Kurz und knapp – darum geht’s
Ein grausiger Fund am Kyffhäuser-Denkmal: Im Schoß der steinernen Barbarossa-Figur liegt die Leiche von Professor Konrad Welfen, Dekan der Medizinischen Fakultät in Halle – mit durchtrennter Kehle. Geld, Papiere und Autoschlüssel fehlen, doch an einen gewöhnlichen Raubmord glauben die Kommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider nicht. Je tiefer sie in das Leben des Toten eintauchen, desto brüchiger wird das Bild des ehrbaren Akademikers: An der Uni war Welfen umstritten, privat unterhielt er eine Geliebte, und nebenher betrieb er Grabräuberei. Hat ein Rivale aus diesem lichtscheuen Geschäft zugeschlagen? Und warum hat ausgerechnet Welfens Sohn Friedrich einen Mann angeheuert, der seinen Vater beschatten sollte …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Barbarossas Rache“
Hoch über dem Kyffhäuser, dem mit rund 60 Quadratkilometern kleinsten Mittelgebirge Deutschlands, thront ein Kaiser aus Sandstein: Sechseinhalb Meter misst die Figur Friedrichs I., genannt Barbarossa, und über ihm sitzt hoch zu Ross Wilhelm I., der 1871 das zweite deutsche Kaiserreich begründete. Das Denkmal lockt Jahr für Jahr unzählige Ausflügler an – die beiden Kommissare aus Halle allerdings führt kein Sonntagsausflug auf den Berg. Denn im Schoß des steinernen Herrschers liegt ein Toter, und der Anblick lässt keinen Zweifel an einem Gewaltverbrechen: Jemand hat dem Mann die Kehle durchgeschnitten.
Lange rätseln müssen Schmücke und Schneider nicht, wen sie da vor sich haben: Professor Konrad Welfen, Dekan der Medizinischen Fakultät von Halle. Zwar sind Papiere, Bargeld und Autoschlüssel verschwunden, doch die Geschichte vom Raubmord nehmen die Ermittler im TV-Krimi „Barbarossas Rache“ nicht für bare Münze. Nirgends finden sich Spuren eines Kampfes, und schon der ungewöhnliche Fundort spricht gegen einen zufälligen Überfall.
Weil Welfen an der Universität alles andere als unumstritten war, nehmen sich die Kommissare zunächst sein berufliches Umfeld vor. In der Fakultät stoßen sie auf ein Klima voller Spannungen: Um die Nachfolge des Dekans, die im kommenden Jahr angestanden hätte, wird schon seit einiger Zeit gestritten. Und je genauer die beiden hinschauen, desto deutlicher zeigt sich, dass der angesehene Mediziner ein zweites Leben führte – und das nicht nur, was seine Geliebte betrifft.
Bekannt war Welfen als Hobbyarchäologe, doch bei harmlosen Ausgrabungen beließ er es offenbar nicht: Der honorige Professor plünderte nebenbei Gräber. Sein Sohn Friedrich hält es sogar für möglich, dass der Vater auf den legendären Schatz der Lombarden gestoßen ist. Auch Schmücke entdeckt Anzeichen dafür, dass Welfen bei seinen Streifzügen fündig geworden sein muss. Dr. Lisa Marten, die engste Kollegin des Toten und ihm auch privat eng verbunden, kann allerdings nicht sagen, wo das gewesen sein könnte.
Auch im Hause Welfen ist die Welt längst nicht so heil, wie sie nach außen scheint. Schmücke entgeht nicht, wie abgekühlt die Ehe zwischen dem Professor und seiner Frau Margarete war – für die Frau aus gutbürgerlichen Verhältnissen kam eine Scheidung dennoch nicht infrage. Und dann ist da noch Friedrich: Weshalb hat der Sohn jemanden damit beauftragt, dem eigenen Vater hinterherzuspionieren?
Als wäre der Fall nicht schon verzwickt genug, hängt bei Schmücke auch zu Hause der Haussegen schief: Edith Reger kann ihm den letzten Streit einfach nicht verzeihen. Derweil wächst auf dem Schreibtisch der Ermittler ein Puzzle, dessen Teile in ganz unterschiedliche Richtungen weisen. Wurde Welfen von einem Konkurrenten aus dem Raubgräbergeschäft aus dem Weg geräumt? Oder liegt der Schlüssel zum Mord im MDR-Polizeiruf „Barbarossas Rache“ ganz woanders …
Hinter den Kulissen
In „Barbarossas Rache“, der 254. Folge der Reihe Polizeiruf 110, ermitteln die Kriminalhauptkommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) zum 24. Mal gemeinsam. Eine Besonderheit des Hallenser Duos: Beide Kommissare hören auf den Vornamen Herbert. In den Episodenrollen sind unter anderem Matthias Ponnier als Professor Konrad Welfen, Michaela Rosen als dessen Ehefrau Margarete, Torben Liebrecht als Sohn Friedrich und Elisabeth Lanz als Dr. Lisa Marten zu sehen.
Regie führte Hartmut Griesmayr, das Drehbuch schrieb Felix Huby nach einer Idee von Thomas Kirchner. Produziert wurde der Film von Saxonia Media im Auftrag des MDR, gedreht wurde auf dem Kyffhäuser und in Halle.
Die Erstausstrahlung verfolgten insgesamt 6,96 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 18,1 Prozent entsprach. In der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte der Krimi 1,77 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 10,2 Prozent.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Margarete Welfen, Welfens Ehefrau – Michaela Rosen
Christian Korte, Archäologe – Hanns Zischler
Friedrich Welfen, Welfens Sohn – Torben Liebrecht
Dr. Lisa Marten, Welfens Kollegin – Elisabeth Lanz
Fred Kaminski – Thomas Anzenhofer
Dr. Heinz Rotten – Martin Brambach
Prof. Konrad Welfen, Dekan der Medizinischen Fakultät – Matthias Ponnier
Prof. Markus Steinbeck – Hans Peter Korff
Rosamunde Weigand, Kriminaltechnikerin – Marie Gruber
Prof. Adrian Kneifel – Thomas Just
Denkmalswart – Chris Lopatta
Dr. Klaus Riepe, Gerichtsmediziner – Klaus-Jürgen Steinmann
Schulz, Höhlenführer – Thorsten Wolf
u. v. a.
Stab
Regie – Hartmut Griesmayr
Drehbuch – Felix Huby
Idee – Thomas Kirchner
Produktion – Susanne Wolfram
Musik – Joe Mubare
Kamera – Hans-Jörg Allgeier
Schnitt – Claudia Fröhlich
Produktionsunternehmen – Saxonia Media, im Auftrag des MDR






Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 08.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 2 Tagen).
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