Kurz und knapp – darum geht’s
Seit Wochen treibt in einem Forst zwischen S-Bahnhof und Wohnsiedlung ein Unbekannter sein Unwesen: Er lauert Frauen nachts auf, bietet ihnen Geld und verlangt, dass sie sich ausziehen. Oberleutnant Peter Fuchs, Leutnant Vera Arndt und Kriminalmeister Lutz Subras sind ihm auf der Spur, als in dem Waldstück eine Frau tot aufgefunden wird – und alles nach einem Sexualverbrechen aussieht. Zur selben Zeit steckt Oberkellner Klaus Bander in der Klemme, denn seine frühere Verlobte Gina will das Geld zurück, das sie ihm einst geliehen hat. Eine groß angelegte Fahndung bringt rasch einen Mann hervor, der die Tat sogar gesteht. Für Subras ist die Sache damit erledigt, doch Fuchs mag nicht recht an die schnelle Lösung glauben …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „In derselben Nacht“
Tagsüber ein harmloses Waldstück, nachts ein Ort, den man besser meidet: Für die junge Serviererin Marion Fiedler ist der Forst zwischen S-Bahnhof und Siedlung eigentlich nur eine bequeme Abkürzung. Doch eines Nachts wartet dort ein Fremder auf sie. Er bietet ihr Geld an, fordert sie auf, sich auszuziehen, und als sie sich weigert, wird er handgreiflich. Marion kann sich losreißen und erstattet Anzeige. Bei der Kriminalpolizei zeigt sich bald, dass sie längst nicht die Einzige ist: Vier weitere Frauen haben dasselbe erlebt, und der Ablauf war jedes Mal der gleiche.
Die Ermittler im Polizeiruf 110 „In derselben Nacht“ setzen die Puzzleteile zusammen. Tatzeiten und Tatorte legen nahe, dass der Mann gar nicht aus der Gegend stammt, sondern hier nachts längere Zeit überbrücken muss, bis sein Anschlusszug Richtung Wessendorf abfährt. So gerät Fritz Tatzer ins Visier, der wegen einiger Einbrüche vorbestraft ist. In seiner Wohnung treffen die Kriminalisten allerdings nur seine Frau an. Sie hat sich von ihm getrennt, nicht zuletzt wegen seiner Trinkerei, und weiß zu berichten, dass Fritz inzwischen bei seiner Mutter in Wessendorf untergekommen ist.
Ganz andere Sorgen plagen Marions Lebensgefährten, Oberkellner Klaus Bander. Sein Haus hat er einst mit geliehenem Geld renoviert – geliehen ausgerechnet von seiner damaligen Verlobten Gina. Die Verlobung ist längst gelöst, die Schulden aber sind geblieben, und das Mannequin besteht darauf, dass Klaus sie in der kommenden Woche begleicht. Als er Marion von seinen Geldnöten erzählt, zögert die junge Frau nicht lange: Sie fährt nach Rostock zu ihrem Onkel, der sie eigentlich bei ihrem Studium finanziell unterstützen wollte.
Kaum ist Marion fort, steht Gina vor der Tür, um Klaus an das ausstehende Geld zu erinnern. Das ausgebaute Haus samt Swimmingpool beeindruckt sie sichtlich, und statt über Rückzahlungsfristen zu verhandeln, beginnt sie mit ihrem Ex zu flirten. In Rostock hat Marion unterdessen erreicht, was sie wollte. Mit dem Geld im Gepäck tritt sie einen Tag früher als geplant die Heimreise an.
Ausgerechnet in dieser Nacht wird die Kripo gleich doppelt alarmiert: Ein Kiosk ist überfallen worden, und zudem soll der gesuchte Unbekannte aus dem Forst in der Nähe des Bahnhofs gesehen worden sein. Fuchs, Arndt und Subras machen sich sofort auf den Weg. Wenig später wird im angrenzenden Wald die Leiche einer Frau entdeckt, und sämtliche Indizien sprechen für ein Sexualverbrechen. Eine umfangreiche Fahndung führt zu einem Mann, der den Mord tatsächlich gesteht. Der junge Kriminalmeister Subras hält den Fall für abgeschlossen. Doch Oberleutnant Fuchs kann sich mit dem raschen Ergebnis nicht anfreunden, und auch Vera Arndt fragt sich, ob im TV-Krimi „In derselben Nacht“ wirklich schon alles gesagt ist …
Hinter den Kulissen
„In derselben Nacht“ ist die zwölfte Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) und Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) ist es bereits der zehnte Fall, Kriminalmeister Lutz Subras (Alfred Rücker) ermittelt zum vierten Mal. Zum ersten Mal in der Reihe steht Annekathrin Bürger vor der Kamera, die das Mannequin Regina „Gina“ Weder verkörpert. Außerdem gehören Oberkellner Klaus Bander (Dietmar Richter-Reinick), die Serviererin Marion Fiedler (Karin Schersinski) und Fritz Tatzer (Fred Delmare) zum Ensemble.
Regie führte Hans-Joachim Hildebrandt, der auch das Drehbuch schrieb; produziert wurde der Fernsehfilm vom Fernsehen der DDR. Gedreht wurde unter dem Arbeitstitel „Marion Fiedler“ vom 20. August bis Anfang Oktober 1972, unter anderem in Rostock und am Bahnhof Blankenfelde. Für die Szenen von Ginas Fotoshooting diente das Leipziger Zentralstadion als Kulisse. Die Kostüme entwarf Ruth Karge, die Filmbauten stammen von Christian Neugebauer.
Besetzung
Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Kriminalmeister Lutz Subras – Alfred Rücker
Regina „Gina“ Weder, Mannequin – Annekathrin Bürger
Klaus Bander, Oberkellner – Dietmar Richter-Reinick (SFB Pressetext aus 1996 schreibt von Claus)
Marion Fiedler, Serviererin – Karin Schersinski
Fritz Tatzer – Fred Delmare
Heinrich Fiedler – Fritz Bartholdt
Frau Tatzer – Felicitas Schink
Herr Langer – Horst Kube
Herr Hansen – Karl Brenk
Wachtmeister – Heinrich Schmidt
u. v. a.
Stab
Regie – Hans-Joachim Hildebrandt
Drehbuch – Hans-Joachim Hildebrandt
Produktion – Fred Retzlaff
Musik – Walter Kubiczeck
Kamera – Tilmann Dähn
Schnitt – Marion Fiedler
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR




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