Kurz und knapp – darum geht’s

Eigentlich will Oberleutnant Lutz Zimmermann bei seinen Eltern an der Küste nur ein paar ruhige Urlaubstage verbringen. Doch dann wird die Journalistin Sibylle Weigbrecht erschlagen in ihrer Wohnung gefunden – eine Frau, mit der er sich kurz zuvor noch am Strand unterhalten hat. Hauptmann Peter Fuchs überträgt ihm den Fall, und zunächst scheint alles auf einen Unbekannten hinzudeuten, der alleinstehende Frauen in ihren vier Wänden überfällt und beraubt. Zimmermann allerdings misstraut der allzu glatten Erklärung. Denn die Tote hatte ein Verhältnis mit dem verheirateten Matrosen Mario Sander, dessen Ehefrau und Kinder schwer unter dieser Affäre leiden. Und so rückt mit einem Mal die ganze Familie Sander in den Blick der Ermittler …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Eifersucht“

Ankunft und Abschied liegen am Hafen dicht beieinander: Nach langer Zeit auf See kehrt der Matrose Mario Sander nach Hause zurück, und in der Menge am Kai warten gleich zwei Frauen auf ihn. Die eine ist seine Geliebte Sibylle Weigbrecht, die andere seine Ehefrau Petra mit dem jüngsten Sohn Jonny. Mario geht zu seiner Familie, und Sibylle macht enttäuscht kehrt. Auf dem Heimweg heftet sich ein Fremder an ihre Fersen, der sie nach allen Regeln der Kunst umgarnt, an der Haustür aber abblitzt. Frauen, die allein leben, stellt er sich gern als „Egon“ vor – und nach einer gemeinsamen Nacht verschwindet er mit ihren Wertsachen.

Im Hause Sander sorgt die Heimkehr des Vaters keineswegs für Freude. Die beiden Jugendlichen Sven und Nicole können ihm nicht verzeihen, dass er die Mutter schon seit Längerem betrügt, und am Esstisch ist die Spannung mit Händen zu greifen. Petra droht am Verhalten des Mannes, den sie liebt, zu zerbrechen: Während seiner Abwesenheit hat sie versucht, sich das Leben zu nehmen. Mario selbst nimmt das Leid seiner Angehörigen kaum wahr. Was ihn plagt, ist allenfalls ein diffuses schlechtes Gewissen – schließlich hat Petra für ihn einst ihren Beruf aufgegeben und versorgt neben den drei Kindern auch noch seine Mutter.

Eben diese Schuldgefühle halten ihn auch davon ab, endlich die Scheidung einzureichen und Sibylle zu heiraten. Also steht er zwischen Ehefrau und Geliebter, ohne sich zu entscheiden – ein Schwebezustand, der ihm insgeheim gar nicht so ungelegen zu kommen scheint. Bis Sibylle eines Tages tot aufgefunden wird, erschlagen mit einem harten Gegenstand, der in ihrer Wohnung nirgends zu finden ist.

Hauptmann Peter Fuchs gibt die Ermittlungen an Lutz Zimmermann ab, der gerade bei seinen Eltern in Stralsund Urlaub macht, nicht weit vom Tatort entfernt. Für den Oberleutnant ist es kein Fall wie jeder andere: Er kannte die Journalistin persönlich und hatte erst kurz vor ihrem Tod am Strand mit ihr gesprochen. Unterstützt wird er im TV-Krimi „Eifersucht“ vom örtlichen Leutnant Rolf Schön.

Die naheliegende Erklärung drängt sich förmlich auf, denn die Polizei fahndet ohnehin nach dem Mann, der sich als „Egon“ ausgibt. Die Ermittler vermuten, dass Sibylle sich gegen den Eindringling gewehrt und er daraufhin in Panik zugeschlagen hat. Zwar hat der Frauenheld bei seinen Raubzügen bislang auf Gewalt verzichtet – doch hat er diesmal eine Grenze überschritten?

Zimmermann gibt sich mit der scheinbar so stimmigen Theorie nicht zufrieden und geht jeder noch so kleinen Spur nach. Vor allem die Affäre der Toten mit einem verheirateten Mann lässt ihn nicht los. Was, wenn der Schlüssel zu diesem Verbrechen nicht bei einem fremden Dieb liegt, sondern mitten in der Familie Sander? Im Polizeiruf 110 „Eifersucht“ fällt der Verdacht plötzlich auf jeden Einzelnen in diesem Haus …

Hinter den Kulissen

„Eifersucht“ ist die 121. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ermittelt darin in seinem 73. Fall, Oberleutnant Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) in seinem 16. Horst Krause ist in dieser Episode als Leutnant Rolf Schön zu sehen. In weiteren Rollen spielen unter anderem Uwe Kockisch als Mario Sander, Swetlana Schönfeld als Petra Sander und Dagmar Manzel als Sibylle Weigbrecht.

Regie führte Bernd Böhlich, das Drehbuch stammt von Regina Weicker. Unter dem Arbeitstitel „Nachbarschaft“ wurde vom 3. November bis zum 21. Dezember 1987 in Berlin, Wismar, Timmendorf auf der Insel Poel, Kühlungsborn, Rethwisch bei Bad Doberan und Neu Karin (Carinerland) gedreht. Die Kostüme entwarfen Waltraud Damm und Steffen Förster, die Filmbauten schuf Klaus Poppitz.

Als Titellied dient die Ballade „Als ich fortging“, deren Melodie von Sänger Dirk Michaelis stammt und zu der Gisela Steineckert den Text schrieb. Außerdem sind die Lieder „Am Fenster“, „z. B. Susann“ und „Casablanca“ der Gruppe City zu hören, den Großteil der übrigen Filmmusik steuerte die Gruppe Karussell bei. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 45,6 Prozent.

Musik

City – Am Fenster
City – z. B. Susann
City – Casablanca

Besetzung

Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Oberleutnant Lutz Zimmermann – Lutz Riemann
Leutnant Rolf Schön – Horst Krause
Frau Sander, Marios Mutter – Käthe Reichel
Mario Sander, Matrose – Uwe Kockisch
Petra Sander, Marios Ehefrau – Swetlana Schönfeld
Arno Großer – Hermann Beyer
Sibylle Weigbrecht, Journalistin – Dagmar Manzel
Jürgen Weigbrecht – Michael Gwisdek
Gerda Preißler – Walfriede Schmitt
Carola Menzel – Heide Kipp
Frau Mittelstädt, Schaustellerin – Carmen-Maja Antoni
Mutter Zimmermann – Gisela Morgen
Vater Zimmermann – Ernst Kahler
Kriminaltechniker – Veit Stiller
Sven Sander – Birk Frank
Nicole Sander – Susanne Eipper
Jonny Sander – Oliver Thomas
Kellnerin – Beate Fichtner
Polizeiarzt – Helmut Wenzlau
u. v. a.

Stab

Regie – Bernd Böhlich
Drehbuch – Regina Weicker
Produktion – Ingeborg Trenkler
Musik – Karussell
Kamera – Martin Schlesinger
Schnitt – Susanne Carpentier
Kostüm – Waltraud Damm, Steffen Förster
Filmbauten – Klaus Poppitz
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR

Bild HR / rbb / DRA / Andreas Zeise