Kurz und knapp – darum geht’s
Ein Plattenwerk unter Termindruck, ein Meister, der keinen Widerspruch duldet, und ein Brigadier mit Vergangenheit: Alfred Mattusch hat sich ohne Wenn und Aber hinter Heiner Kiewitz gestellt, als dieser nach seiner Haftstrafe im Betrieb anfing. Doch als er erfährt, dass seine Tochter Ruth mit dem Vorbestraften zusammen ist, wird aus dem Förderer ein erbitterter Gegner. Kurz darauf brennt eine Werkhalle, eine Acetylenflasche explodiert – es gibt Tote und zahlreiche Verletzte. Für Hauptmann Peter Fuchs, Oberleutnant Jürgen Hübner und Leutnant Thomas Grawe ist bald klar, dass beim Schweißen grob fahrlässig gehandelt wurde. Nur: Wer stand an dem Gerät, wenn doch niemand die Halle betreten haben will …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Explosion“
Im Plattenwerk drängt die Zeit: Die Brigade von Heiner Kiewitz soll in einer Halle, die gerade rekonstruiert wird, eine dringende Reparatur so schnell wie möglich erledigen. Meister Alfred Mattusch ist ein Mann mit klaren Vorstellungen, und wer seine Arbeitsauffassung in Frage stellt, bekommt das zu spüren. Schweißer Axel Taurig hat sich über eine kurzfristig angesetzte Doppelschicht beschwert – und ist prompt aus der Brigade geflogen. An seiner Stelle rückt ein neuer Kollege nach.
Auf Heiner Kiewitz dagegen lässt Mattusch nichts kommen. Als der Brigadier nach verbüßter Haft im Werk anfing, hat sich der Meister ohne Vorbehalte für ihn eingesetzt, und seither weiß er, dass auf ihn Verlass ist. Umso härter trifft ihn, was er erst in den eigenen vier Wänden erfährt, nachdem Heiner im Betrieb vergeblich das Gespräch gesucht hat: Seine 25-jährige Tochter Ruth ist mit Kiewitz liiert. Für Mattusch ist eine solche Verbindung schlicht indiskutabel – ein Vorbestrafter hat in seiner Familie nichts verloren. Es kommt zum Eklat, Heiner und Ruth verlassen gemeinsam das Haus, und aus Mentor und Schützling werden über Nacht Feinde.
Am nächsten Morgen erscheint Heiner verspätet zur Arbeit. Wenig später steht die Halle, in der seine Leute tätig sind, in Flammen, dann fliegt eine Acetylenflasche in die Luft. Mattusch, der seine Brigade noch drinnen vermutet, macht sich auf die Suche nach ihr und zieht sich dabei eine Rauchvergiftung zu. Wie sich herausstellt, waren die Männer zu diesem Zeitpunkt längst vorzeitig in die Mittagspause gegangen. Glimpflich geht die Katastrophe im DDR-Polizeiruf „Explosion“ dennoch nicht aus: Vier Menschen sterben, zahlreiche weitere werden verletzt, unter ihnen viele Feuerwehrleute.
Hauptmann Peter Fuchs, Oberleutnant Jürgen Hübner und Leutnant Thomas Grawe übernehmen den Fall, und die Untersuchungen liefern bald eine Erklärung für das Unglück: Ein Schweißtrafo war nicht abgeschaltet worden und hat einen Brand ausgelöst, an dessen Ende die Explosion stand. Doch wer hat das Gerät benutzt? Niemand aus der Brigade besitzt eine Schweißerlaubnis, und angeblich hat sich auch keiner der Kollegen während der Pause in der Halle aufgehalten. Die Männer stehen eng zusammen, und die Kriminalisten werden das Gefühl nicht los, dass hier mehr verschwiegen als gesagt wird.
Auch der Bruch zwischen dem Meister und seinem Brigadier bleibt den Ermittlern im Polizeiruf 110 „Explosion“ nicht lange verborgen. Zwischen Termindruck, gekränktem Vaterstolz und einer Belegschaft, die lieber schweigt, müssen Fuchs, Hübner und Grawe herausfinden, was an jenem Mittag in der Halle tatsächlich geschehen ist – und warum offenbar niemand darüber reden will …
Hinter den Kulissen
In der 112. Folge der Reihe ermittelt ein Trio: Für Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es der 66. Fall, für Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) der 53. und für Leutnant Thomas Grawe (Andreas Schmidt-Schaller) der 7. Fall. Werner Godemann spielt Meister Alfred Mattusch, Michael Kind den Brigadier Heiner Kiewitz und Claudia Maria Meyer Mattuschs Tochter Ruth. Regisseur Thomas Jacob ist selbst in einer kleinen Rolle als Krankenpfleger zu sehen, das Drehbuch stammt von Percy Dreger.
Gedreht wurde der Film, der zunächst den Arbeitstitel „Selbstbetrug“ trug, vom 1. Oktober bis zum 6. Dezember 1986, unter anderem in Guben. Für die Explosionsszene ließ das Team eine alte technische Anlage wieder aufbauen und funktionstüchtig machen. Bei der nachgestellten Sprengung standen Sicherheitskräfte, Bereitschaftspolizei, Feuerwehren und Rettungswagen bereit.
Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 42 Prozent.
Besetzung
Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Leutnant Thomas Grawe – Andreas Schmidt-Schaller
Alfred Mattusch, Meister – Werner Godemann
Frau Mattusch – Ingrid Rentsch
Ruth Mattusch, seine Tochter – Claudia Maria Meyer
Heiner Kiewitz, Brigadier – Michael Kind
Axel Taurig, Schweißer – Thomas Just
Hannes Kerner, Schweißer – Axel Werner
Frau Kerner – Ulrike Krumbiegel
Herr Becker – Hans-Peter Reinecke
Herr Poller – Fred Delmare
Herr Hinrichs – Willi Schrade
Herr Putz – Hans Klima
Kriminaltechniker – Tom Pauls
Wirt – Horst Krause
Brandmeister – Wolfgang Sörgel
Abschnittsbevollmächtigter – Herbert Graedtke
Wachtmeister – Bruno F. Apitz
Hauptwachtmeister – Wolfgang Gorks
Krankenpfleger – Thomas Jacob
Bastian Kerner – Danny Awege
u. v. a.
Stab
Regie – Thomas Jacob
Drehbuch – Percy Dreger
Produktion – Hans-Jörg Gläser
Musik – Arnold Fritzsch
Kamera – Horst Klewe
Schnitt – Bert Schultz
Kostüm – Ruth Völker
Filmbauten – Christoph Lindemann
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR
Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 3 Tagen).
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