Kurz und knapp – darum geht’s
Am Rand einer Landstraße, dort, wo der Wald beginnt, liegt ein Toter: Wiegemeister Willi Waldmann. Für Oberleutnant Peter Fuchs und Leutnant Vera Arndt steht bald fest, dass der Mann vor seinem Tod in eine handfeste Schlägerei verwickelt war. Kurz zuvor hatte er das Jugendklubhaus in großer Aufregung verlassen. Haben die Jugendlichen dort etwas mit seinem gewaltsamen Ende zu tun? Zwischen den drei Jungen Klaus, Jürgen und Werner jedenfalls entbrennt ein erbitterter Streit. Doch die Kriminalisten verfolgen noch einen ganz anderen Verdacht, und der lenkt ihren Blick immer wieder auf einen Schrottplatz …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Die Schrottwaage“
Ein Waldrand, eine Landstraße, ein lebloser Körper: So beginnt für die Kriminalpolizei ein Fall, der sich zunächst kaum greifen lässt. Bei dem Toten handelt es sich um Willi Waldmann, Wiegemeister von Beruf. Oberleutnant Peter Fuchs und seine Kollegin Leutnant Vera Arndt verfolgen aufmerksam, was die Spurensicherung zutage fördert, bei der auch ein Hundeführer zum Einsatz kommt. Eines ist nach den ersten Untersuchungen sicher: Waldmann war vor seinem Tod in eine heftige Schlägerei verwickelt. Vieles andere bleibt dagegen im Dunkeln, und gleich eine ganze Reihe offener Fragen erschwert den beiden Kriminalisten die Arbeit.
Eine erste Spur führt ins Jugendklubhaus. Das hatte Waldmann kurz vor der Tatzeit verlassen – und zwar in einem Zustand größter Erregung. Was hat den Wiegemeister dort so aufgebracht? Für die Ermittler im DFF-Krimi „Die Schrottwaage“ liegt die Frage nahe, ob die Jugendlichen aus dem Klubhaus etwas mit seinem Tod zu tun haben.
Tatsächlich herrscht unter einigen der jungen Leute dicke Luft: Zwischen Klaus, Jürgen und Werner bricht ein heftiger Streit aus. Der Zeitpunkt des Zerwürfnisses macht hellhörig. Stehen die drei Jungen in Verbindung mit dem Tod Waldmanns – oder hat ihr Zwist ganz andere Gründe?
Fuchs und Arndt schauen allerdings auch in eine andere Richtung. Sie vernehmen einen weiteren Wiegemeister, und je länger sie sich mit dem Umfeld des Toten beschäftigen, desto mehr kommt ihnen äußerst verdächtig vor. Der Oberleutnant hegt bald einen konkreten Verdacht: Wurde beim Schrott manipuliert – und musste Waldmann deshalb sterben?
Der Betriebsleiter will davon nichts wissen. Über seinen ehemaligen Mitarbeiter kann er nichts Nachteiliges berichten, und die Vermutung des Kriminalisten weist er rundheraus zurück: Er habe sich bereits erkundigt, Waldmann habe nie Schrott abgeliefert. Eine klare Ansage – und doch lassen sich die Ermittler im Polizeiruf 110 „Die Schrottwaage“ nicht so leicht abwimmeln. Denn wohin sie sich auch wenden, jede Spur endet auf dem Schrottplatz. Und dort steht jene Waage, an der für Fuchs und Arndt bald alles zu hängen scheint …
Hinter den Kulissen
Mit „Die Schrottwaage“ geht die Krimireihe Polizeiruf 110 des Deutschen Fernsehfunks in die zweite Folge: Es ist der zweite gemeinsame Fall für Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) und Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler). Heinz Seibert führte bei dem Schwarz-Weiß-Film Regie und schrieb auch das Drehbuch.
Für eine Reihe in der Startphase war der Auftakt ungünstig: 1971 wurden lediglich zwei Filme fertig – neben diesem Krimi noch „Der Fall Lisa Murnau“ –, und zwischen beiden lagen mehr als drei Monate. Eine kontinuierliche Sendefolge in ungefähr monatlichen Abständen stellte sich erst ab Januar 1972 ein.
Wann gedreht wurde, ist nicht bekannt. Als Drehorte belegt sind bislang nur der Schrottplatz und das Krankenhaus in Berlin-Weißensee. Vom Film selbst sind heute nur noch Fragmente mit Tonspur erhalten, darunter Szenen im Inneren des Klubhauses und im Büro der Volkspolizei. Ein kurzer Ausschnitt ist im SWR-Hörfunkfeature „Und eher regnet es Tinte – Der Mordfall Hagedorn und ein Filmverbot“ von Thomas Gaevert zu hören.
Besetzung
Oberleutnant Peter Fuchs – Peter Borgelt
Leutnant Vera Arndt – Sigrid Göhler
Willi Waldmann, Brigadier – Wolfgang Lohse
Rita Waldmann – Barbara Dittus
Gerhard Bonau, Wiegemeister – Erhard Köster
Birgitt Roland, Bibliothekarin – Evelyn Opoczynski
Werner Augst – Joachim Schönitz
Jürgen – Peter Friedrichson
Klaus Wichner – Lutz Dechant
Klubhausleiter – Heinz Behrens
ABV – Werner Senftleben
Betriebsleiter – Fritz Decho
Wiegemeister – Albert Zahn
Genosse Lins, Spurensicherer – Manfred Müller
Gerichtsmediziner – Hans Fiebrandt
junger Mann – Rolf Ripperger
Pförtner – Friedrich Teitge
u. v. a.
Stab
Regie – Heinz Seibert
Drehbuch – Heinz Seibert
Produktion – Rainer Crahé
Musik – Wolfgang Pietsch
Kamera – Tilmann Dähn
Schnitt – Renate Müller
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