist
Schnitt – Gerti Gruner
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR








Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 3 Tagen).
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