Kurz und knapp – darum geht’s

Ein Einfamilienhaus am Münchner Ortsrand wird zum Schauplatz eines Massakers: Lilly und Werner Harms und ihr 26-jähriger Sohn Holger sind in der Nacht brutal erschlagen worden. Nur Tochter Maren ist der Tat entgangen, weil sie zufällig bei einer Freundin übernachtet hat. Kriminalhauptkommissar Jürgen Tauber verspricht der jungen Frau, den Mörder schnell zu finden. Dieses Versprechen setzt ihn bald selbst unter Druck. Gemeinsam mit seiner Kollegin Jo Obermaier stößt er auf eine ganze Reihe von Verdächtigen, vom aufbrausenden Nachbarn bis zum verschuldeten Autohändler. Doch keinem können die beiden etwas nachweisen. Je länger die Ermittlungen dauern, desto deutlicher zeigt sich, wie sehr der Fall an Taubers Nerven zehrt …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Wie ist die Welt so stille“

Am Abend noch ein gewöhnliches Zuhause, am Morgen ein Ort des Schreckens: In ihrem Haus am Stadtrand von München sind das Ehepaar Harms und sein erwachsener Sohn mit roher Gewalt umgebracht worden. Der Täter hat ein Blutbad angerichtet und anschließend die Räume verwüstet. Selbst die erfahrenen Kommissare Tauber und Obermaier sind fassungslos angesichts der Brutalität, mit der eine ganze Familie regelrecht hingerichtet wurde. Die 20-jährige Maren verdankt ihr Leben allein dem Umstand, dass sie die Nacht anderswo verbracht hat. Als sie am Morgen heimkehrt, erleidet sie einen Schock.

Ein Fremder scheint als Täter kaum infrage zu kommen. Einbruchsspuren gibt es keine, und wer hier zugeschlagen hat, kannte offenbar die Abläufe im Hause Harms genau. Die Tatwaffe, ein schwerer Gegenstand aus Holz, ist verschwunden. Bei der Suche nach einem Motiv stoßen die Ermittler auf das beträchtliche Vermögen der Familie, zu dem mehrere Häuser und Wohnungen gehören. Tauber bittet Marens Verlobten Thomas Rösch, sich besonders um sie zu kümmern, denn solange der Mörder frei herumläuft, könnte auch sie in Gefahr sein. Mit seinem Versprechen an die Tochter hat sich der Kommissar allerdings eine schwere Last aufgebürdet: Maren, die Presse und Staatsanwalt Voss wollen Ergebnisse sehen, und zwar bald.

An Verdächtigen herrscht im Polizeiruf 110 „Wie ist die Welt so stille“ kein Mangel. Kurt Seifert, ein ungehobelter Angestellter einer Sicherheitsfirma, hätte ohne Weiteres an einen Hausschlüssel gelangen können. Seiner Frau Roswitha, die das Verbrechen entdeckt hat, sagt man ein Verhältnis mit Holger Harms nach. Seifert hat kein Alibi, und als Tauber ihn auf das Gerede anspricht, geht er auf den Kommissar los. Autohändler Günter Vieth steht bei Werner Harms mit einer größeren Summe in der Kreide und will die Tatnacht beim Pokern verbracht haben. Richard Laue, der Bruder von Lilly Harms, kann ebenfalls kein Alibi vorweisen. Der heruntergekommene Trinker wohnt für eine Spottmiete in einer Wohnung der Familie.

Bewegung in die Ermittlungen bringen Fingerabdrücke in Holgers Zimmer, die sich keiner der bekannten Personen zuordnen lassen. Sie gehören Johannes Ottl, einem jungen Nachbarn und Freund Holgers, der den Abend bei ihm verbracht hat, angeblich vor einem Fußballspiel im Fernsehen. Ottl gibt sich wortkarg. In der Nachbarschaft wird gemunkelt, die beiden seien mehr als nur Freunde gewesen. Ottls Vater, der als radikaler Katholik gilt, würde so etwas niemals dulden. Tauber lässt Ottls Telefon überwachen, und auch dessen Freundin Laura muss sich unangenehmen Fragen stellen.

Tauber selbst gerät immer mehr aus dem Gleichgewicht. Er schläft im Büro, die Bilder der Tat verfolgen ihn bis in seine Träume, und wach hält er sich nur noch mit Unmengen Koffein. Gegenüber Richard Laue wird er sogar handgreiflich und kassiert dafür eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Obermaier sieht mit wachsender Sorge, wie sehr der Fall ihrem Kollegen zusetzt, und sagt einem Vorgesetzten unverblümt, dass er eine Auszeit braucht. Damit sorgt sie für neuen Zündstoff zwischen den beiden. Weil Personal fehlt, darf Tauber dennoch weitermachen. Doch im BR-Polizeiruf „Wie ist die Welt so stille“ will sich kein Verdacht erhärten lassen. Mit jedem Tag ohne Ergebnis steigt der Druck, und die Ermittler gehen immer härter vor …

Hinter den Kulissen

„Wie ist die Welt so stille“ ist die 292. Folge der Krimireihe. Für Kriminalhauptkommissarin Jo Obermaier (Michaela May) ist es der 15. Fall, für ihren Kollegen Jürgen Tauber (Edgar Selge) der 18. Die überlebende Tochter Maren Harms wird von Nadja Bobyleva gespielt, Staatsanwalt Voss von Christian Hoening.

Produziert hat den Film die Firma Die Film GmbH mit Produzent Uli Aselmann im Auftrag des Bayerischen Rundfunks. Regie führte Alain Gsponer, der gemeinsam mit Alex Buresch auch das Drehbuch schrieb. Der Titel ist eine Zeile aus dem Gedicht „Abendlied“ von Matthias Claudius.

Die Erstausstrahlung verfolgten in Deutschland 5,85 Millionen Zuschauer. Das entsprach einem Marktanteil von 16,6 Prozent.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Jürgen Tauber – Edgar Selge
Kriminalhauptkommissarin Jo Obermaier – Michaela May
Maren Harms – Nadja Bobyleva
Thomas Rösch, Marens Verlobter – David Rott
Johannes Ottl, Nachbar der Familie Harms – Martin Wißner
Tarik Yilmaz – Tayfun Bademsoy
Staatsanwalt Voss – Christian Hoening
Theresa Schwarz – Annika Blendl
Johannes Ottls Vater – Hubertus Hartmann
Polizeibeamtin Köhler – Lisa Karlström
Polizeimeister Ludger – Eckhard Preuß
Richard Laue, Bruder von Lilly Harms – Wolfgang Michael
Günter Vieth, Autohändler – Oliver Nägele
Roswitha Seifert – Franziska Schlattner
Kurt Seifert, Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma – Stephan Zinner
Kriminaltechniker – Robinson Reichel
Laura, Ottls Freundin – Janina Stopper
u. v. a.

Stab

Regie – Alain Gsponer
Drehbuch – Alex Buresch, Alain Gsponer
Produktion – Uli Aselmann
Musik – Marius Felix Lange
Kamera – Matthias Fleischer
Schnitt – Vera van Appeldorn
Produktionsunternehmen – Die Film GmbH, im Auftrag des BR