Kurz und knapp – darum geht’s
Seit Tagen fehlt von der 15-jährigen Tessa Bülow jede Spur, und im idyllischen Naumburg wächst die Sorge, dass dem Mädchen etwas Schlimmes zugestoßen ist. Die Polizisten vor Ort holen die Kommissare Schmücke und Schneider aus Halle zu Hilfe. Statt verlässlicher Spuren erreichen die beiden jedoch rätselhafte anonyme Botschaften: Mal nähren sie die Hoffnung, Tessa sei noch am Leben, mal schicken sie die Ermittler kreuz und quer durch die Stadt. Unter Verdacht stehen Tessas Freund Alexander, ihr Arbeitgeber Dr. Kaiser und der vorbestrafte Hotelier Greilich. Der Unbekannte hinter den Nachrichten scheint den Kommissaren aber immer einen Schritt voraus zu sein – als wüsste er genau, was sie als Nächstes vorhaben …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Angst um Tessa Bülow“
Auf den ersten Blick ist es nur ein einzelner Turnschuh, den Frau Huber beim Spaziergang mit ihrem Hund findet und umgehend auf dem Polizeirevier abgibt. Der Schuh gehört allerdings Tessa Bülow, einer 15-Jährigen aus Naumburg, die seit einigen Tagen wie vom Erdboden verschluckt ist. Als die Beamten den Fundort genauer unter die Lupe nehmen, stoßen sie auf Blutspuren. Spätestens jetzt ist klar, dass es hier womöglich um mehr geht als um einen Teenager, der nach einem Streit einfach abgehauen ist.
Die Naumburger Polizisten Schweizer und Weinschenk holen sich deshalb Verstärkung aus Halle. Die Kommissare Schmücke und Schneider reisen gemeinsam mit Rosamunde Weigand an, die am Fundort weitere Spuren sichert, darunter Splitter eines Autoaußenspiegels. Noch klammern alle sich an die Hoffnung, dass Tessa bloß davongelaufen ist, und die Ermittler bemühen sich, Tessas Mutter Nina Bülow zu beruhigen. Tessas Freund Alexander räumt ein, dass es vor ihrem Verschwinden Streit zwischen den beiden gegeben hat. Danach sei sie einfach weggelaufen.
Dann taucht die erste Nachricht auf: ein Zettel am Wagen der Kommissare, der auf eine Brunnenfigur auf dem Markt verweist. Dort wartet bereits die nächste Botschaft, knapp und scheinbar beruhigend: Tessa sei weggelaufen. Ein weiterer Zettel landet im Postfach des Hotels, in dem Schmücke Quartier bezogen hat, und lotst die Ermittler in eine Kirche. Von dort führt ein Hinweis auf Koordinaten im Stadtplan weiter bis in ein leer stehendes Fabrikgebäude, das Alexander als Rückzugsort zum Gitarrespielen dient. Für den jungen Mann wird es damit eng.
Doch Alexander ist nicht der Einzige, auf den im Polizeiruf 110 „Angst um Tessa Bülow“ ein Verdacht fällt. Auch Tessas Arbeitgeber Dr. Kaiser gerät ins Blickfeld der Kommissare, ebenso der einschlägig vorbestrafte Hotelier Greilich. Unterdessen reißen die anonymen Hinweise nicht ab, und am Saaleufer kommt schließlich Tessas Zahnspange zum Vorschein. Allmählich beschleicht Schmücke und Schneider das Gefühl, dass sie gezielt an der Nase herumgeführt werden.
Was als Suche nach einem vermissten Mädchen begonnen hat, endet im MDR-Polizeiruf „Angst um Tessa Bülow“ mit einer bitteren Gewissheit: Die Spur der Botschaften führt die Ermittler zu Tessas Leiche. In einem letzten Schreiben lässt der Absender noch wissen, das Mädchen habe nicht leiden müssen. Danach meldet er sich nicht mehr. Aus der Vermisstensuche ist ein Mordfall geworden, und die genaue Analyse der anonymen Nachrichten bringt ein beunruhigendes Ergebnis: Wer auch immer dahintersteckt, war über jeden Ermittlungsschritt bestens im Bilde. Plötzlich ist völlig unklar, wem Schmücke und Schneider in ihrem eigenen Team überhaupt noch trauen können …
Hinter den Kulissen
„Angst um Tessa Bülow“ ist die 244. Folge der Krimireihe Polizeiruf 110 und der 20. Fall für die Kommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) aus Halle. Diesmal führt ihr Einsatz das Duo nach Naumburg, wo es zusammen mit den örtlichen Polizisten Thomas Schweizer (Sven Martinek) und Philipp Weinschenk (Tom Jahn) ermittelt. In weiteren Rollen sind unter anderem Gundula Köster als Tessas Mutter Nina Bülow, Florian David Fitz als Alexander Felger, Heinrich Schafmeister als Dr. Kaiser und Marie Gruber als Rosamunde Weigand zu sehen.
Regie führte Hans Werner, das Drehbuch schrieb Axel Götz. Hinter der Kamera stand Falko Ahsendorf, die Musik komponierte Markus Lonardoni. Produziert wurde der Film vom Mitteldeutschen Filmkontor (MDF) im Auftrag des MDR, verantwortlich für die Produktion war Susanne Wolfram.
Die Dreharbeiten fanden vom 18. Februar bis zum 15. März 2002 in Halle (Saale) und Naumburg statt.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Thomas Schweizer, Polizist in Naumburg – Sven Martinek
Philipp Weinschenk, Polizist in Naumburg – Tom Jahn
Nina Bülow, Tessas Mutter – Gundula Köster
Dr. Kaiser, Tessas Arbeitgeber – Heinrich Schafmeister
Frau Felger – Cornelia Lippert
Alexander Felger, Tessas Freund – Florian David Fitz
Rosamunde Weigand – Marie Gruber
Edith Reger – Marita Böhme
Frau Brahms, Nachbarin – Renate Kohn
Tobias J. Lehmann
Karl-Fred Müller
Frau Huber – Gudrun Okras
Herr Greilich, Hotelier – Herbert Olschok
Sibylle Franke – Liv Tullia
Journalistin Britta Maurer – Michaela Wiebusch
Organist – Peter Wilczynski
Kellnerin im Café – Alexandra Thielecke
Sabine, Bedienung im Literaturcafé – Conny Wolter
u. v. a.
Stab
Regie – Hans Werner
Drehbuch – Axel Götz
Produktion – Susanne Wolfram
Musik – Markus Lonardoni
Kamera – Falko Ahsendorf
Schnitt – Ollie Lanvermann
Produktionsunternehmen – MDF Mitteldeutsches Filmkontor, im Auftrag des MDR





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