Kurz und knapp – darum geht’s

Erst eine ausgelassene Mondscheinfahrt auf dem Ausflugsdampfer, dann eine Tote im Wochenendhaus: Im Bungalow von Kapitän Wolfgang Hasse liegt die zwanzigjährige Serviererin Marlies Geißler, mit der er ein Verhältnis hatte. Ob die junge Frau sich selbst getötet hat oder getötet wurde, ist zunächst völlig offen. Oberleutnant Jürgen Hübner, Leutnant Vera Arndt und Wachtmeister Lutz Subras stoßen schnell auf zwei Menschen, die von der Affäre wussten und darunter litten. Der eine ist Maschinist Ebs Häusler, der frühere Verlobte der Toten, der für die Tatzeit kein Alibi hat. Die andere ist Helga Hasse, die Ehefrau des Kapitäns, die sich in der fraglichen Zeit am Tatort aufhielt. Und dann legt ausgerechnet sie den Ermittlern einen Abschiedsbrief vor …

Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Das Ende einer Mondscheinfahrt“

Mondschein über dem Wasser, eine Brigade der Weißen Flotte auf ihrer traditionellen Abendfahrt – und noch in derselben Nacht eine Tote. Es ist Kapitän Wolfgang Hasse, der die Polizei verständigt: In seinem Wochenendhaus hat er Marlies Geißler gefunden, die an diesem Abend noch als Kellnerin auf seinem Schiff gearbeitet hat. Die junge Frau ist verblutet. Oberleutnant Jürgen Hübner, Leutnant Vera Arndt und Wachtmeister Lutz Subras übernehmen die Ermittlungen im Polizeiruf 110 „Das Ende einer Mondscheinfahrt“, und gleich am Fundort erleben sie eine Überraschung: Durchs Fenster ist ein ungebetener Besucher ins Haus geklettert.

Der Eindringling heißt Ebs Häusler, arbeitet als Maschinist auf Hasses Dampfer und war einmal mit Marlies verlobt. Sie hat ihn verlassen, weil sie sich in den verheirateten Kapitän verliebt hatte. Erst kurz zuvor hatte sie Ebs bei einer Aussprache in einer Kirche unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass es für die beiden keine gemeinsame Zukunft mehr gibt. Für die Kriminalisten ist der zurückgewiesene Exverlobte damit eine naheliegende Spur – zumal er nicht belegen kann, wo er sich zur Tatzeit aufgehalten hat.

Harmonisch verlief schon die Mondscheinfahrt selbst nicht. Hasse und Marlies zogen sich zu einem Gespräch in eine Kabine zurück, bei dem die Stimmen bald lauter wurden. Auch Helga Hasse, die Ehefrau des Kapitäns, war mit an Bord. Sie stellte ihren Mann zur Rede und kündigte an, sich von ihm zu trennen. Als sich dann auch noch Ebs einmischte und Hasse aufforderte, Marlies endlich in Ruhe zu lassen, war für Helga das Maß endgültig voll.

Damit gerät auch die gekränkte Ehefrau ins Visier der Ermittler, denn sie war zur fraglichen Zeit im Bungalow. Die Gerichtsmedizin kann zunächst nicht mit Sicherheit sagen, ob jemand anderes für den Tod der jungen Frau verantwortlich ist. Stutzig macht die Kripo im DDR-Krimi „Das Ende einer Mondscheinfahrt“ allerdings ein Detail im Wochenendhaus: In der Schreibmaschine steckt noch eine Ecke Papier, und die Tasten hat jemand gründlich abgewischt. Die Kriminalisten gehen von einem Abschiedsbrief aus, den anschließend jemand aus der Maschine gezogen und an sich genommen hat. Doch wer hat ein Interesse daran, dass dieses Schreiben verschwindet?

Hübner, Arndt und Subras stellen Fragen, überprüfen Aussagen und suchen Haus und Garten nach dem fehlenden Papier ab – bislang vergeblich. Dann meldet sich Helga Hasse bei der Kriminalpolizei. Sie übergibt den Ermittlern einen Abschiedsbrief der toten Serviererin, der angeblich in der Schreibmaschine ihres Mannes gesteckt hat. Was hat es mit diesem Schreiben auf sich, und warum taucht es ausgerechnet jetzt auf …

Hinter den Kulissen

„Das Ende einer Mondscheinfahrt“ ist die elfte Folge der Reihe Polizeiruf 110 und bringt eine neue Konstellation: Zum ersten Mal ermitteln Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) und Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) zusammen. Für Arndt ist es bereits der neunte Fall, zugleich aber der erste ohne ihren bisherigen Kollegen Peter Fuchs. Hübner und Wachtmeister Lutz Subras (Alfred Rücker) sind zum dritten Mal im Einsatz.

Regie führte Hubert Hoelzke, der das Drehbuch gemeinsam mit Ulrich Waldner verfasste. Die Dreharbeiten liefen vom 18. September bis Anfang November 1972, unter anderem in Berlin. Der Dampfer, der im Film als Ausflugsschiff „Sonnenschein“ zu sehen ist, gehörte zur Weißen Flotte Berlin – die heutige „Sachsen“, die damals noch „Heinrich Mann“ hieß, hatte ihren Liegeplatz an der Anlegestelle Berlin-Treptow.

Die Kirchenszenen wurden in der Dorfkirche Miersdorf aufgenommen. Sie halten den Innenraum in seinem Zustand vor der Renovierung fest, die von 1981 bis 1984 dauerte und unter anderem den Altarraum deutlich veränderte. Die Kostüme stammen von Ruth Karge, für die Filmbauten war Britta Pelzner zuständig. Produziert wurde der Krimi vom Fernsehen der DDR.

Besetzung

Oberleutnant Jürgen Hübner – Jürgen Frohriep
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Wachtmeister Lutz Subras – Alfred Rücker
Kapitän Wolfgang Hasse – Stefan Lisewski
Maschinist Ebs Häusler – Peter Reusse
Marlies Geißler, Serviererin – Anne-Kathrein Kretzschmar
Helga Hasse, Ehefrau des Kapitäns – Gudrun Ritter
Albert Kruschke – Bruno Carstens
Lissy – Helga Hahnemann
Edmund – Friedrich Teitge
Kriminalist – Freimut Götsch
Kriminaltechniker – Manfred Müller
Gerichtsmediziner – Lothar Schellhorn
Wachtmeister – Gunter Friedrich
Nachbarin – Liska Merbach
Betriebsschutzmann – Ernst Peter Berndt
Kindergartenleiterin – Gudrun Jochmann
Ausflügler – Edgar Külow
Büffetier – Richard Schrader
Oberkellner – Paul Arenkens
Küster – Kurt Radeke
Student – Manfred Thal
Studentin – Dagmar-Constanze Bauer
Kellner – Peter Heiland
u. v. a.

Stab

Drehbuch – Ulrich Waldner, Hubert Hoelzke
Regie – Hubert Hoelzke
Kamera – Adam Pöpperl
Schnitt – Susanne Carpentier
Kostüm – Ruth Karge
Filmbauten – Britta Pelzner
Musik – Wolfgang Pietsch
Produktion – Hans W. Reichel
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR