Kurz und knapp – darum geht’s
Ein Leichenschmaus, der in einer Rangelei endet, eine verschwundene Golduhr – und plötzlich steht Hauptmann Reger vor einem Fund, der weit über einen gewöhnlichen Diebstahl hinausgeht: Hinter der Wandverkleidung im Haus des Monteurs Ingmar Lesser lagert die Beute aus einer Einbruchsserie, die sich durch die ganze Republik zieht. Ausgerechnet Lesser hat in den betroffenen Geschäften die Alarmanlagen eingebaut, die zur Tatzeit unerklärlicherweise stumm geblieben sind. Für keinen der Einbrüche hat er ein Alibi, sämtliche Indizien sprechen gegen ihn. Doch während Reger und Hauptmann Peter Fuchs die Beweiskette Glied für Glied schließen, hält Lessers Frau Petra unbeirrt zu ihm – und wird den Gedanken nicht los, dass jemand ganz anderes hinter den Taten steckt …
Inhalt der Polizeiruf-110-Folge „Im Kreis“
Eigentlich wollen Ingmar und Petra Lesser nur der früheren Besitzerin ihres Bauernhofs die letzte Ehre erweisen. Doch beim Leichenschmaus im Dorfkrug ist es mit der Trauerstimmung schnell vorbei: Es kommt zu einer handfesten Rangelei, und als sich die Lage beruhigt hat, vermisst ein Gast seine wertvolle Golduhr. Weil er im Getümmel mit Ingmar Lesser zusammengestoßen ist, hat er sofort einen Verdächtigen parat. Hauptmann Reger, der selbst unter den Trauergästen war, fährt daraufhin zum Grundstück der Lessers hinaus, um der Sache nachzugehen.
Lesser streitet den Diebstahl ab und lässt die Ermittler ohne Umschweife ins Haus. Als Reger die Wände abklopft, stößt er hinter einer Wandverkleidung auf einen Hohlraum – und was nach dem Öffnen zum Vorschein kommt, ist keine Uhr, sondern ein regelrechtes Warenlager: Elektrogeräte stapeln sich dort neben Lebensmitteln aus dem Delikat. Die Ware im TV-Krimi „Im Kreis“ stammt aus einer Serie von Einbrüchen, die in der ganzen Republik verübt wurden und die Ermittler in Berlin längst auf Trab halten. Weder die Täter noch brauchbare Spuren konnten bislang gesichert werden.
Ingmar und Petra werden zum Verhör mitgenommen, kommen mangels Beweisen aber zunächst wieder auf freien Fuß. Lange währt die Erleichterung nicht. Bei genauerer Überprüfung zeigt sich, dass Lesser als Monteur eines Schaltgerätewerks in genau jenen Spezialgeschäften die Alarmanlagen installiert hat, in die später eingebrochen wurde. Einen technischen Mangel kann die Kriminalpolizei an den Anlagen nicht feststellen – und doch hat keine einzige von ihnen angeschlagen, als die Diebe kamen.
Im Polizeiruf 110 „Im Kreis“ zieht sich die Schlinge um den Verdächtigen immer enger zu. Reger und Fuchs lassen das Grundstück ein zweites Mal gründlich durchsuchen und finden eine Schachtel mit gestohlenen Uhren. Ein Alibi für die Tatzeiten hat Lesser nicht, er wird festgenommen und kommt in Untersuchungshaft. Seine Unschuld beteuert er dennoch weiter. Wie die Sicherungsanlagen im Einzelnen funktionieren, verrät er den Ermittlern zunächst nicht: Er beruft sich auf die betriebliche Schweigepflicht, an die er gebunden ist.
Und das Versteck in Lessers Haus bleibt nicht das einzige. Auch hinter ganz ähnlichen Verkleidungen in anderen, frisch renovierten Wohnungen taucht im Laufe der Ermittlungen Diebesgut auf – ein Befund, der den Kriminalisten neue Fragen aufgibt.
Für Petra Lesser ist die Verhaftung ihres Mannes ein schwerer Schlag. Dass Ingmar ein Einbrecher sein soll, der sie über Monate hinweg getäuscht hat, will ihr nicht in den Kopf. Verzweifelt sucht sie nach einer Erklärung, und je länger sie darüber nachdenkt, desto hartnäckiger setzt sich ein Verdacht in ihr fest: dass ein ganz anderer die Fäden zieht – jemand, der Ingmar und seine Arbeit sehr genau kennt …
Hinter den Kulissen
„Im Kreis“ ist die 109. Folge der Reihe Polizeiruf 110. Für Hauptmann Peter Fuchs (Peter Borgelt) ist es bereits der 64. Fall, für Hauptmann Reger (Klaus Gendries) dagegen der Einstand: Er ermittelt hier zum ersten Mal. In den Episodenhauptrollen sind Hans Teuscher als Monteur Ingmar Lesser und Diana Gaede als seine Frau Petra zu sehen.
Regie führte Peter Vogel, der zusammen mit Fred Unger auch das Drehbuch schrieb. Als Vorlage diente eine Filmerzählung von Lothar Dutombé. Die Kostüme entwarf Ute Rossberg, für die Filmbauten war Manfred Glöckner zuständig.
Gedreht wurde vom 6. August bis zum 30. September 1986, unter anderem in Dankerode, Quedlinburg, Thale, Bebertal und Süplingen sowie im DEFA-Studio für Spielfilme in Potsdam-Babelsberg. Bei der Erstausstrahlung lag die Zuschauerbeteiligung bei 51,7 Prozent.
Besetzung
Hauptmann Reger – Klaus Gendries
Hauptmann Peter Fuchs – Peter Borgelt
Ingmar Lesser, Monteur – Hans Teuscher
Petra Lesser, seine Frau – Diana Gaede
Hanna Baugroß, Petras Mutter – Marianne Wünscher
Enno Baugroß, Petras Bruder – Johannes Terne
John Schmitt – Carl Heinz Choynski
ABV Königer – Erhard Marggraf
Oma – Marga Legal
Leutnant Schneider – Hans-Uwe Klügel
Herr Kröger – Edgar Külow
Lisa Kröger – Anneliese Müller
Kriminaltechniker – Horst Kempe
Mann – Dietmar Burkhard
Wirt im Dorfkrug – Klaus-Jürgen Steinmann
Wirtin im Dorfkrug – Ingrid Barkmann
Grenzsoldat – Hans-Jürgen Pabst
Sängerin – Anke Schenker
Trauergast – Rose Becker
Trauergast – Dorothea Mommsen
Frau aus Suhl – Margitta Lüder-Preil
Mann aus Suhl – Günter Maass
Mausi – Christiane Jung-Alsen
Schäfer – Karl Übner
Andreas – Andreas Albert
Trauergast – Christel Amlung-Presson
Trauergast – Edeltraud Billing
Trauergast – Sigrid Brennemann
Trauergast – Eva-Maria Eisenhardt
Trauergast – Heinz Laggies
Trauergast – Bärbel Lempert
Trauergast – Wolfgang Ernst
Trauergast – Jutta Gallinat
Trauergast – Jürgen Graf
Trauergast – Angelika Jolzikowski
Trauergast – Eberhardt Wintzen
Trauergast – Ingeborg Kirst
Trauergast – Ljuba Krassilnikowa
u. v. a.
Stab
Regie – Peter Vogel
Drehbuch – Peter Vogel, Fred Unger
Produktion – Hans W. Reichel
Musik – Bernd Wefelmeyer
Kamera – Wolfram Beyer
Schnitt – Imke Gerber
Produktionsunternehmen – Fernsehen der DDR
Nächste Kommentarmöglichkeit: Sonntag, 01.11.2026 ab 17:00 Uhr (in ca. 3 Tagen).
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