Kurz und knapp – darum geht’s
Herbert Schmücke liegt nach einer Schussverletzung noch in der Klinik, also müssen Herbert Schneider und Oberkommissarin Nora Lindner den Tod der Sekretärin Sybille Bohse ohne ihn aufklären. Die junge Frau wurde spätabends überfahren, der Fahrer hat sich aus dem Staub gemacht. Zunächst spricht vieles für eine Tat aus Eifersucht, und der geschiedene Ehemann der Toten rückt in den Fokus. Dann meldet sich der Journalist Walter Klaue zu Wort, dessen Ruf nicht der allerbeste ist: Die Frau sei getötet worden, weil sie über die Verflechtungen von Lokalpolitik und Wirtschaft auspacken wollte. Während Schneider dieser Spur folgen will, hält Lindner an der Eifersuchtsthese fest – bestärkt vom neuen Staatsanwalt, für den sie längst mehr als kollegiale Sympathie empfindet …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Blutige Straße“
Es ist spätabends, als Sybille Bohse auf der Straße von einem Wagen erfasst wird. Sie ist auf der Stelle tot, der Fahrer gibt Gas und verschwindet. Ein Zeuge hat den Vorfall beobachtet und ist überzeugt: Das war kein Unglück, das war Absicht. Damit ist die Mordkommission gefragt. Allerdings fehlt im Polizeiruf 110 „Blutige Straße“ einer, der sonst ganz vorne mitmischt – Herbert Schmücke kuriert in der Klinik noch immer die Schussverletzung aus seinem letzten Einsatz aus. Sein langjähriger Partner Herbert Schneider und Oberkommissarin Nora Lindner sind also auf sich allein gestellt.
Der erste Weg führt die beiden zu Hans Bohse, dem geschiedenen Mann der Toten. Dass ausgerechnet sein Volvo einen Unfallschaden aufweist, lässt ihn nicht gerade unverdächtiger erscheinen. Bohse selbst gibt sich gelassen: Jeder sei ohnehin seiner eigenen Wege gegangen. Lindner hört aus seinen Worten jedoch eine tiefe Verbitterung heraus – und gekränkte Eifersucht wirkt plötzlich wie ein naheliegendes Motiv.
Doch nicht nur die Polizei interessiert sich für den Fall. Die Reporter haben schnell herausgefunden, dass Sybille Bohse in gehobenen Kreisen von ausschweifenden Sexpartys bekannt war. Am Morgen nach der Tat sorgt dann ein Artikel von Walter Klaue für Wirbel: Der Journalist kündigt an, ein Geflecht aus Lokalpolitik und Wirtschaft offenzulegen, und behauptet, die Tote habe sterben müssen, weil sie reden wollte. Für Schneider ist das mehr als bloßes Sensationsgeschrei, denn bis vor kurzem hat die Frau als Sekretärin für den Bauunternehmer René Heintze gearbeitet – wer weiß, was ihr dort alles auf den Schreibtisch gekommen ist.
Kurz darauf fliegt Klaues Wohnwagen bei einer Gasexplosion in die Luft. Der Reporter entgeht dem Tod nur um Haaresbreite und wird mit erheblichen Verletzungen in die Klinik gebracht, in der auch Schmücke liegt. Der zur Untätigkeit verurteilte Kommissar wittert seine Chance: Er sorgt dafür, dass Klaue zu ihm aufs Zimmer verlegt wird, und beginnt, seinen neuen Bettnachbarn unauffällig auszuhorchen. Verdeckte Ermittlungen vom Krankenbett aus – eine willkommene Abwechslung im eintönigen Klinikalltag.
Unter den Ermittlern im MDR-Polizeiruf „Blutige Straße“ tut sich derweil ein Graben auf. Schneider teilt Schmückes Verdacht, dass hinter dem Tod mehr steckt als ein Ehedrama. Lindner dagegen bleibt bei ihrer Linie – und weiß den neuen Staatsanwalt Ole Mahler an ihrer Seite, der von den Spekulationen der Presse wenig hält und zur Sachlichkeit mahnt. Die Rückendeckung tut der jungen Oberkommissarin gut, zumal sie sich in Mahler verliebt hat.
Tatsächlich scheinen die Ereignisse ihr zunächst recht zu geben: Als das Tatfahrzeug gefunden wird, führen die Spuren darin zu Hans Bohse. Wenig später nimmt sich der Mann das Leben. Ein Eingeständnis seiner Schuld? Schneider mag nicht recht daran glauben, und Schmücke muss sich das Vertrauen seines Zimmergenossen erst mühsam erarbeiten. Doch ob der windige Klaue wirklich mit offenen Karten spielt und für seine Anschuldigungen handfeste Beweise besitzt, ist alles andere als sicher …
Hinter den Kulissen
Mit „Blutige Straße“ erreicht der Polizeiruf 110 seine 323. Folge. Für die halleschen Kommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) ist es bereits der 47. gemeinsame Fall, Oberkommissarin Nora Lindner (Isabell Gerschke) ermittelt zum fünften Mal an ihrer Seite. Schmückes Klinikaufenthalt knüpft unmittelbar an den Vorgängerfilm „Ein todsicherer Plan“ an, in dem der Kommissar angeschossen wurde.
In den Episodenrollen sind unter anderem Henry Hübchen als Journalist Walter Klaue, Mišel Matičević als Staatsanwalt Ole Mahler und Torsten Michaelis als Bauunternehmer René Heintze zu sehen. Regie führte Dror Zahavi, das Drehbuch stammt von Hans-Werner Honert.
Produziert wurde der Krimi von der Saxonia Media Filmproduktion im Auftrag des MDR, gedreht wurde in Halle und Staßfurt. Die Erstausstrahlung verfolgten 7,33 Millionen Zuschauer, das entsprach einem Marktanteil von 20,6 Prozent.
Besetzung
Kriminalhauptkommissar Herbert Schmücke – Jaecki Schwarz
Kriminalhauptkommissar Herbert Schneider – Wolfgang Winkler
Oberkommissarin Nora Lindner – Isabell Gerschke
Walter Klaue, Journalist – Henry Hübchen
Staatsanwalt Ole Mahler – Mišel Matičević
Hans Bohse – Thomas Arnold
Heiner Kern, Stadtrat – Gunter Schoß
Kriminaltechnikerin Rosamunde Weigand – Marie Gruber
René Heintze, Bauunternehmer – Torsten Michaelis
Gabi Rössner – Karin Düwel
Prof. Dr. Noack – Jean Maesér
Polizeiobermeister – Jürgen Trott
Sybille Bohse, Sekretärin – Katja Weilandt
Kriminaltechniker – Lutz Jeskulke
u. v. a.
Stab
Regie – Dror Zahavi
Drehbuch – Hans-Werner Honert
Produktion – Peter Gust
Musik – Jörg Lemberg
Kamera – Ralph Netzer
Schnitt – Fritz Busse
Produktionsunternehmen – Saxonia Media, im Auftrag des MDR



























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