Kurz und knapp – darum geht’s

Im Balt-Orient-Express, der jeden Tag durch Dresden rollt, kommen Fahrgästen seit einiger Zeit Brieftaschen und Bargeld abhanden, und zwar noch auf deutschem Boden. Hinter den Diebstählen steckt Torsten Feist, Angestellter einer Dresdner Druckerei, der den Betrieb übernehmen will, sobald der Besitzer in Rente geht. Weil sein mageres Gehalt dafür nie reichen würde, schlüpft er in eine Schaffneruniform und bedient sich bei den Gästen im Schlafwagen. Als Helfer gewinnt er den Altglassammler Lothar Berger, der selbst dringend Geld braucht. Kriminalhauptkommissar Peter Fuchs und seine Kollegen Jürgen Hübner und Lutz Zimmermann mischen Beamte unter die Reisenden, doch das ungleiche Gespann ist ihnen stets einen Schritt voraus …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Allianz für Knete“

Wer im Schlafwagen döst, achtet kaum auf seine Habseligkeiten – und genau das wird seit einiger Zeit etlichen Reisenden des Balt-Orient-Express zum Verhängnis. Immer wieder fehlen nach der Fahrt Geldbörsen und Scheine, und fest steht nur, dass die Diebe noch auf deutschem Boden zuschlagen. Kriminalhauptkommissar Peter Fuchs und die Kriminaloberkommissare Jürgen Hübner und Lutz Zimmermann setzen deshalb auf Beobachtung: Sie verteilen Polizisten auf die Waggons, die die Fahrgäste unauffällig im Blick behalten sollen.

Der Mann, den sie suchen, führt ansonsten ein ganz unscheinbares Leben. Torsten Feist arbeitet in einer Dresdner Druckerei, und der Betrieb ist für ihn weit mehr als ein Arbeitsplatz – er ist sein Lebensinhalt. Weil der Besitzer demnächst in Rente geht, will Torsten die Druckerei von ihm übernehmen. Der Plan hat nur einen gewaltigen Haken: Von seinem bescheidenen Lohn kann er den Kaufpreis nicht annähernd aufbringen. Also beschafft er sich das Geld auf anderem Wege. In Schaffneruniform bewegt er sich unbehelligt durch den Zug und erleichtert die Gäste im Schlafwagen um ihre Brieftaschen, ohne dass jemand Verdacht schöpft.

Ganz allein kann Torsten das Spiel allerdings nicht durchziehen. Eines Tages spricht der vermeintliche Schaffner den Altglassammler Lothar Berger an und schlägt ihm eine Zusammenarbeit vor. Der Zeitpunkt könnte kaum besser gewählt sein: Lothar ist von seiner Frau geschieden, seine beiden Kinder bekommt er nur selten zu Gesicht, und Geld ist bei ihm ständig Mangelware. Er willigt ein – und wird damit zum Komplizen.

Die Arbeitsteilung im Polizeiruf 110 „Allianz für Knete“ ist schlicht, aber wirkungsvoll. Der echte Kontrolleur darf keinesfalls in den Teil des Zuges kommen, in dem Torsten gerade unterwegs ist, denn ein einziger Blick auf den falschen Kollegen würde den Schwindel auffliegen lassen. Lothars Aufgabe ist es deshalb, ihn auf Abstand zu halten. Das Manöver klappt nicht nur einmal, sondern wieder und wieder. Und das Pikante daran: Die beiden schlagen weiter zu, obwohl die Kripo längst mit an Bord ist.

Für Fuchs, Hübner und Zimmermann wird der Fall damit zur echten Geduldsprobe. Die Ermittler gehen Hinweisen nach, befragen Bestohlene und lassen die Reisenden nicht aus den Augen – und doch gelingt es ihnen nicht, dem Duo etwas nachzuweisen. Während die Beamten auf der Stelle treten, wächst bei den Dieben das Selbstvertrauen. Die Frage ist nur, wie lange sich die Kriminalisten im DFF-Krimi „Allianz für Knete“ noch an der Nase herumführen lassen …

Hinter den Kulissen

„Allianz für Knete“ ist die 144. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Kriminalhauptkommissar Peter Fuchs (Peter Borgelt) ermittelt hier in seinem 82. Fall, Kriminaloberkommissar Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) in seinem 62. und Kriminaloberkommissar Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) in seinem 24. Fall. Das Diebesduo spielen Joachim Siebenschuh als Torsten Feist und Joachim Nimtz als Lothar Berger.

Regie führte Gerald Hujer, das Drehbuch stammt von Jürgen Wenzel. Gedreht wurde unter dem Arbeitstitel „Im Balt-Orient-Expreß“ vom 2. Mai bis zum 30. Juni 1990, unter anderem in Dresden – am Hauptbahnhof und am Neustädter Bahnhof –, in Radebeul-Ost, Coswig, Thiendorf, Friedewald (Moritzburg) und Berlin. Die Kostüme schuf Ruth Völker, die Filmbauten entwarf Hans-Joachim Hölzel.

Produziert wurde der Film vom DFF. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 7 Prozent.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Peter Fuchs – Peter Borgelt
Kriminaloberkommissar Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Kriminaloberkommissar Lutz Zimmermann – Lutz Riemann
Kriminalkommissar Feldmann – Dagmar Jaeger
Kriminalkommissar Hempel – Ernst-Georg Schwill
Torsten Feist, Druckereiangestellter – Joachim Siebenschuh
Lothar Berger, Altglassammler – Joachim Nimtz
Erna Weber – Steffie Spira
Emmi – Angela Brunner
Streckenläufer – Edgar Külow
Druckereibesitzer – Gerhard Vogt
Werner Zimmer – Joachim Zschocke
Heidemarie Schröder – Silvia Mißbach
Irmgard – Ilona Knobbe
Eleonora Berger – Petra Blossey
Reisende – Cathrin Hoffmann-Fehrle
Tankstellenwart – Otmar Richter
Arbeitskollege – Uwe Lach
Streckenläufer – Alfred Woronetzki
Kriminalist – Michael Heuser
Polier – Herbert Graedtke
Kellner – Wolfgang Mähnert
Frau Lohmann – Eva Bergert
Herr Lohmann – Frank Weiland
Taxifahrer – Olaf Hörbe
Eisenbahner – Jost Kittel
Abschnittsbevollmächtigter – Rolf Dittrich
Schaffner – Friedemann Nawroth
Taxisuchende – Claudia Schmutzler
Reisender – Harry Pusch
Pantomime – Horst Elsner
Kind – Maria Rex
Jens Schröder – Torsten Hermann
Abschnittsbevollmächtigter – Wolfgang Gorks
Reichsbahnarbeiter – Horst Krause
u. v. a.

Stab

Regie – Gerald Hujer
Drehbuch – Jürgen Wenzel
Produktion – Hans-Jörg Gläser
Musik – Reinhard Lakomy
Kamera – Kurt Bobek, Matthias Tschiedel
Schnitt – Brigitte Hujer
Produktionsunternehmen – DFF