Kurz und knapp – darum geht’s
Eigentlich sollen die Oberleutnants Lutz Zimmermann und Thomas Grawe an der Ostseeküste nur einem Dieb das Handwerk legen, der immer wieder in Bungalows einsteigt. Doch im Haus von Professor Conradi stoßen sie auf ein Indiz, das nicht zur üblichen Beute passt: eine alte Münze. Sie stammt aus einem Koffer, den Conradis Sohn Holger an der Kreideküste gefunden hat und der inzwischen spurlos verschwunden ist. Als die junge Archäologin Roswitha Rütt von einem kopflosen Skelett erzählt, in dessen Nähe vor Jahren ebenfalls eine solche Münze lag, ahnt Zimmermann, dass hinter der Sache mehr steckt als ein Diebstahl. Denn wie lange der Unbekannte schon in der Erde liegt, hat damals niemand überprüft …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Der Fund“
Die Kreideküste von Jasmund ist der Schauplatz eines Verbrechens, das lange im Verborgenen bleibt: Nach einem Streit wird dort ein Mann niedergestochen und stürzt mitsamt seinem Koffer einen Abhang hinunter. Sein Bargeld nimmt der Täter an sich, den Toten verscharrt er am Strand. Nur der Koffer bleibt unauffindbar – und mit ihm sein Inhalt. Neun Jahre vergehen, bis die Vergangenheit im Polizeiruf 110 „Der Fund“ wieder an die Oberfläche kommt.
Von alldem ahnen die Oberleutnants Lutz Zimmermann und Thomas Grawe nichts, als sie in der Gegend einem Einbrecher auf den Fersen sind, der es auf Bungalows abgesehen hat. Mehrfach schon hat er zugeschlagen und mitgehen lassen, was ihm in die Finger kam, ob wertvoll oder nicht. Jüngster Tatort ist das Haus von Professor Conradi, der in Berlin arbeitet und sich nur selten an der Küste blicken lässt. Umso häufiger nutzt sein Sohn Holger das Anwesen – vorzugsweise für Treffen mit seinen Frauenbekanntschaften. Nach dem Rechten sieht ansonsten der Rentner Gau. Unter einem Tisch finden die Ermittler ein Stück, das Rätsel aufgibt: ein altes Geldstück.
Mit der Wahrheit rückt Holger Conradi erst später heraus. An einem Abhang im Kreidebruch ist er zufällig auf einen alten Koffer gestoßen, darin 23 Münzen, die er kurzerhand an sich genommen hat. Ziemlich angetrunken wollte er in einer Gaststätte mit einem der Stücke bezahlen – ein Auftritt, der dem Sammler Harry Stresow nicht entgangen ist. Die Münze unter dem Tisch muss Holger nach jenem Abend aus der Tasche gerutscht sein. Der Koffer samt dem Rest seines Inhalts dagegen ist seit dem Einbruch verschwunden.
Unterdessen erhält die Uhrmacherin Anita Schilling einen Anruf von einem Unbekannten. Er möchte ihren Mann Konrad sprechen, gibt sich als Sammlerfreund aus und will von den Münzen gehört haben. Anita vertröstet ihn: Ihr Mann sei schon länger im Ausland. Tatsächlich wartet sie seit fast zehn Jahren auf seine Rückkehr. Er soll sich damals Hals über Kopf nach Schweden abgesetzt haben, aus Angst vor einer Strafverfolgung in der DDR. Geblieben ist ihr eine Postkarte, in der von einer Heimkehr die Rede ist, sobald seine Strafe verjährt sei.
Auf die richtige Fährte bringt die Ermittler ausgerechnet eine Zufallsbekanntschaft: An der Küste lernt Zimmermann die junge Archäologin Roswitha Rütt kennen – eine Begegnung, die für den Oberleutnant nicht nur beruflich ihren Reiz hat. Als er ihr die Münze zeigt, erinnert sie sich an einen ähnlichen Fund. Vor fünf Jahren stieß man in einem Hügelgrab auf das Skelett eines Mannes, dem der Kopf fehlte, und ganz in der Nähe auf eine solche Münze. Wie alt die Knochen tatsächlich sind, hat damals niemand untersucht, denn archäologisch schien der Fund ohne Belang. Zimmermann sieht das anders und lässt die Untersuchungen im TV-Krimi „Der Fund“ wieder aufnehmen. Doch wer war der Unbekannte ohne Kopf – und welches Geheimnis hat er mit ins Grab genommen …
Hinter den Kulissen
„Der Fund“ ist die 127. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Oberleutnant Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) und Oberleutnant Thomas Grawe (Andreas Schmidt-Schaller) ist es jeweils der 18. Fall. In weiteren Rollen sind unter anderem die Archäologin Roswitha Rütt (Andrea Volber), Holger Conradi (Frank Matthus) und Anita Schilling (Petra Hinze) zu sehen.
Regie führte Hans Knötzsch, das Drehbuch schrieb Gerhard Stübe. Der Kriminalfilm entstand als Produktion der DEFA im Auftrag des Fernsehens der DDR. Die Dreharbeiten fanden vom 19. September bis zum 20. Dezember 1988 in Berlin und auf der Insel Rügen statt. Die Kostüme entwarf Ewald Forchner, für die Filmbauten war Heike Bauersfeld verantwortlich.
Bei seiner Erstausstrahlung erreichte der Polizeiruf eine Zuschauerbeteiligung von 42,3 Prozent.
Besetzung
Oberleutnant Lutz Zimmermann – Lutz Riemann
Oberleutnant Thomas Grawe – Andreas Schmidt-Schaller
Major Hagen – Klaus Gehrke
Oberleutnant Berg – Karl Sturm
Erika Lorenz – Solveig Müller
Richard Lorenz – Hans-Joachim Hanisch
Holger Conradi, Sohn von Professor Conradi – Frank Matthus
Roswitha Rütt, Archäologin – Andrea Volber
Harry Stresow, Sammler – Ralf Lehm
Konrad Schilling – Eugen Albert
Anita Schilling, Uhrmacherin – Petra Hinze
Klaus Rapsch – Horst Rehberg
Heinz Düwel – Jürgen Reimer
Friedrich Gau, Rentner – Bruno Carstens
Dr. Wiese – Uwe-Detlev Jessen
ABV Lehmann – Hartmut Puls
Dr. Schmidt – Karl-Maria Steffens
Frau Krüger – Inge Hesse-Peters
Herr Breese – Dieter Gellenthin
Anni – Susanne Peters
Olaf – Olaf Polenske
Nachbarin – Greta Baeger
Nachbar – Waldemar Baeger
Erste Kellnerin – Ilse Bastubbe
Zweite Kellnerin – Angelika Graubaum
Oberarzt – Lutz Erdmann
Freundin – Antje Grabley
Krankenschwester – Ulrike Hanke-Hänsch
Betriebsschutzmann – Manfred Schlosser
Kriminaltechniker – Lutz Schneider
Kraftfahrer – Gunnar Helm
Passant – Erhard Gulden
u. v. a.
Stab
Regie – Hans Knötzsch
Drehbuch – Gerhard Stübe
Produktion – Siegfried Kabitzke
Musik – Rudi Werion
Kamera – Günter Heimann
Schnitt – Bärbel Bauersfeld
Kostüm – Ewald Forchner
Filmbauten – Heike Bauersfeld
Produktionsunternehmen – DEFA im Auftrag des Fernsehens der DDR

Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 3 Tagen).
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