Kurz und knapp – darum geht’s
Beim Schweriner Fleischer Gunther Cordes kauft Kommissar Jens Hinrichs regelmäßig ein. Doch hinter der Ladentheke spielt sich ein Familiendrama ab: Cordes’ Frau Isolde leidet an einer unheilbaren Hirnkrankheit, und ihr Bruder, der Arzt Dr. Hans Fürst, erlöst sie mit einer Spritze. Die Todesursache soll geheim bleiben, denn Fürst hält die Krankheit für Creutzfeldt-Jakob. Das wäre ein Todesurteil für das Geschäft des hoch verschuldeten Fleischers. Als der Arzt nach der Beerdigung betrunken davonfährt, um das Gesundheitsamt einzuschalten, landet sein Wagen im Fluss, und von ihm selbst fehlt jede Spur. Hinrichs und sein Kollege Holm Diekmann glauben nicht an einen Unfall. Vater und Sohn Cordes geraten in Verdacht, während in der Stadt die Angst vor einer Seuche um sich greift …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Die Frau des Fleischers“
Hinter der Fassade eines soliden Familienbetriebs kann sich viel Leid verbergen. Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs kennt die Fleischerei von Gunther Cordes nur von der Kundenseite. Der Laden liegt in seiner Schweriner Nachbarschaft, und auch er und Nina gehören zur Kundschaft. Wie es um die Familie des Qualitätsfleischers steht, ahnt Hinrichs nicht. Cordes’ Frau Isolde ist an einem unheilbaren Hirnleiden erkrankt, das sie qualvoll zugrunde richtet. Ihr Bruder, der Arzt Dr. Hans Fürst, setzt dem Leiden schließlich ein Ende. Er gibt ihr eine Spritze, und die Angehörigen haben dem zugestimmt. Offiziell stirbt Isolde Cordes an Herzversagen. Den Totenschein stellt Fürst, der zugleich ihr Hausarzt ist, selbst aus.
Dass die wahren Umstände nicht ans Licht kommen dürfen, hat nicht nur mit der verbotenen Sterbehilfe zu tun. Dr. Fürst ist überzeugt, dass seine Schwester an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gelitten hat. Spräche sich das herum, wäre die Existenz von Gunther Cordes mit einem Schlag vernichtet. Der Fleischer ist nicht nur Fürsts Schwager, sondern auch sein Freund, und bei den Bauern der Region steht er tief in der Kreide.
Doch am Grab holt den Arzt das Gewissen ein. Darf er ahnungslose Menschen weiter einer möglichen Ansteckung aussetzen, selbst jetzt, da die Tote bereits beerdigt ist? Mit reichlich Alkohol im Blut setzt sich Fürst ans Steuer, um das Gesundheitsamt einzuweihen. Cordes fährt ihm hinterher. Ans Ziel gelangt der Arzt nie: Sein Wagen stürzt in einen Fluss, und der Mann selbst bleibt verschwunden.
Ein tragischer Unfall unter Alkoholeinfluss? Für Hinrichs ist diese Erklärung zu bequem. Sein Kollege Holm Diekmann hat anfangs ohnehin anderes im Kopf, allen voran seinen neuen Jaguar. Doch die Zweifel seines Partners überzeugen ihn, und bald hegen beide den Verdacht, dass Fürst einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Eine Spur führt die Ermittler im Polizeiruf 110 „Die Frau des Fleischers“ in eine Bibliothek. Dort hat Fürst Fachliteratur ausgeliehen, denn er hat sich eingehend mit der tödlichen Krankheit beschäftigt. Dass ausgerechnet der Mann, der den Totenschein seiner Schwester ausgestellt hat, solche Studien betrieb, macht die Kommissare hellhörig.
Dann taucht Fürsts Geliebte auf, mit der er nach Kuba auswandern wollte, und sie ist keine Unbekannte: Es ist die Ehefrau von Jan Cordes, dem Sohn des Fleischers. Damit rücken Vater und Sohn als mögliche Täter in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Unterdessen macht sich in Schwerin die Furcht vor einer Seuche breit. Und im NDR-Polizeiruf „Die Frau des Fleischers“ müssen Hinrichs und Diekmann bald feststellen, dass hinter jeder Antwort neue Fragen lauern …
Hinter den Kulissen
„Die Frau des Fleischers“ ist die 230. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Peter Kahane führte 2001 für den NDR Regie, das Drehbuch stammt von Douglas A. Welbat. In Schwerin ermittelt Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs (Uwe Steimle) gemeinsam mit seinem Kollegen Holm Diekmann (Jürgen Schmidt).
Für Jürgen Schmidt ist es der dritte Auftritt in der Reihe, und seine Figur hat bereits eine kleine Vorgeschichte. In „Die Macht und ihr Preis“ stand er erstmals an der Seite von Uwe Steimle vor der Kamera, damals noch als Robert Dieckmann und als Vertretung für den erkrankten Kurt Böwe. Seit „Seestück mit Mädchen“ ist er Hinrichs’ offizieller Partner und heißt Holm Diekmann. „Die Frau des Fleischers“ ist sein zweiter Fall als fester Teil des Schweriner Teams.
Für die Musik zeichnet Tamás Kahane verantwortlich, hinter der Kamera stand Johannes Anders. Produziert wurde die Folge von Reiner Milker.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Jens Hinrichs – Uwe Steimle
Kriminalhauptkommissar Holm Diekmann – Jürgen Schmidt
Nina – Julia Richter
Betsy Cordes – Karina Krawczyk
Dr. Hans Fürst, Arzt – Uwe Kockisch
Gunther Cordes, Fleischer – Hermann Lause
Jan Cordes, Sohn von Gunther Cordes – Martin Glade
Frau Rohde – Eva Brumby
Bauer Rohde – Wilfried Dziallas
Dr. Harald Stuber – H.H. Müller
(ohne Rollenangabe) – Dorothea Kaiser
Polizist – Dietmar König
Gerichtsmediziner – Klaus-Dieter Klebsch
Professor, Krankenhaus – Peter Rühring
Dr. Firneisen – Gert Schaefer
Apothekerin – Gabrielle Scharnitzky
Ellen Diekmann – Roswitha Schreiner
Bibliothekarin – Antje Straßburger
Koch, Sterberegister – Loretta Wollenberg
u. v. a.
Stab
Regie – Peter Kahane
Drehbuch – Douglas A. Welbat
Produktion – Reiner Milker
Musik – Tamás Kahane
Kamera – Johannes Anders
Schnitt – Claudia Wontorra
Produktionsunternehmen – NDR








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