Kurz und knapp – darum geht’s
Eigentlich steht Kriminalhauptkommissar Jürgen Tauber kurz vor einer großen Ehrung durch die Stadt München, doch dann wird bei einem Überfall auf ein Juweliergeschäft die Inhaberin erschossen. Während seine Kollegin Jo Obermaier kaum Spuren findet, erkennt Tauber in einem rätselhaften Detail am Tatort ein Zeichen, das allein ihm gilt. Es stammt von Katja Trenk, der Bankräuberin, die er vor fünf Jahren liebte – eine Begegnung, die ihn einen Arm kostete. Nun sucht sie seine Hilfe, um sich von dem immer brutaler werdenden Jako Brenner und dessen Bruder Zacharias zu lösen. Tauber behält sein Wissen für sich, trifft sich heimlich mit ihr und sinnt zugleich auf Rache. Doch je tiefer er sich auf Katja einlässt, desto mehr setzt er aufs Spiel …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Tiefe Wunden“
Ehrentag und Verbrechen liegen in München dicht beieinander: Kriminalhauptkommissar Jürgen Tauber soll schon bald aus den Händen von Oberbürgermeister Christian Ude die Medaille der Landeshauptstadt entgegennehmen – als Anerkennung für seine beeindruckende Bilanz bei der Aufklärung von Verbrechen. Doch während die Vorbereitungen für den Festakt laufen, werden Tauber und seine Kollegin Jo Obermaier zu einem Fall gerufen, der so gar nicht zur feierlichen Stimmung passen will. Räuber haben ein Juweliergeschäft überfallen, die Inhaberin Theresa Lutz als Geisel verschleppt und anschließend erschossen. Ihre Leiche wird in einem Wald gefunden.
Viel haben die Ermittler im Polizeiruf 110 „Tiefe Wunden“ nicht in der Hand. Verwertbare Spuren sind rar, und das einzige auffällige Indiz wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet: Die Tote hält ein angerauchtes Zigarillo einer ausgefallenen Marke in der Hand – obwohl sie nie geraucht hat. Nur einer weiß das Zeichen zu deuten, und der schweigt. Kurzerhand lässt Tauber drei Verdächtige festnehmen, die Brüder Jako und Zacharias Brenner sowie Katja Trenk. Weil die Beweislage dünn ist, kommt das Trio jedoch wieder auf freien Fuß. Obermaier hat derweil genug von den Alleingängen ihres Kollegen und droht, den Fall ohne ihn weiterzuführen, wenn er sie nicht endlich einbezieht.
Was Tauber für sich behält, reicht fünf Jahre zurück und ist die bitterste Erinnerung seines Lebens. Damals jagte er drei Bankräuber, die den Tresor eines Hotels ausgeräumt hatten, über die Dächer der Stadt. Unter ihnen war Katja Trenk, eine Frau, die ihm binnen kürzester Zeit völlig den Kopf verdrehte. Auf dem Dach kam es zu einem Kampf auf Leben und Tod mit den Brenner-Brüdern, die Katja von Tauber losrissen. Am Ende war die Frau fort, die er liebte, und mit ihr sein Arm. Der Phantomschmerz, der den Kommissar bis heute quält, ist mehr als ein körperliches Leiden – er hält die seelische Verletzung von damals wach.
Ausgerechnet jetzt, da diese Wunden allmählich zu heilen beginnen, legt Katja eine Fährte, die Tauber zu ihr führen soll. Sie will weg von Jako, der immer unberechenbarer und gewalttätiger wird, und setzt dabei auf den Polizisten, der sie einst verfolgte. Tauber sträubt sich zunächst mit aller Kraft gegen ein Wiedersehen, denn er ahnt, dass er ihr erneut verfallen würde. Dann aber regt sich in ihm der Wunsch, sich an dem Mann zu rächen, der ihm auf dem Dach den Arm abgeschlagen hat. Heimlich verabredet er sich mit Katja, um über sie an die Bande heranzukommen – und unterschätzt gründlich, was diese Begegnung in ihm auslöst.
Schon bald scheint Tauber bereit, für Katja Karriere und Leben zu riskieren. Den Brenner-Brüdern ist nicht beizukommen, und solange sie frei sind, kommt Katja nicht von ihnen los. Eine Kronzeugenregelung für sie lehnt die zuständige Staatsanwältin ab. Während Jo Obermaier im BR-Polizeiruf „Tiefe Wunden“ einen kühlen Kopf behält und ihren Kollegen mit wachsender Sorge beobachtet, verliert Tauber zusehends das Maß – und steht kurz davor, eine Grenze zu überschreiten, die für einen Polizisten tabu sein sollte …
Hinter den Kulissen
Mit „Tiefe Wunden“ ermittelt Kriminalhauptkommissar Jürgen Tauber (Edgar Selge) zum achten Mal im Münchner Polizeiruf 110, für seine Kollegin Jo Obermaier (Michaela May) ist es der fünfte Fall. Die 245. Folge der Krimireihe erzählt die Vorgeschichte von Taubers fehlendem Arm: Der Kommissar muss sich nach Jahren mit den Tätern auseinandersetzen, die für diesen Verlust verantwortlich sind.
In weiteren Rollen sind Katja Trenk (Catherine Flemming), die Brüder Jako Brenner (Thure Riefenstein) und Zacharias Brenner (Wolfgang Maria Bauer) sowie die Staatsanwältin (Adele Neuhauser) zu sehen. Produziert wurde der Film von Infafilm im Auftrag des BR. Regie führte Buddy Giovinazzo, das Drehbuch schrieb Christian Limmer. Hinter der Kamera stand Florian Hoffmeister, die Musik stammt von Rick Giovinazzo.
Edgar Selge wurde 2003 mit dem Deutschen Fernsehpreis als bester Schauspieler in der Kategorie Fernsehfilm ausgezeichnet.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Jürgen Tauber – Edgar Selge
Kommissarin Jo Obermaier – Michaela May
Katja Trenk – Catherine Flemming
Jan Conrad ‚Jako‘ Brenner – Thure Riefenstein
Zacharias Brenner – Wolfgang Maria Bauer
Polizeichef – Gregor Bloéb
Anwalt – Manfred Andrae
Tarik Yilmaz – Tayfun Bademsoy
Magda Brenner – Christiane Blumhoff
Juwelierin – Jill Jasmin Bumiller
Fotograf – George Lenz
Staatsanwältin – Adele Neuhauser
Zoltan Paul
Vater Brenner – Werner Rom
Michael Schernthaner
Schrotthändler – Hans Schödel
Christine Bronski – Natalie Spinell
Rezeptionistin – Sabrina White
u. v. a.
Stab
Regie – Buddy Giovinazzo
Drehbuch – Christian Limmer
Produktion – Tita Korytowski
Musik – Rick Giovinazzo
Kamera – Florian Hoffmeister
Schnitt – Katja Dringenberg
Produktionsunternehmen – Infafilm, im Auftrag des BR











Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 08.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 4 Tagen).
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