Kurz und knapp – darum geht’s
Unschuldig hinter Gittern – so sieht sich Wachmann Achim Kowalski, der nach einem blutigen Überfall auf einen Geldtransporter vier Jahre lang einsitzen musste. Die Beute von einer Million Mark ist seither verschwunden, und Oberkommissar Penck will sie um jeden Preis aufspüren. Dafür setzt er ausgerechnet auf Kowalski: Der frisch Entlassene soll helfen, seinen vermeintlichen Komplizen Dietrich Bühlau aus dem Gefängnis zu holen, damit dieser die Polizei zum Geld führt. Kommissarin Tanja Voigt hält wenig von dem riskanten Manöver, zumal ihr Kollege Jens Hoffmann für die Beschattung abgestellt wird. Und während Kowalski vergeblich um einen Neuanfang ringt, wirft die Vergangenheit immer längere Schatten auf seine Ehe …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „7 Tage Freiheit“
Oktober 1990, auf offener Strecke: Ein Geldtransporter wird überfallen, und einer der Täter, Dietrich Bühlau, spricht den Wachmann Achim Kowalski dabei mit Namen an. Was folgt, ist eine Schießerei mit verheerender Bilanz: Kowalskis Kollege Arnd stirbt, Weber wird schwer verletzt, und auch der Täter Christian Schwarz trägt eine Schussverletzung davon. Bühlau dagegen entkommt mit der Millionensumme. Vor Gericht landen er und Schwarz am Ende trotzdem – und mit ihnen Kowalski. Dass der Wachmann seine Unschuld beteuert und versichert, Bühlau nie zuvor begegnet zu sein, hilft ihm nichts: Er wird zu vier Jahren Haft verurteilt. Vom Geld fehlt auch danach jede Spur.
Als Kowalski im TV-Krimi „7 Tage Freiheit“ als Erster aus dem Gefängnis kommt, findet er sich in einer veränderten Welt wieder. Seine Frau Manuela hat zwar auf ihn gewartet, ihr Leben aber längst selbst in die Hand genommen: Sie betreibt inzwischen ein kleines Bistro am Markt, der alte Wartburg ist einem Alfa Romeo gewichen, und Kowalskis Schallplattensammlung hat sie komplett auf CD nachgekauft. Auch Sohn Sebastian muss den Vater erst wieder kennenlernen. Kowalski ist mit alldem zunächst überfordert, und weil er keine Arbeit findet, rückt der ersehnte Neuanfang in immer weitere Ferne.
Schon am Tag der Entlassung heftet sich ein fremder Mann an seine Fersen, der ihn kurz darauf im Supermarkt anspricht. Sein Name ist Berg, und er hat einen kühnen Plan: Er will Bühlau aus dem Gefängnis holen, und Kowalski soll ihm dabei helfen. Der winkt zunächst ab, lässt sich dann aber doch darauf ein. Zum einen lockt ein Anteil an der verschwundenen Beute, zum anderen die Chance, endlich seine Unschuld zu beweisen. Was Kowalski nicht ahnt: Berg ist ein Lockvogel der Polizei. Hinter dem Manöver steckt Oberkommissar Penck, der die Millionen noch immer sucht und darauf setzt, dass Bühlau ihn auf freiem Fuß zum Geld führt.
Kommissarin Tanja Voigt kann sich für Pencks Unternehmen kaum erwärmen. Sie fürchtet, der Kollege könnte es darauf anlegen, Kowalski erst zum Täter zu machen, um ihm nachträglich die Schuld nachzuweisen. Zu allem Überfluss wird auch noch Jens Hoffmann zur Beschattung des Entlassenen abgezogen – ein Mitarbeiter weniger in ihrem eigenen Team.
Unterdessen nimmt der Plan im SFB-Polizeiruf „7 Tage Freiheit“ Gestalt an: Von Berg erhält Kowalski Geld, mit dem er den Gefängnisschließer Willi Rindberg bestechen soll. Rindberg nimmt an – allerdings nur, weil Penck ihn längst eingeweiht hat. Kowalski bewegt sich damit in einem Spiel, dessen Regeln andere bestimmen. Und je tiefer er hineingerät, desto drängender wird eine Frage, die sein ganzes neues Leben ins Wanken bringen könnte: Welche Rolle spielte Manuela damals – und wie gut kannte sie Bühlau wirklich …
Hinter den Kulissen
Für Kommissarin Tanja Voigt (Katrin Saß) ist es der vierte Fall, ihr Kollege Jens Hoffmann (Dirk Schoedon) ermittelt zum dritten Mal. Den entlassenen Wachmann Achim Kowalski spielt Ulrich Gebauer, in weiteren Rollen sind Volkmar Kleinert als Oberkommissar Penck, Jürgen Vogel als Dietrich Bühlau und Anka Baier als Manuela Kowalski zu sehen.
Regie führte Dagmar Wittmers, die zusammen mit Ulrich Stieler auch das Drehbuch schrieb. Produziert wurde die 170. Folge der Reihe von der Martens Film- und Fernsehproduktion für den SFB, gedreht unter anderem in und um Potsdam. Eine Besonderheit: Aus Kostengründen entstand „7 Tage Freiheit“ als erster SFB-Polizeiruf auf Video statt auf 16-mm-Film. Die Kostüme schuf Gertraud Wahl, die Filmbauten stammen von Günther Halfpap.
Die Zuschauerbeteiligung bei der Erstausstrahlung lag bei 13,4 Prozent.
Besetzung
Kommissarin Tanja Voigt – Katrin Saß
Kommissar Jens Hoffmann – Dirk Schoedon
Oberkommissar Penck – Volkmar Kleinert
Achim Kowalski, Wachmann – Ulrich Gebauer
Manuela Kowalski, Kowalskis Frau – Anka Baier
Dietrich Bühlau – Jürgen Vogel
Ina Meinel, Bühlaus Schwester – Silke Matthias
Herr Weber – Wolfgang Winkler
Willi Rindberg, Gefängnisschließer – Günter Junghans
Berg – Wolfgang Häntsch
Bistrobedienung – Jany Tempel
Arnd, Kowalskis Kollege – Norbert Mahler
Christian Schwarz – Matthias Matschke
JVA-Beamter – Lothar Lambert
u. v. a.
Stab
Regie – Dagmar Wittmers
Drehbuch – Ulrich Stieler, Dagmar Wittmers
Musik – Andreas Hoge
Kamera – Jürgen Heimlich
Schnitt – Dorothea Brühl
Kostüme – Gertraud Wahl
Filmbauten – Günther Halfpap
Produktionsunternehmen – Martens Film- und Fernsehproduktion, für SFB




Kommentieren ab sofort in ca. 26 Std. 59 Min möglich.
Noch keine Kommentare vorhanden.