Kurz und knapp – darum geht’s

Erst ein Knall, dann liegt ein Einfamilienhaus in Trümmern: Im Keller entdecken die halleschen Kommissare Herbert Schmücke und Herbert Schneider die Leiche von Stefanie Wolter. Dabei hätte die Hausbesitzerin zur Zeit der Gasexplosion eigentlich mit ihrem Mann am Süßen See sein sollen. Getötet hat sie aber nicht das Gas, denn jemand hat sie schon vorher erschlagen. Wertvolle Ikonen fehlen. Die Spur führt zunächst zu zwei Dieben, dann zu einem entlassenen Handwerker und schließlich zurück zum Witwer Karl Wolter, dessen Ehe am Ende war. Auch privat hat Schmücke ein Problem: Seine Lebensgefährtin hat ihn vor die Tür gesetzt, und so quartiert er sich ausgerechnet beim Kollegen Schneider ein …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Rosentod“

Mitten in Dedelitz fliegt das Einfamilienhaus der Wolters in die Luft. Als Schmücke und Schneider eintreffen, ist von dem Gebäude kaum mehr als ein Trümmerfeld übrig, und im Keller hat die Feuerwehr eine Tote geborgen: Stefanie Wolter, die Eigentümerin. Damit stehen die Ermittler gleich vor dem ersten Rätsel. Von Klempnermeister Grande, einem Nachbarn der Wolters, erfahren sie nämlich, dass die Frau mit ihrem Mann Karl zu einem Kurzurlaub an den Süßen See aufgebrochen war. Was also hatte sie zu Hause verloren? Und wo steckt der Ehemann?

Karl Wolter wird zur Fahndung ausgeschrieben und schließlich in Seeburg aufgespürt, wo er sich in seinem Jagdrevier aufhält. Ja, es habe Streit gegeben, räumt er ein, und seine Frau sei daraufhin wütend allein losgefahren. Bald zeigt sich, was der Schutthaufen zunächst verborgen hat: Stefanie Wolter starb weder am Gas noch im Feuer, sie wurde vor der Explosion erschlagen. Außerdem hat sich jemand an der Gasleitung zu schaffen gemacht. Bei einem Rundgang durch die Ruine, an dem auch Wolters Stieftochter Carola teilnimmt, fällt zudem auf, dass kostbare Ikonen verschwunden sind. Für das Duo aus Halle liegt die Sache damit auf der Hand: ein Einbruch, der für die Hausherrin tödlich endete.

Eine erste konkrete Spur liefert ein Handy, das vor dem Haus gefunden wurde. Es gehört Martin Sander, der wegen Einbrüchen vorbestraft ist, aber wie vom Erdboden verschluckt scheint. Zuletzt hat er mit Erik Vesper telefoniert, dem Dorf-Casanova von Dedelitz. Also heften sich die Kommissare an Vespers Fersen, in der Hoffnung, dass er sie zu dem Gesuchten führt. Tatsächlich gehen ihnen die beiden Diebe ins Netz. Die Freude währt allerdings nur kurz, denn mit dem Mord an Stefanie Wolter haben die Männer nichts zu tun. Auch von den Ikonen ist bei ihnen nichts zu finden.

Stattdessen bringt Vesper einen neuen Namen ins Spiel: Thomas Neumann. Der hat seine Stelle beim Klempnermeister Grande verloren, und das hat er ausgerechnet Stefanie Wolter zu verdanken. Ein Motiv wäre also vorhanden. Neumann kann jedoch ein Alibi vorweisen, und im TV-Krimi „Rosentod“ heißt es für die Ermittler: zurück auf Anfang.

Privat läuft es für Herbert Schmücke derweil alles andere als rund. Seine Lebensgefährtin Edith Reger hat ihn vor die Tür gesetzt, und bis er eine neue Bleibe findet, kommt er beim Kollegen Schneider unter. Die beiden müssen nun nicht nur im Dienst, sondern auch nach Feierabend miteinander auskommen.

Als Nächstes nehmen Schmücke und Schneider im MDR-Polizeiruf „Rosentod“ die Finanzen der Wolters unter die Lupe und stoßen auf ein auffälliges Ungleichgewicht. Karl Wolter hing finanziell vollständig von seiner Frau ab. Laut Ehevertrag hätte er bei einer Scheidung nichts bekommen, und auch ihr Tod bringt ihm nichts ein, weil es aus ihrer ersten Ehe eine Tochter gibt. Carola bestätigt den Kommissaren, dass das Paar kurz vor der Trennung stand. Einen materiellen Grund für die Tat hat der Witwer also nicht, einen emotionalen dagegen sehr wohl, und sein Alibi steht auf wackligen Beinen. Bleibt ein Strauß Rosen, der einen Tag nach Stefanie Wolters Tod für sie abgegeben wurde, und mit ihm die Frage, wer ihn bestellt hat …

Hinter den Kulissen

„Rosentod“ ist die 255. Folge der Reihe Polizeiruf 110 und zugleich ein kleines Jubiläum: Zum 25. Mal ermitteln die halleschen Kriminalhauptkommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) in einem Mordfall. Zur Seite stehen ihnen Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand (Marie Gruber) und Gerichtsmediziner Dr. Klaus Riepe (Klaus-Jürgen Steinmann).

In weiteren Rollen sind unter anderem Leonard Lansink als Bernd Grande, Oliver Stritzel als Karl Wolter, Angela Sandritter als dessen Stieftochter Carola, Oliver Bootz als Erik Vesper sowie Gunnar Teuber und Michaela Schaffrath als Thomas und Simone Neumann zu sehen.

Hans Werner führte Regie und schrieb das Drehbuch zusammen mit Dieter Chill. Produziert wurde der Krimi von Saxonia Media im Auftrag des MDR, gedreht wurde in Halle und Umgebung.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Bernd Grande, Klempnermeister – Leonard Lansink
Karl Wolter – Oliver Stritzel
Carola Wolter, Karl Wolters Stieftochter – Angela Sandritter
Erik Vesper – Oliver Bootz
Thomas Neumann – Gunnar Teuber
Martin Sander – Sebastian Achilles
Körner, Immobilienmakler – Matthias Dittmer
Rosamunde Weigand, Kriminaltechnikerin – Marie Gruber
Blumenhändler – Aykut Kayacık
Frau Vesper – Marylu Poolman
Kommissar Gerlach – Peter Rauch
Blumenhändlerin – Ursula Schucht
Simone Neumann – Michaela Schaffrath
Dr. Klaus Riepe, Gerichtsmediziner – Klaus-Jürgen Steinmann
Pizzabote – Thorsten Wolf
u. v. a.

Stab

Regie – Hans Werner
Drehbuch – Hans Werner, Dieter Chill
Produktion – Susanne Wolfram
Musik – Rainer Oleak
Kamera – Falko Ahsendorf
Schnitt – Claudia Fröhlich
Produktionsunternehmen – Saxonia Media, im Auftrag des MDR